Tagesarchiv für 25. Juli 2015

RTZapper

donnerstalk

Samstag, den 25. Juli 2015
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DO 23.07.2015 | 22.15 Uhr | ZDF

Liebes ZDF! Bitte lasst Dunja Hayali dauerhaft ins Abendprogramm! Holt sie endlich aus der Morgenmagazin-Nische und hört auf, ihr großes Talent zu vergeuden!
Warum das ZDF schlecht beraten wäre, die Moderatorin weiter zu verstecken, hat sie am Donnerstagabend bewiesen. Da hatte der “donnerstalk” Premiere. Blöd nur: Die Sendung ist nur ein Lückenfüller für Maybrit Illner, die sich gerade in der Sommerpause befindet.

Der “donnerstalk” erinnert ein wenig an “stern TV”. Die Sendung ist eine Mischung aus Talk und Reportagen. Drei Themen standen auf der Tagesordnung, und gleich am Anfang legte Dunja Hayali die Latte sehr hoch. Es ging um die Problemtik der Flüchtlingsheime kin Deutschland. Um die Ängste der Anwohner, um Vorurteile, um Hass und die Rolle der Medien. Die Moderatorin begnügte sich nicht mit irgendwelchen Interviewfragen, sie ging dahin, wo das Thema aktuell ist. Sie besuchte ein Flüchtlingsheim, sprach mit Leuten und traf auf zwei Männer, die gerade ihre Gärten mit Bewegungsmeldern aufrüsten wollten. Hayali bezog eindeutig Stellung, fragte nach. Ein hochinteressantes Stück Fernsehen.

Gleich danach ging es – sogar ein wenig passend – weiter mit dem Thema Cybermobbing. Hayali ließ Studiogäste Hassmails vorlesen, die man der Moderatorin geschickt hat. Später kamen Mobbingopfer zu Wort.
Das dritte Thema fiel dann allerdings ein wenig ab, auch wenn es ebenfalls spannend war: Es ging um Therapiehunde. Zu Gast war Sportmodertorin Monica Lierhaus, die nach ihrer schweren OP lange im Koma lag. Ein Hund hilft ihr bei der Genesung, und auch sonst hatte sie viel zu erzählen, nachdem sie im Madsack-Interview gesagt hatte, dass sie ihre OP bereuen würde. Die Kritik an der Aussage hat sie deutlich sichtbar getroffen.

Ziemlich viel in 60 Minuten. Andererseits soll sich ja der “donnerstalk” gerade von den monothematischen Sendungen abheben.
Insofern ist die Sendung auf einem sehr guten Weg. Und mit Dunja Hayali hat das ZDF ein neues Gesicht für den Abend. Eine Frau, die Mut hat, die anpackt, ihre Meinung sagt und relevante Themen bespricht. Sehr sympathisch!

Hoffentlich bleibt das in den drei noch ausbleibenden Sendungen so. Und dann sollte man beim ZDF schleunigst überlegen, das Format fortzusetzen. Auch wenn man eventuell den Namen der Show ändern müsste. Denn dass man sich damit auf den Donnerstag so festgelegt hat, ist vielleicht nicht so clever gewesen.

Hits: 130

RT im Kino

Whiplash

Samstag, den 25. Juli 2015
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Andrew Neiman (Miles Teller) ist erst 19 und er spielt Schlagzeug. Und wie! So gut, dass Terence Fletcher (J.K. Simmons) auf ihn aufmerksam wird. Fletcher ist Musiklehrer und der Leiter einer Band auf dem Musikkonservatorium.
Andrew ist geehrt, aber schnell merkt er: Das wird kein Zuckerschlecken. Denn Fletcher ist ein Tyrann. Er quält seine Schüler, er will immer, immer das Beste aus seinen Jungs rausholen. Mit den härtesten Methoden.

“Whiplash” ist nicht nur der Name des Films, so heißt auch ein Song, den die Band immer wieder spielen muss. Mit dem die jungen Musiker geradezu malträtiert werden.
Regisseur Damien Chazelle erzählt von der Leidenschaft und vom Talent eines jungen Mannes, davon wie sich Andrew quält, wie er geqüält wird, aber auch davon, wie er fürs Schlagzeugspielen brennt.
“Whiplash” ist ein packender, überaus faszinierender Film. Miles Teller spielt den jungen, leidenschaftlichen Schlagzeuger sehr überzeugend. Als Zuschauer fühlt man mit, leidet man mit. Hinzu kommen hervorragend in Szene gesetzte Band-Sequenzen mit einem fanatastischen Höhepunkt am Ende, der für echte Gänsehaut sorgt.
Völlig zurecht war “Whiplash” ein Oscar-Kandidat.

Whiplash
USA 2013, Regie: Damien Chazelle
Sony, 107 Minuten, ab 12
9/10

Hits: 216

RTelenovela

Romantikhochburg Groß Behnitz

Samstag, den 25. Juli 2015
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Das Landgut Borsig im Nauener Ortsteil Groß Behnitz ist ein Ort der Glückseligkeit. Sage und schreibe drei Hochzeiten fanden dort neulich parallel statt.
Eine wahnsinnig schöne Location: eine Wiese hinter den Bauten des Gutshofes. Dort ist ein Pavillion aufgebaut worden, davor ein paar Bänke. Direkt dahinter ist ein Flüsschen – die pure Idylle.

Seit 2000 wird das Gelände für sogenannten Kulturtourismus genutzt. Vor einigen Monaten war dort die SPD für eine größere Zusammenkunft vertreten, was Groß Behnitz auch in die deutschlandweite Presse brachte.
Laut Wikipedia dürfen die Betreiber den Namen nicht verwenden, aber das scheint überholt zu sein, der Schriftzug “Landgut A. Borsig” ist dort überall zu lesen.

Unsere Party fand im Rinderstall statt. Aber wer jetzt denkt, das ist eine runtergekommene, stinkende Klitsche, der irrt natürlich. Stattdessen handelt es sich um einen wunderschön gestalteten Saal.
Nebenan und gegenüber fanden weitere Partys statt. Hochzeiten sind in Groß Behnitz wahrscheinlich schon Normalität. Auch wenn sie für die direkten Anwohner eventuell auch anstrengend ist. Wenn nachts um 2 Uhr im Dorf völlige Stille herrscht, ist das Wummern der Bässe aus dem Rinderstall nicht zu überhören. Aber irgendwie scheint es ja zu funktionieren.

Hits: 213