Tagesarchiv für 10. August 2015

RT im Kino

Gefühlt Mitte zwanzig

Montag, den 10. August 2015

Josh (Ben Stiller) ist 44, und irgendwie kommt er langsam ins Alter, wo die ersten Zipperlein einsetzen. Um ihn herum bekommen oder haben alle Freunde Kinder. Seine Frau Cornelia (Naomi Watts) kann und will jedoch keine Kinder bekommen. Der Zug ist einfach schon abgefahren. Und überhaupt: Es ist ziemlich viel Alltag in ihr Leben eingetreten.
Bis sie Jamie (Adam Driver) und Darby (Amanda Seyfried) kennenlernen. Die beiden sind gerade mal Mitte zwanzig – und wirken auf Josh und Cornelia wie ein Jungbrunnen.
Jamie dreht Dokus und Josh auch. Klar dass der Ältere dem Jüngeren unter die Arme greift, und auch Cornelia wird in die junge, modernere Welt eingeführt.
Aber nach und nach bekommen die Mittvierziger mit, dass es doch noch viele Dinge gibt, die sie von den jungen Hüpfern trennen.

“Gefühlt Mitte zwanzig” hat einen wundervollen, sehr spannenden Ansatz. Es geht um die Frage, wie es ist, älter zu werden. Was sich im Leben ändert und wie man damit umgehen soll. Gelassen? Oder sollte man sich an den Jungen orientieren? Soll man seine eigenen Werte über Bord werfen? Und funktionieren “generationenübergreifenden” Freundschaften?
Noah Baumbach aber, der Regie führte und das Drehbuch schrieb, hat sich auf dieses Thema offenbar nicht verlassen wollen. Denn irgendwann driftet die Story vollkommen ab, dann geht es plötzlich um die Ethik von Filmemachern. Josh will Jake das Handwerk legen, der anders an Dokus arbeitet als er selbst.
Das ist sicherlich auch ein Generationenkonflikt, geht aber vom eigentlichen Thema weg. Völlig unverständlicherweise. Baumbach verfranzt sich plötzlich in seinen Geschichten, deutet viele Dinge an, bringt sie aber nicht zu Ende. Was ist denn nun mit Joshs Film? Ganz am Ende wirft er dem Zuschauer dann noch ein paar Storybrocken hin, die auch mehr Fragen hinterlassen als Antworten.
Am Ende verlässt man das Kino – schulterzuckend. Was sollte das jetzt eigentlich?
Schade. Wirklich schade.

Gefühlt Mitte zwanzig
USA 2014, Regie: Noah Baumbach
Universum, 98 Minuten, ab 0
5/10

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RTelenovela

Summt ist immer einen Stau wert

Montag, den 10. August 2015
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Summt hat wirklich schöne Ecken. Besonders entlang der Landesstraße, die durch den Ort führt. Dieser malerische Parkplatz mit den diversen Händlern. Oder die Gaststätte, bei der viele Leute sitzen. Und natürlich der Hofladen mit seinen aktuellen Angeboten.
Ich weiß das, denn ich hatte mal wieder die Gelegenheit, mir Summt ein bisschen genauer anzusehen. Wer am Sonntagnachmittag und -abend durch den Ort fährt, sollte nämlich ein bisschen Zeit mitbringen.

Eigentlich sind ja Ampeln dazu da, den Verkehr zu regeln. Die Ampel aber am Summter Ortsausgang, an der Autobahnauffahrt Mühlenbeck, die ist eher ein Verkehrshindernis. Regelmäßig führt sie zum Stau, der oft durch den ganzen Ort reicht. Kann man so eine Ampel nicht vernünftig einstellen? Oder kann man die nicht einfach mal aus machen, wenn an zwei von drei Seiten kaum verkehr herrscht, dafür es sich an der dritten aber staut?

Motorradfahrer haben es gut, sie rauschen gern mal am kompletten Stau vorbei. Nur ein Berliner Autofahrer hatte irgendwie nicht die richtge Peilung. Kurz vor Stauende an der Ampel drehte er um, kachelte beim Wenden in der Grundstückseinfahrt fast noch einen Radler um, bevor er zurückfuhr. Die paar Minuten hätte er ja nun auch noch warten können…

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