Tagesarchiv für 10. Juni 2015

RTZapper

Teleshopping

Mittwoch, den 10. Juni 2015
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SO 07.06.2015 | 20.00 Uhr | Deutsches Musik Fernsehen

Das Deutsche Musik Fernsehen hatte für seine Zuschauer am Sonntagabend einen echten Leckerbissen zur Primetime parat: Teleshopping!
Wahnsinn.

Andere Senderverantwortliche machen sich einen kopf, was man denn seinen, ähm, Fans zur besten Sendezeit vorsetzen könnte. Da hat man es sich beim Deutschen Musik Fernsehen mal ganz einfach gemacht und bietet: nichts. Sie verkaufen ihre Sendezeit.
Um 19.24 Uhr begann eine Verkaufssendung, direkt danach um 20 Uhr die nächste, und danch um 22.01 Uhr noch eine. Stundenlang Reklame statt eigenes Programm.

Besonders gut scheint es um den Musiksender sowieso nicht zu stehen. Mal abgesehen davon, dass es kaum noch reine Clip-Shows, dafür aber nervige Spezial-Sendungen gibt. Etwa neun Stunden des Tagesprogramms besteht inzwischen aus Teleshopping-Sendungen, sonntags auch zur Primetime. Anders bekommt man das Ganze offenbar nicht finanziert. Ein durchgehendes Musikprogramm ist so natürlich kaum möglich. Aber muss denn sonntags damit auch noch das Abendprogramm komplett zugedonnert werden?

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RTelenovela

Wegbegleiter (20): Hier kommt Alex!

Mittwoch, den 10. Juni 2015
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(19) -> 4.6.2015

In der DDR gab es zwei Buchreihen für Kinder und Jugendliche. Für die Jüngeren die “Kleinen Trompeterbücher”, für die Älteren “Alex Taschenbücher”. Später stand die Abkürzung ATB für einen DJ, vor der Wende standen die Buchstaben für diese Bücher.

Meine Oma war damals meine wichtigste Bücherlieferantin, sie arbeitete in der Poststelle eines Armee-Stützpunktes, und irgendwie muss es dort einfacher gewesen sein, an all dieser Bücher ranzukommen. Denn ich hatte wirklich viele ATB-Bücher – wobei die Dinger allerdings zu DDR-Zeiten sehr günstig gewesen sein.

Es gab die erziehende Pionier- und FDJ-Literatur, aber auch Witzebücher, Humorromane, Dramen und Klassiker. Ende der 80er wehte auch bei den ATB frischer Wind. Da erschienen zum Beispiel auch “Ronja, die Räubertochter”. Und der Roman des West-Berliner Autors Jochen Ziem: “Boris, Kreuzberg, 12 Jahre”, der aber auch durchaus kritisch gegenüber dem Westen war. Dieses Buch habe ich übrigens während meiner Grundausbildung beim Bund in Havelberg zuletzt gelesen.

Der wirklich echte ATB-Wegbeleiter ist aber Otto Häusers Ottokar. In den Geschichten geht es um den DDR-Schüler Ottokar Domma, darüber wie er den Schulalltag erlebt und überhaupt. Aus heutiger Sicht immer noch lesenswert, weil es zwischen den Zeilen hier und dort tatsächlich immer mal leise Kritik am Staat gibt. Im vergangenen Jahr hatte ich jedenfalls zum x-ten Spaß Spaß daran. Eines der wenigen Bücher, das ich bisher drei- oder viermal gelesen habe.

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