RTelenovela

Alles für den Hund

Freunde von mir haben sich jüngst einen Hund angeschafft. Bevor der Welpe eingezogen ist, musste natürlich noch einiges gekauft werden. Und wer sich mal in entsprechenden Fachmärkten umsieht, der kommt aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Als wir das große Geschäft in Hockenheim betreten, muss ich nicht lange suchen. Die komplette linke Hälfte des Ladens ist für Hunde reserviert.
Dort gibt es nicht die Dosenfutter-Markenware, die mir im normalen Supermarkt schon begegnet ist – nein, alles ist schicker und leckerer. Also für den Hund. Es gibt die irrsten Sorten an Nassfutter. Manches klingt wie ein weihnachtliches Festmahl: irgendein Braten mit Gemüse und Kartoffeln. Wahrscheinlich nicht so schön wie auf den Tellern der Menschen, aber der Hund wird’s fressen.

Es gibt Hundekörbe, Decken, Käfige, zig Sorten Naschereien, die man den treuen Begleitern immer mal wieder in die Schnauze schieben kann. Dazu Hygienekram, Kackebeutel (natürlich vornehmer ausgedrückt), Spielzeug und und und.
Ach ja, und eine Angstweste. Die ist der Knaller. Dieses Teil schnallt man dem Hund immer dann über, wenn er total aufgeregt ist, wenn er bellt und, ja, Angst hat. Warum dieses Ding dazu beiträgt, dass die Angst verfliegt, wird auf der Packung nicht wirklich erklärt. Aber angeblich soll es – meistens – helfen.

Und dann ist der große Tag da. Der kleine Racker zieht ein. Erst darf er im Garten rumschnüffeln. Dann stellen Herrchen und Frauchen fest, dass der gestern extra errichtete Heckenzaun nicht mal im Geringsten eine Hürde für den Welpen ist. Es gibt Applaus fürs erste Häufchen – und dann betritt der Kleine das erste Mal die Wohnung. Vorsichtig tappst er sich voran, schnuppert hier, schnüffelt da.
Es ist Wahnsinn, was so ein kleines Tier innerhalb eines Tages lernen muss. Wo gibt’s Futter? Wo darf ich das Geschäft erledigen? Und, wichtiger: wo nicht? Wo penne ich?
Am Ende eines langen Einzugstages liegt der Kleine dann selig schlafend in seinem Käfig – und träumt von seinen Geschwistern, die er wohl nie wieder sehen wird. Dafür hat er ein neues, sicherlich gutes Zuhause gefunden.

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