Tagesarchiv für 7. Juli 2015

RT im Kino

Die Lügen der Sieger

Dienstag, den 7. Juli 2015
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Wie funktioniert Journalismus heute eigentlich? Und welchen Einflüssen ist er ausgesetzt? Und welchen Gefahren? Man könnte sagen, dass man, wenn man Christoph Hochhäuslers Film über “Die Lügen der Sieger” sieht, staunen wird. Gelinde gesagt.

Fabian Groys (Florian David Fitz) arbeitet beim Magazin “Die Woche”. Und er ist einer heißen Sache auf der Spur. Da kommt es ihm irgendwie gar nicht gelegen, dass er plötzlich auch noch eine Praktikantin (Lilith Stangenberg) betreuen muss.
In seiner Recherche geht es zunächst um Machenschaften in der Bundeswehr, aber bald stellt sich heraus, dass ein Giftmüll-Skandal in irgendeiner Weise auch damit zu tun haben muss.

Dieser Film ist so gut wie niederschmetternd. Gut, weil er über weite Strecken durchaus spannend und wendungsreich ist (wenn er gern auch etwas flotter hätte inszeniert sein können). Hauptdarsteller Fitz spielt ohne aufgesetzt zu wirken, seine Kollegin Lilith Stangenberg spielt dagegen etwas gestelzt – was aber vielleicht gewollt ist.
Niederschmetternd deshalb, weil die Geschichte zeigt (wenn man das denn so noch nicht wusste), welchen Einfluss Lobbyisten tatsächlich nehmen können. In welchem Umfang es tatsächlich möglich ist, die öffentliche Meinung zu beeinflussen – und welche Tricks dafür angewandt werden. Nicht zuletzt welche technischen Tricks.
Natürlich ist dies keine real Geschichte – sehr realistisch erscheint sie aber schon. Leider.
Und da wundert man sich, dass allerorts das Vertrauen in die Institutionen schwindet.

Die Lügen der Sieger
D 2014, Regie: Christoph Hochhäusler
Warner, 112 Minuten, ab 12
8/10

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RTelenovela

Zoopalast: Kino oder Bibliothek?

Dienstag, den 7. Juli 2015
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Der Zoopalast ist kein normales, runtergekommenes Berliner Kino. Seit 2014 ist er eine Top-Adresse in Sachen Film. Breite, gemütliche Sitze und Top-Bild- und Tonqualität.
Bisher kannte ich nur den großen Saal, in dem ich im November 2014 mal einen Film gesehen habe: der Saal der Superlative. Riesiger Raum, viele Menschen, Megaleinwand.

Aber das Edelkino hat noch andere Facetten. Zum Beispiel eine Bibliothek.
Als ich das Clubkino B betrete, stutze ich erst mal. An den Wänden rechts und links stehen Regale voll mit Büchern. Ich habe leider nicht viel Zeit, mir das näher anzusehen. Aber es ist Sachliteratur dabei, Biografien, Romane, Berlin-Bücher und vieles mehr.
Vermutlich soll das eine Gemütlichkeit ausstrahlen, zumal in dem Saal auch keine Blockbuster, sondern eher die besonderen Filme laufen.
Schöne Idee, aber schade ist es irgendwie trotzdem, weil man ja die “Kulisse” nicht nutzen kann. Ich sitze ja da, um einen Film zu sehen.
Spannend ist auch die Frage, ob Bücher abhanden kommen – und ob welche dazu gestellt werden…

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