Tagesarchiv für 3. Juli 2015

aRTikel

Antrittsbesuch in der Flatower Kirche

Freitag, den 3. Juli 2015
Tags: , ,

Nico Vajen ist neuer Pfarrer in acht Gemeinden

MAZ Oranienburg, 3.7.2015

FLATOW
Hier in der Gegend eine Wohnung zu finden – das ist gar nicht so einfach. Nico Vajen und seine Familie sind in Linum gelandet. Montag war der Umzugstag, jetzt richten sie sich langsam ein.
Nico Vajen ist der neue Pfarrer von Flatow. Insgesamt aber ist der 33-Jährige für acht Kirchengemeinden zuständig. Zu seinem Gebiet gehören auch Linum, Tietzow, Hakenberg-Tarmow, Karwesee, Dechtow, Betzin und Brunne. In den nächsten Wochen will er seinen Wirkungsbereich näher kennenlernen. „Das ist hier meine erste Herausforderung.“ Gestern ist er in der Flatower Kirche schon mal von Karlheinz Sandow vom Gemeindekirchenrat begrüßt worden. „Wir freuen uns, dass wir wieder einen Pfarrer haben“, sagte er.

Der neue Pfarrer stammt aus Scheeßel in Niedersachsen – der Ort ist durch das jährliche Hurricane-Festival bekannt. „Mit 15 war ich das erste Mal dort“, erzählt Nico Vajen. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine kaufmännische Ausbildung. „Aber ich habe gemerkt, das ist nichts, was ich machen möchte.“ Nebenbei half er schon bei der Jugendarbeit in seiner Gemeinde. „Das interessierte mich, und ich wollte was Sinnvolles machen.“ Der Pfarrer sprach ihn an, wenig später begann Nico Vajen ein Theologiestudium. In dieser Zeit war er auch ein halbes Jahr in Indonesien sowie auch in England. Zuletzt war er Pfarrer in Bremervörde in Niedersachsen.

Da seine Schwiegereltern in Berlin wohnen – seine Frau stammt aus der Hauptstadt –, hat er sich bei der hiesigen Landeskirche beworben. Die entsandte ihn in den Bereich um Flatow und Linum. Dort hat er zunächst eine zweijährige Probezeit. „Wir sind froh, dass wir in einem der Dörfer leben können, in dem ich arbeite.“ Auch in Kremmen und Fehrbellin hatte sich die Familie, dazu gehören eine dreijährige Tochter und ein einjähriger Sohn, nach Wohnraum erkundigt.

Als seine Aufgabe sieht er es, die Menschen, die zu ihm kommen, in ihrem Glauben zu stärken. Aber er möchte auch zu denen Kontakt aufnehmen, die nicht oder nicht mehr in der Kirche sind. „Am Anfang werde ich sehr viele Besuche machen“, kündigt er an. Auch wünscht er sich, dass die Kirchen in den Dörfern Orte sind und bleiben, wo sich die Menschen treffen. „Da sollten wir für vieles offen sein“, sagt Nico Vajen.

In seiner Freizeit liest er viel und unternimmt etwas mit seiner Familie. Auch liebt er den Fußball – er ist Anhänger von Werder Bremen.

Ein paar Wochen der Eingewöhnung werden wohl noch folgen, schätzt er. „Aber wir sind bisher sehr herzlich aufgenommen worden“, so Nico Vajen.
Am kommenden Sonntag findet um 14 Uhr in Linum der Begrüßungsgottesdienst statt.

Hits: 123

RT liest

Peter Lanz: Dieter Thomas Heck – Die Biografie

Freitag, den 3. Juli 2015
Tags:

Die Hitparade, die Pyramide, viele Fernsehshows. Ein langes Moderatorenleben – Dieter Thomas Heck ist eine Fernsehlegende im Ruhestand. Er sollte einiges zu erzählen haben, und deshalb müsste seine Biografie auch spannend sein. Eigentlich.

Thomas Gottschalk hat 2015 gezeigt, wie gute, interessante Autobiografien geschrieben werden. Vor allem war sie wirklich persönlich. 2011 hat Dieter Thomas Heck gezeigt, wie man es am besten nicht macht: indem man sie von jemand anderes schreiben lässt.
Peter Lanz hat, so steht es auf dem Buchrücken, viele Stunden mit Heck gesprochen. Daraus ist dann das Buch entstanden. Allerdings nicht als Autobiografie – das machen ja viele Promis, in dem sie sich einen Ghostwriter als Zweit- und Mitautor suchen -, sondern Lanz selbst erzählt über Hecks Leben. Zwar lässt er den Showmaster immer und wieder und ausführlich im O-Ton zu Wort kommen. Aber die Wirkung ist dennoch dröge – und manchmal verwirrend.
Peter Lanz schreibt leider sehr altbacken, fast schon trutschig, wie in einem Groschenroman.
Auch kratzt er nur an der Oberfläche. Hier ein Geschichtchen, da eine Anekdote. Es hätte sicherlich viel mehr zu erzählen gegeben, aber alles wird nur angerissen.
Das ist wirklich schade. Gern hätte man mehr Storys aus der Hitparade gelesen. Gern hätte ich mehr über die sicherlich umstrittene NDW-Phase gelesen. Auch über Sendungen wie die “Pyramide” oder andere Shows sowie seine Serienrollen – denn Schauspieler war er ja auch.
Ein bisschen peinlich wird es, wenn Heck anmerkt, er sei ja noch nie auf dem “Traumschiff” gewesen oder dass er gerne eine Late-Night-Show moderieren wolle. Diese Anbiederei ohne jedes Augenzwinkern hat er nicht nötig.

Also: Lieber eine echte Autobiografie. Oder eine Starbiografie mit wirklichen Hintergründen, die auch mal weh tun und auch die eine oder andere “Enthüllung” bietet.

Peter Lanz: Dieter Thomas Heck – Die Biografie
Edel, 269 Seiten
4/10

Hits: 151

RTelenovela

Wenn Rewe-Kunden sehnsüchtig auf Edeka warten

Freitag, den 3. Juli 2015
Tags: , ,

Komisch, eigentlich mag ich die Rewe-Supermarkt-Kette. Über die Filiale in Oranienburg aber ärgere ich mich jedesmal (im Gegensatz zu denen in Leegebruch oder Velten). Allein schon über die miese Getränkeabteilung, in der scheinbar konzeptlos alles hier und da hingestellt wird. Oder mal wieder gar nicht da ist. Kauft man Montag ein bestimmtes Produkt, kann man sich schon Dienstag nicht mehr sicher sein, ob es immer noch an selber Stelle steht – oder gleich ganz ausverkauft ist. Und Wochen später mal wieder vorrätig. Oder auch nie wieder.

Es muss viele Kunden geben, die so denken wie ich. Es besteht eine Hassliebe zu Rewe, die aber bald ein Ende haben könnte. Das belegt folgende Begebenheit:
Ein Mann legt ein Brot aufs Kassierband. Als die Frau an der Kasse es über den Scanner zeiht, stutzt der Mann: Das Brot sei im Angebot und nicht so teuer, wie es jetzt verkauft werden solle. Daraufhin die Kassierin, eher uneinsichtig: Wenn der Scanner das so ausweise, dann werde es wohl so sein. Ließ sich der Kunde natürlich – und völlig zu recht – nicht bieten. Er wolle das Brot nun gar nicht kaufen, sagte er. Und: “Ihr werdet euch noch umgucken, wenn Edeka aufmacht.”

Und in der Tat: Die Rewe-Leute werden bald in Oranienburg sehr ernsthafte Konkurrenz bekommen. Viele Leute murren über den Rewe-Laden, aber bald öffnet im Südcenter eine neue, große Edeka-Filiale. Ich freue mich da auch schon drauf, und viele andere Leute ebenfalls, weil im Stadtteil Süd da eine echte Lücke geschlossen wird. Im Oranienburger Supermarkt-Battle werden dann die Karten ganz neu gemischt.

Hits: 95