Tagesarchiv für 13. Juli 2015

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Hurricane 2015: Madsen

Montag, den 13. Juli 2015
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SA 11.07.2015 | 3.00 Uhr (So.) | zdf.kultur

Eines vorweg: Ich mag Madsen. Ich mag viele der Songs. Ich gröle auch mal mit, wenn es um die (bitte jetzt brüllen!) “PERFEKTION” geht.
Erstaunlich ist es trotzdem, dass die Band so erfolgreich ist. Denn singen können die Jungs nun wirklich nicht.

Auf zdf.kultur lief in der Nacht zu Sonntag das Madsen-Konzert vom Hurricane-Festival 2015, und manchmal musste man als Zuschauer den Toleranzpegel doch schon sehr hoch drehen. Da nimmt sich einer der Madsen-Brüder das Mikro und singt irgendwas rein. Gut, viellecht war er heiser. Aber er hat nicht im entferntesten irgendeinen Ton getroffen.
So dramatisch war es nicht die ganze Stunde, die das Konzert lief. So richtige Talente sind die Jungs aber wirklich nicht. Direkt danach lief noch ein Mitschnitt des Auftritts von George Ezra, der nun wirklich eine Stimme hat. Da fragt man sich dann doch, wieso manche Bands es schaffen und andere, bei denen ein Gesangstalent wirklich vorhanden ist, nie den Durchbruch schaffen.

Zufall vielleicht. Sehr viel Glück. Aber wie auch immer: Gut, dass es Madsen gibt.

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Christin May: Helga Hahnemann – Die Biographie. Die Süße mit der großen Klappe

Montag, den 13. Juli 2015
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Sie ist viel zu früh verstorben. Helga Hahnemann war gerade mal 54, als der Lungenkrebs sie im November 1991 besiegte. In der DDR war sie die bekannteste und beliebteste Entertainerin, und nach der Wende hätte sie sicherlich Potenzial für eine gesamtdeutsche Karriere gehabt.
Es gibt einige Biografien über sie, nun folgt sie nächste.

Christin May, geboren 1978, hat sich durch die Archive gewühlt und zusammengetragen, was sie gefunden hat. Da sie ihre Kindheit in der DDR verbracht hat, wird sie damals sicherlich Helga Hahnemann mindestens am Bildschirm erlebt haben.
Leider wirkt das Buch ein bisschen billig. Das Coverfoto ist nicht das Schönste und dazu leicht unscharf. Im Inneren gibt es keine Farbfotos.
Inhaltlich gibt es über Helga Hahnemann in diesem Buch wenig Neues zu erfahren. Die Geschichten sind bekannt, Christin May sie nur neu sortiert und aufgeschrieben.
Manchmal schweift sie dabei seltsam ab, streut irgendwelche geschichtlichen Einwürfe ein, die seltsam deplatziert und wie Seitenfüller wirken. Auch werden die nicht mal 200 Seiten an vielen Stellen mit dem Nachdruck von Sketchen und Liedtexten bestritten.
Das sind zwar nette Erinnerungen, aber in einer so dünnen Biografie ein wenig zu häufig.

Nichtsdestotrotz ist es mal wieder schön gewesen, in den Erinnerungen zu schwelgen. An sich ist die Biografie auch recht flüssig aufgeschrieben. Ob sie aber überhaupt nötig ist – die Frage kann dann schon mal gestellt werden.

Christin May: Helga Hahnemann – Die Biographie. Die Süße mit der großen Klappe
Bild und Heimat, 187 Seiten
6/10

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