Tagesarchiv für 11. Juli 2015

aRTikel

Brief landete bei einem ominösen Herrn Meyer

Samstag, den 11. Juli 2015
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MAZ Oranienburg, 11.7.2015

ORANIENBURG
Im Herbst sollen an der Musikschule Hennigsdorf wieder Trommelworkshops mit Celina Anowah Arthur aus Ghana stattfinden. Doch momentan ist unklar, ob sie durchgeführt werden können, denn der Zeitplan ist nun enger als geplant. Wichtige Dokumente sind nicht dort angekommen, so sie sollten.

Am 18. Juni hat Musikschullehrer Rolf-Peter Büttner einen Brief zu einer Postabgabestelle in Oranienburg-Eden gebracht. Darin waren Dokumente ohne die die Lehrerin aus Ghana nicht nach Deutschland einreisen kann. Wegen des Poststreiks wollte Büttner sicher sein und verschickte den Brief mit DHL-Express. Doch bei der Adresse in Bonn, von wo aus der Brief über eine Reiseagentur nach Ghana gehen sollte, ist er nicht angekommen.
„Und das, obwohl eine Lieferung am nächsten Tag garantiert wird“, sagt Rolf-Peter Büttner. Im Internet ließ sich der Weg des Briefes verfolgen: Wie Tina Birke von der Post-Pressestelle mitteilte, gab es am 19. Juni in Bonn einen Zustellversuch. Der Empfänger sei nicht da gewesen. Der Zusteller habe eine Nachricht hinterlassen – was der Empfänger in Bonn beides bestreitet. Eine Woche lag der Brief im Kölner Verteilzentrum, ehe er nach Berlin zurück ging. Am 29. Juni soll er an einen „Herrn Meyer“ zugestellt worden sein. Unklar war, wer Herr Meyer ist und wo er wohnt. Rolf-Peter Büttner: „Ich kenne keinen Herrn Meyer.“ Und in seinem Umfeld wohne auch kein Herr Meyer.

Büttner nahm Kontakt mit der Post auf. „Da muss man Geduld haben.“ Bis zu 45 Minuten hing er in der Warteschleife. Während ihn Mitarbeiter der Post erst bei der Aufklärung des Falls helfen wollten, hieß es später: Mit der Auslieferung an „Herrn Meyer“ sei der Fall ordnungsgemäß erledigt.
Erst auf Nachfrage der MAZ stellte sich raus, wo der Brief gelandet ist: Laut Pressestelle nicht bei „Herrn Meyer“, sondern in einer Oranienburger Postfiliale. „Das ist ein Fehler von uns“, so bedauert Tina Birke den Vorfall. Da sei tatsächlich eine falsche Angabe getätigt worden. Wieso ein „Herr Meyer“ als Empfänger im Internet stand, bleibt ein Rätsel.

Immerhin ist der Brief nun wieder bei Rolf-Peter Büttner gelandet, und die 10,90 Euro werden ihm auch erstattet. Das Geld, das er inzwischen aber für Ersatzdokumente ausgegeben hat, zahlt ihm niemand zurück, und für die Anmeldung des Gastes aus Ghana wird die Zeit auf jeden Fall nun sehr knapp.

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RTZapper

Werbung: Alpecin

Samstag, den 11. Juli 2015
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FR 10.07.2015 | 22.52 Uhr | Tele 5

Ganz ehrlich: Ich hielt es für einen Scherz, als die Leute von Alpecin in großen Anzeigen verkündeten, man werde während der Tour de France auf den Werbeslogan “Doping für die Haare” verzichten.
Immerhin sei man ja Sponsor eines Radsportteams, und da hätte es ja ein, nun ja, Geschmäckle gehabt, wenn man ausgerechnet bei der Sportart mit “DOOOOOPING für die Haare” wirbt.

Und tatsächlich: Der Slogan fehlt in den aktuellen Spots – wie zum Beispiel am Freitagabend bei Tele 5 zu sehen war und immer wieder in den Tour-de-France-Werbepausen bei Eurosport.
Stattdessen lächelt im aktuellen Spot der Radler John Degenkolb in die Kamera und erzählt, wie durfte Alpecin sei. Schließlich war das ja nur früher (und vermutlich auch wieder nach der Tour) Doping. Also, Doping für die Haare.
Bemerkenswert ist es aber so oder so, dass angesichts der vielen Dopingvorwürfe gegenüber dem Radsport ausgerechnet eine Firma zum Sponsor erkoren wird, die mit Doping (ja, auch wenn nur für die Haare) wirbt.

Jetzt also gerade kein Doping. So richtig dahinter scheinen sie bei Alpecin aber nicht zu stehen. Mir zumindest ist es nicht gelungen, den Spot im Internet zu finden. Auf der Alpecin-Seite gibt es ihn nicht (stattdessen lauter Doping-für-die-Haare-Reklame) und bei Youtube auch nicht. Erstaunlich!
Schade eigentlich, dass man bei Alpecin und bei den Tour-Veranstaltern nicht den Arsch in der Hose hatte, die Shampooleute einfach weiter mit dem Doping-Spruch werben zu lassen. Wäre ehrlicher gewesen – und irgendwie ja auch selbstironisch. Irgendwie.

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RTelenovela

Mist, nun streikt auch noch die elektronische Post!

Samstag, den 11. Juli 2015
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Während des Poststreiks ist so einiges liegengeblieben in den Verteilzentren. Deshalb an dieser Stelle der kleine private Aufruf: Liebe Post, ich warte seit fast vier Wochen auf mein Amazon-Paket, vielleicht findet es sich ja noch an? Schließlich sind da schöne Sachen drin, und langsam weiß ich nicht mal mehr so genau, was.
Andererseits: Dann ist die Überraschung ja noch größer – falls es denn noch irgendwann mal ankommt.

Ein Oranienburger Postkunde hatte ein ähnliches Problem. Sein nach Bonn adressierter Brief kam mit DHL-Express nicht am Ziel an. Er bat unsere Zeitung um Hilfe, und tatsächlich war eine Sprecherin der Post-Pressestelle auskunftsbereit – wenn ich ihr denn eine E-Mail mit der Anfrage schicke.
E-Mails an die Post? Das müsste funktionieren.
Dachte ich.

Am nächsten Tag hatte ich plötzlich diese Nachricht im Posteingang: „Die Zustellung (…) verzögert sich. Diese Nachricht wurde noch nicht zugestellt. Es wird weiterhin versucht, die Nachricht zuzustellen.“
Zwei Tage später war klar: Die elektronische Post an die Post hat die Post nicht erreicht. „Fehler bei der Nachrichtenzustellung“, hieß es lapidar.
Toll, nun kann man sich nicht mal mehr auf Mails verlassen.
Aber wir haben das Problem trotzdem gelöst. Per Telefon.

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