Tagesarchiv für 23. Juli 2015

RTZapper

Die Lars Reichow Show

Donnerstag, den 23. Juli 2015
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DI 21.07.2015 | 23.15 Uhr | ZDF

Dass sich das ZDF nichts traut, stimmt so nicht. Es ist aber leider nun mal so, dass manche Experimente gehörig schiefgehen. So wie “Die Lars Reichow Show” am Dienstagabend.
Der Musikkabarettist Lars Reichow ist viermal die Vertretung von Markus Lanz und soll so was wie eine Late-Night-Show abliefern.
Ja, genau: “so was wie”.

Die Show begann zwar mit einem Stand-up, der bestand aber nur aus den Urlaubserzählungen über Reichows angebliche Norwegen-Reise. Ewig redete und redete er höhepunktslos und ohne nennenswerte Pointen. Ein nicht enden wollender Monolog. Reise – das war nämlich das Thema der Show. Deshalb sprach Reichow dann mit seinen Gästen Verona Pooth und Lutz van der Horst über das Reisen. Nett, aber nicht wirklich spannend.

Liebes ZDF, der Ansatz der Show ist ja in Ordnung. Aber wenn man schon einen Kabarettisten ins Fernsehen holt ihn ihn “so was wie” eine Late-Night-Show machen lässt, dann sollte das schon ein wenig relevanter sein – und vor allem ab und zu auch mal lustig. Oder sind etwa alle Autoren in der Sommerpause?

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RT liest

Hansen Hoepner / Paul Hoepner: Zwei nach Shanghai

Donnerstag, den 23. Juli 2015

13.600 Kilometer. In sieben Monaten. Auf dem Fahrrad. Klingt unglaublich, ist es irgendwie auch, aber die Zwillinge Hansen und Paul Hoepner haben es gewagt. 2012, an ihrem 30. Geburtstag, machten sie sich in Berlin auf, trafen sich noch mal mit Freunden am Müggelsee, um dann nach Shanghai zu radeln.
Wobei “radeln” zu lapidar für das Megaprojekt klingt, das sie sich vorgenommen haben.

Nicht nur die Doku “Berlin2Shanghai”, sondern auch ihr Buch “Zwei nach Shanghai” erzählt von dieser außergewöhnlichen Reise.
Wer einen Reiseführer erwartet, wird hier allerdings kaum bedient. Aber darum geht es den Hoepner-Brüdern auch nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Art Abenteuer-Erzählung.
Der Leser erlebt die mitunter beschwerlichen Etappen, er bekommt eine Ahnung davon, wie hart so eine Tour sein kann. Die endlosen Weiten, der ewige Gegenwind, der harte Asphalt. Die vielen guten Menschen, denen sie begegnen – und auch die, die ihnen Steine in den Weg legen.
Das ist alles sehr spannend zu lesen, denn diese Geschichte hat alles, was ein Abenteuer braucht. Einen Start und ein schwer zu erreichendes Ziel. Zwei junge Männer, die sich zusammenraufen müssen, die sich zoffen, die sich versöhnen, deren Bruderliebe auf eine harte Probe gestellt wird.
Eine sehr lesenswerte, packende, unterhaltsame Reiseliteratur!

Schade ist nur, dass das Buch an sich so schlecht geklebt und gebunden ist, dass es während des Lesens irgendwann schlicht auseinanderfällt. Ärgerlich!

Hansen Hoepner / Paul Hoepner: Zwei nach Shanghai
Malik, 272 Seiten
9/10

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RTelenovela

Windradrauschen

Donnerstag, den 23. Juli 2015
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Immer wieder wird über Windräder diskutiert. Jeder möchte, dass unsere Energie umweltschonender gewonnen wird, und auch wenn die Dinger so manche Nachteile haben – dass sie an sich die Umwelt schonen und den Wind nutzen, das kann man wohl kaum in Abrede stellen. Nur direkt vor seiner Haustür möchte niemand so ein Windrad haben.
Und in der Regel werden zumindest neue Windräder auch nicht direkt an die Orte gebaut, wo Leute wohnen.

Wer wissen möchte, wie das ist, quasi direkt unter einem Windrand zu stehen, sollte eine Rast auf der A20 einlegen. Von Greifswald kommend in Richtung Osten bietet sich dafür der Parkplatz Peenetal nahe Göslow an.
Die Dinger stehen dort in unmittelbarer Nähe.

Man muss nicht mal hinsehen – man merkt, dass die Dinger da sind. Man spürt sie, man hört sie. Es ist relativ windig, und deshalb sind die Räder auch ordentlich in Bewegung. Das Geräusch, das sie machen klingt wie ein Flugzeug, das in größerer Höhe unterwegs ist. Ein dauerhaftes, sanftes Rauschen.
Wenn man bedenkt, dass von der A20 an sich schon ziemlicher Lärm kommt, kann man sich ausmalen, wie es ist, wenn völlige Stille herrscht und nur das Windradrauschen zu hören ist.

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