Tagesarchiv für 3. August 2015

RT liest

André Kubiczek: Das fabelhafte Jahr der Anarchie

Montag, den 3. August 2015

April 1990, die DDR ist zwar noch da, aber im Grunde schon untergegangen. Andreas und Ulrike ziehen aus Potsdam nach Neu Buckow in die Niederlausitz. Dort steht das alte Bauernhaus ihres verstorbenen Opas. Sie wollen es wieder auf Vordermann bringen – und das Landleben genießen.
Was denn in der untergehenden DDR passiert, bekommen sie nicht mit. Nur wenn Ulrikes Bruder Arnd vorbeischaut und neueste Nachrichten mitbringt. Und dann entdecken sie, dass sich ein Fremder auf ihrem Hof aufhält.

Einerseits: André Kubiczeks Roman “Das fabelhafte Jahr der Anarchie” liest sich ganz flott. Die Dialoge sind geschliffen, die Atmosphäre des Dorfes und der ganzen Situation ist gut beschrieben.
Andererseits: Irgendwie ein bisschen mau. Es passiert alles in allem recht wenig in diesem Roman, und mit Anarchie hat das alles schon mal gar nichts zu tun.
Es macht irgendwie den Eindruck eines kleinen Etikettenschwindels. Das Jahr 1990 war in der DDR unheimlich spannend. Kubiczeks Story mag zwar irgendwie nett sein, mit der Lage in der DDR hat sie aber wenig zu tun – den Eindruck vermitteln aber der Titel und ein wenig auch die Inhaltsangabe.
Sehr mysteriös ist die Inhaltsanhabe auf dem Buchrücken sowieso. Da wird als Höhepunkt eine brennende Bankfiliale genannt. Dabei ist das ein Vorkommnis, das 20 Seiten vor Schluss fast schon am Rande vorkommt, eigentlich keine Rolle spielt und nicht weiter aufgelöst wird. Fast wirkt es, als habe der Rowohlt-Verlag selber gar nicht genau gewusst, was er mit diesem Romanstoff anfängt.
Deshalb ist dieses Buch eher eine Enttäuschung – und vor allem nicht 19,95 Euro wert.

André Kubiczek: Das fabelhafte Jahr der Anarchie
Rowohlt Berlin, 269 Seiten
5/10

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RTZapper

Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!

Montag, den 3. August 2015
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FR 31.07.2015 | 22.15 Uhr | RTL

Wenn C- und D-Promis jeden Januar in den australischen RTL-Dschungel einziehen, dann ist die Vorfreude groß. “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” gehört auch nach neun Staffeln immer noch zu den Formaten, das im Idealfall einen Eventcharakter hat.
Um so erstaunlicher ist es, dass sich RTL an einen Abklatsch wagt: Insgesamt 27 ehemalige Dschungelcamper – aus jeder Staffel drei – bewerben sich darum, an Staffel 10 im Januar 2016 teilnehmen zu dürfen: “Ich bin ein Star – Lasst mich wieder rein!”

Warum tut RTL das? Auf der Jagd nach sommerlich-hohen Einschaltquoten ist man offenbar auch bereit, eines seiner erfolgreichsten Formate zu verwässern. Denn natürlich findet die Show nicht in Australien, sondern im heimischen Gewerbegebiet in Hürth statt.
Das Konzept, wenn man es denn so nennen kann: Je drei Kandidaten müssen sportliche und eklige Aufgaben erfüllen. Und und wie sie das tun, ist wurscht – der Zuschauer entscheidet am Ende.
Das ist zeitweise unterhaltsam, aber im Großen und Ganzen lange nicht so spannend und lustig wie eine reguläre Dschungelcamp-Staffel. Das Zwischenmenschliche, das Campleben, die Zickereien – all das entfällt. Im Grunde das, was die Show ausmacht.
Selbst Sonja Zietlow und Daniel Hartwich können kaum was retten.
Kein Wunder, dass die Zuschauerzahlen ziemlich ernüchternd ausfallen.

Der Sommeraufguss des RTL-Dschungels ist aber auch ziemlich lau, auch wenn es ganz nett ist, alte Ausschnitte der verschiedenen Staffeln zu sehen. Aber dann hätte ich lieber einen puren zweistündigen Rückblick auf jede Staffel gesehen. Das wäre sicherlich unterhaltsamer gewesen.

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RTelenovela

Sie haben Post! Oder auch nicht!

Montag, den 3. August 2015
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Ich war ein wenig unvorsichtig und habe während des Poststreiks im Juni bei Amazon etwas bestellt. Unter normalen Umständen wäre das Paket zu meinem Geburtstag angekommen – aber es herrschten keine normalen Umstände.

Es verging eine Woche, es vergingen zwei Wochen, es vergingen drei Wochen. Dass es bei der Post gerade nicht so rund lief, hatte ich gerade in einem anderen Fall mitbekommen.
Glücklicherweise kann man ja im Internet verfolgen, wo sich denn das Paket gerade aufhält. Angeblich soll es einen Zustellversuch gegeben haben. Was allerdings nicht sein kann, da an der angegeben Adresse unter der Woche immer jemand da ist. Und einen Abholschein gab es auch nicht.
Eine Fehlinfo? Eine Lüge?

Dann aber – nach mehr als drei Wochen – lag plötzlich ein Abholschein der Post auf meinem Schreibtisch. Voller Vorfreude lief ich zur Post, legte dort den Schein auf den Tresen und wartete ab, was da nun passieren sollte.
Blöderweise passierte: nichts. Das Paket war nicht da, der Mann hinter dem Schalter war ratlos. Ich solle doch noch mal im Internet nachschauen.
Und wieder ging ich auf die Paket-Verfolgungsseite – und war überrascht: Danach ist das Paket nämlich schon wieder zu Amazon zurückgeschickt worden, weil es ja in Oranienburg angeblich nicht abgeholt worden sei.

Fragen über Fragen: Wenn es einen Zustellversuch gegeben hat, wieso gab es keine entsprechende Infokarte? Wieso wurde mir eine Infokarte geschickt, wenn das Paket gar nicht mehr in der Post rumlag?

Ich habe Amazon mitgeteilt, dass ich meine Bestellung nicht erhalten habe. Die widerum haben erst gar keinen Stress gemacht und veranlasst, dass das Paket noch mal auf die Reise geht. Zwei Tage später hatte ich es auf dem Tisch. Das ging fix – was man von der Post nicht gerade sagen kann.

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