Tagesarchiv für 11. September 2015

RTZapper

Mila

Freitag, den 11. September 2015
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MO 07.09.2015 | 19.00 Uhr | Sat.1

Hach, ist das romantisch! Mila, Anfang 30, sucht ihren Traumprinzen. Zur Hochzeit ihrer Schwester will sie keinesfalls als Single auftauchen, und deshalb hat sie genau 287 Tage Zeit.
Wird Mila ihren Traummann finden?

Das ist die unfassbar spannende Frage, die die Fernsehnation 287-mal dazu bewegen soll, wochentags um 19 Uhr Sat.1 einzuschalten. Doof nur: Sie macht’s nicht.
Die Quoten sind so mies, dass Mila entweder im Eiltempo ihren Traumprinzen schon in Folge 20 findet und dann Schluss ist oder dass diese unglaulich packende Frage schlicht nie beantwortet wird.

Folge 1 am Montag war aber auch in keinster Weise interessant. Es fehlte ein Konflikt, es ist nur öde rumgelabert worden, und Mila hatte am Ende der Pilotfolge dann den Entschluss, den Mann zu finden.
Und man denkt schon nach diesen 25 Minuten: Soll sie doch suchen – aber ohne mich.

Sat.1 hat allgemein das Problem, Zuschauer an sich zu binden. Es fehlt an Profil, es fehlt an Sendergesichtern, es fehlt an Einschaltimpulsen. “Newtopia” klang spannend, erwies sich aber als lahm. “Mila” auf selbem Sendeplatz klang nicht mal spannend. Nicht mal in Folge 1 gab es einen Neugiereffekt mit ordentlichen Quoten.
Wenn Sat.1 es nicht mal im Ansatz geschafft hat, die Leute für “Mila” zu interessieren, dann sollte man sich Unterföhring mal ernste Gedanken machen. Die Leute haben das neue Angebot schlicht nicht wahrgenommen, es ignoriert. Ob die Serie schlecht oder oder nicht, spielte da nicht mal eine Rolle.

Dennoch schadet es nicht, sich vielleicht trotzdem anziehendere Soap-Konzepte überlegen…

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RTelenovela

Island (7): Trolle kaufen Bier bei Jons Sohn

Freitag, den 11. September 2015
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(6) -> 10.9.2015

Einige Dinge in Island sind sehr speziell. Im Laufe unserer Touren haben wir einiges von dem erfahren und hautnah miterlebt, was anders läuft als bei uns.
Zum Beispiel haben die Isländer keine wirklichen Nachnamen. Sie sprechen sich alle immer mit dem Vornamen an. Es heißt, selbst wenn sie den Regierungschef beim Baden treffen, rufen sie ihn mit dem Vornamen. Mit Nicht-Respekt hat das nichts zu tun. Vermutlich eher damit, dass Island ja nur 330.000 Einwohner hat.
Die Nachnamen der Isländer sind im Grunde eher eine Erklärung. So heißen Männer zum Beispiel Christian Jonsson. Das beeutet so viel wie: “der Sohn von Jon”. Das bedeutet aber auch, dass Christians Schester einen anderen Nachnamen hätte, nämlich Jónsdóttir.
Während beispielsweise Schweden und Norwegen vor einiger Zeit Familiennamen eingeführt haben, ist Island beim alten System geblieben. Wobei ich mich frage, was die da an die Hausklingel schreiben. Stehen dann acht Namen dort?

Zu Weihnachten herrscht in Island eine Trollschwemme. Während wir mit dem Nikolaus und dem Weihnachtsmann zwei entsprechende “Figuren” haben, kommen die Isländer auf 13. Bis zum 24. Dezember machen 13 Trolle die Weihnachtszeit unsicher. Dann lässt nämlich die Mutter der Trolle ihre Kinder aus der Höhle.
Die Trolle kommen immer nachts. Es gibt einen, dem die Kinder Steine in den Schuh legen. Die soll der Troll mitnehmen und dafür Geschenke bringen. War man nicht artig, gibt’s aber nur eine Kartoffel. Es gibt den Fensterglotzer, den Türtreter, den Schüssellecker und viele mehr.
Mich hat diese Geschichte sehr an meinen Vater erinnert. Denn ohne die isländische Vorweihnachtszeit zu kennen, scheint er sich damals daraus bedient zu haben. Mal überraschte er uns, in dem er mit Weihnachtsmannmaske Mitte Dezember beim Abendbrot ans Fenster klopfte oder zwischen durch irgendwo für Angst sorgte.
In Island gibt’s das alles auch…

Erst ist es mir gar nicht aufgefallen, aber in Island gehlt etwas: die Bahn. In oder auf Island gibt es weder Eisenbahnen, noch Schienen oder Bahnhöfe. Vermutlich lohnt sich das nicht. Das land ist zu weitläufig und zu dünn besiedelt. Und über die vielen Bergpässe wäre der Schienenbau zu teuer. Deshalb setzen die Isländer voll auf die Autos. Außerdem gibt es (teure) Inlandsflüge und Fernbusse.

Und dann ist das noch die Sache mit dem Bier. Für einen Freund bringe ich von meinen Reisen hin und wieder Gebrautes mit. In Island ist das aber einfacher gesgt als getan. Im Supermarkt? Fehlanzeige! Es gibt keinen Alkohol in den Supermärkten, jedenfalls nichts Hochprozentiges. Und Bier mit 5 Prozent Alkoholgehalt gilt in Island schon als hochprozentig. Bis Ende der 80er-Jahre war Bier sogar verboten.
So bekommt man im Supermarkt also nur Light-Bier-Plörre, die nur 2 Prozent Alkohol hat. Wollte ich aber nicht haben, es sollte richtiges Bier sein.
Noch hatte ich aber nicht rausgefunden, was das für Läden sein könnten, wo es Bier gibt.
Bei den Geysiren entdeckte ich dann Flaschenbier in der Kantine. Meine Chance! Ich griff also zu, kaufte noch was zu essen und ging zur Kasse. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie der Kassiere die Flasche nahm – und sie öffnete. Blöd, ich wollte nicht, dass er sie öffnete. Ich versuchte ihm das auch klarzumachen. Er meinte daraufhin, dass er sie öffnen müsse. Geschlossen dürfe er sie nicht verkaufen. Ganz toll! Da ich das so nicht wollte, musste er mir das Geld zurückgeben, was er auch erstaunlich widerstandlos gemacht hat.
Später entdeckte ich dann tatsächlich die betreffenden Läden, wo es den Allohol zu kaufen gibt. Blöderweise waren sie aber immer schon geschlossen.
So blieb mir nur die Hotelbar. Und, Gott sei Dank, die nahmen das mit dem Flaschenöffnen nicht ganz so ernst.
Ende gut. alles gut. Und der Flughafen hat auch Bier im Angebot…

Aber so sind sie halt, die Isländer.

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