Monatsarchiv für Juni 2015

aRTikel

Abschied aus Kremmen: Die Süße Scheune schließt

Dienstag, den 30. Juni 2015
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Das Aus für das Geschäft ist auch ein Rückschlag für das Scheunenviertel

MAZ Oranienburg, 30.6.2015

KREMMEN
Am 19. Juli gibt es im Kremmener Scheunenviertel zum letzten Mal süße Leckereien. Wie Kathrin Jaeschke der MAZ bestätigte, wird an diesem Tag die „Süße Scheune“ das letzte Mal geöffnet haben. „Aus beruflichen Gründen“, wie sie sagt. Die Familie werde sich umorientieren und nach Berlin ziehen.

Es ist vor allem ihr Mann Thomas Jaeschke, der im Konditor-Business weit über die Grenzen von Kremmen hinaus bekannt ist. Vor allem mit seiner „hohen Kunst“. Elf Zentimeter hoch war und ist die Käsetorte, mit der er Anfang dieses Jahres in Berlin den Käsekuchen-Wettbewerb der Region Berlin-Brandenburg gewonnen hat. Thomas Jaeschke war da bereits das zweite Mal dabei und auch zum zweiten Mal erfolgreich. 2013 gewann er bereits in der Kategorie „Käsekuchen mit Obst”. Mehrere Wochen hatten Thomas und Kathrin Jaeschke immer für die Wettbewerbe geprobt. Etwa sechs Jahre lang betrieben die beiden die „Süße Scheune“. Die klassischen Kuchen hätten immer am besten funktioniert, „Streuselkuchen geht immer”, so Thomas Jaeschke. Der letzte Öffnungstag am Sonntag, 19. Juli, werde ganz normal über die Bühne gehen. Eine kleine Abschlussfeier für Freunde, Kollegen, Nachbarn und Geschäftspartner sei aber auch geplant, sagte Kathrin Jaeschke. Dass das Paar Kremmen und das Scheunenviertel verlässt, „bedauere ich ein bisschen“, sagte Kathrin Jaeschke. Aber die Vorfreude auf das nun kommende Neue in der Hauptstadt ist auch sehr groß.

Für das Kremmener Scheunenviertel ist das Aus der „Süßen Scheune“ ein Rückschlag. Erst am 19. Juni ist das Gebäude, in dem sich das Geschäft befindet, zum „Denkmal des Monats“ gekürt worden. Die Auszeichnungsveranstaltung fand direkt vor den Toren der „Süßen Scheune“ statt. Schon da hielten sich Jaeschkes von den Feierlichkeiten weitgehend fern. Wenn die Betreiber ihr Geschäft ausgeräumt haben, wird die Scheune wohl erst mal leer stehen. Für das „Feuer und Flamme“-Festival am 22. August wird es aber noch eine letzte Torte von den Jaeschkes für die Kremmener geben.

RTelenovela

Bloß nicht verlieren!

Dienstag, den 30. Juni 2015
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Eine Mutter am Rande des Nervenzusammenbruchs: Ihr Sohn, ein Drittklässler, ist heulend nach Hause gekommen: Bei den Bundesjugendspielen hat er nicht so gut abgeschnitten. Um nicht zu sagen: Sohnemann ist unsportlich.
Dass der Kleine nun mal eine Niederlage einstecken musste, dass er verloren hat, dass er mal nicht so gut, wie die anderen war: Nein, das darf nicht sein!
Und so rief die Mutter nun eine Petition zur Abschaffung der Bundesjugendspiele ins Leben. Und vorher twitterte sie, wie schlimm das alles ist und wie dreckig es ihrem Sohn gehe. Und nun? Weg damit, damit sie Sohnemann in Watte packen kann?

Sollte es nicht Aufgabe einer Mutter sein, dem Kind auch beizubringen, dass es auch Niederlagen im Leben gibt? Dass es Dinge gibt, die andere vielleicht besser können. Dass man trotzdem selbstbewusst sein kann. Ist es wirklich die Aufgabe, dass alles immer nur tuttipaletti ist? Sollte man nicht, anstatt gleich alles in Frage zu stellen, lieber dem Kind zeigen, wo es denn stattdessen seine Stärken hat?

Ja, auch Kinder können grausam sein, und es gibt sie, die die Schwächeren hänseln. Aber muss man da nicht mal eingreifen? Lieber das Miteinander fördern? Lieber dafür sorgen, dass die Starken die Schwachen unterstützen?

Vergleiche abzuschaffen, weil man damit irgendjemandem wehtun könnte – das halte für für Quatsch. Dann können wir ja jeglichen sportlichen Wettkampf einstellen.

RT im Kino

Freistatt

Montag, den 29. Juni 2015

Sie waren schwer erziehbar. Beziehungsweise hat sie irgendjemand für schwer erziehbar gehalten. Sie wurden verprügelt, misshandelt, seelisch verroht. Sie kamen ins Arbeitslager. Und das alles unter dem Deckmantel der kirchlichen Barmherzigkeit.
Die Geschichte der Freistatt-Heime gehört zu denen, die bislang kaum bekannt sind. Nun gibt es einen Film zu diesem Thema. Einen, der offenbar dringend notwendig ist.

1968. Wolfgang (Louis Hofmann) muss sein Zuhause verlassen, da sein Stiefvater ihn nicht da haben will. Er kommt ins Heim. Und schnell wird ihm klar: Es ist die Hölle. Brockmann (Alexander Held), der Chef des Hauses, wirkt zwar milde, aber die Drecksarbeit lässt er eh andere machen.
Die Jugendlichen müssen hart arbeiten, sie müssen Torf stechen, und abends bekommen sie kaum zu essen – während die Aufpasser (u.a. Max Riemelt) in Sichtweite gut speisen. Unter den Jugendlichen macht sich Hass breit. Alle auf einen. Alle auf alle. Der Stärkere gewinnt.
Wolfgang will nur weg. Aber wie?

Marc Brummund erzählt eine niederschmtternde Story aus der Nachkriegszeit der Bundesrepublik. Geradezu ohnmächtig verfolgt der Zuschauer das Geschehen. Es ist niederschmetternd zu sehen, was da vor sich geht. Die Hoffnungslosigkeit. Der Mut, der immer wieder im Keim erstickt wird. Immer wieder gibt es Rückschläge, es scheint alles immer schlimmer zu werden. Neue Grausamkeiten kommen ans Licht, und man fragt sich: Wo führt das alles hin?
Unbarmherzig muss der Zuschauer das alles erleben. Die Spannung ist manchmal nervenzehrend.
Mit Louis Hofmann hat “Freistatt” einen tollen Hauptdarsteller. Hofmann bringt die Wut, den Mut und die Niedergeschlagenheit toll rüber. Aber auch die anderen Jugendlichen um Enno Trebs machen einen tollen Job.
Dass der Film teilweise an Originalschauplätzen gedreht worden ist, macht das Ganze noch gruseliger.

Freistatt
D 2014, Regie: Marc Brummund
Salzgeber, 108 Minuten, ab 12
9/10

RTelenovela

Mit Hugh und Claire bei Clärchen

Montag, den 29. Juni 2015
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Die Wasserbüffel, die seit einiger Zeit am See in Schwante leben, sind nicht nur eine nette Bereicherung für das Dorf. Jetzt weiß ich auch: Sie schmecken gut.
In “Clärchens Ballhaus” in Berlin ist Schwante ganz gut vertreten. Es gibt Erdbeeren und Eis aus Schwante – und eben auch Wasserbüffel. Also, genauer: Buletten aus Wasserbüffel. Durchaus lecker.

Ob die Herrschaften am nebentisch auch Schwanter Leckereien genossen, haben wir nicht mitbekommen. Wie wir überhaupt einiges nicht mitbekommen haben.
Gute zwei Stunden schon saßen wir an unserem Ballhaus-Tisch im lauschigen Biergarten, als sich bei den Damen an unserem Tisch Unruhe breitmachte: Dieser Typ da neben der blonden Frau – den kennt man doch, oder?
Ich kannte ihn nicht, aber die Damen holten hektisch ihre Smartphone raus. Der Typ sieht doch aus wie… Also wie in diesem Film, wo… Diese Hinweise wurden fix bei Google eingegeben. Es handelte sich um Hugh Dancy. Ein Name, der mir allerdings immer noch nichts sagt, aber er ist tatsächlich Schauspieler, ist zum Beispiel in der Serie “Hannibal” zu sehen.

Ob der wohl verheiratet ist? Ich merkte an, dass ich glaube, dass die Frau neben ihm seine Frau sei. Immerhin hatte Hugh gerade ungeschickterweise den Inhalt der Handtasche seiner Frau auf den Boden gekippt.
Bei Wikipedia stand dann auch, dass er tatsächlich verheiratet sei, was bei den Damen gar nicht gut an kam – und dann auch noch mit einer Schauspielerin: Claire Danes.

Moooment mal! Jetzt erst begriffen wir: Neben diesem Hugh, den ich nicht kenne, saß ein noch viel bekannterer Promi: Claire Danes. Sie war es tatsächlich. Sie ist seit Wochen in Berlin, da momentan die neue “Homeland”-Staffel in der Region gedreht wird. Bekannt geworden ist sie in den 90ern mit der Teenieserie “Willkommen im Leben” und später mit “Romeo + Julia” an der Seite von Leonardo DiCaprio.
Und nun saß sie zum Greifen nahe direkt hinter uns am Tisch in “Clärchens Ballhaus”.
Die Damen an unserem Tisch gerieten nun in große Wallung. Wasmachenwirdennnunwollenwirsieheimlichfotografierenachichtraumichnichtundüberhauptinberlinmachtmandasnichtdableibendochdiestarsuntersichaberwirmüsstendochtrotzdem…
Kurz vor der Kreischattacke an unserem Tisch kam aber Bewegung in den Tisch hinter uns: Claire Danes, ihr Mann und der Rest der englischsprachigen Gruppe brach auf. Völlig unbeachtet vom Rest des Biergartens verließen sie das Gelände.

Ein Foto haben wir dennoch: Ich hatte im Laufe des Abends ein Foto gemacht, auf dem eine Freundin ihr Geburtstagsgeschenk öffnet. Ohne dass ich es zu dem Zeitpunkt wusste, hatte ich Claire mit aufs Foto gebannt.

RTZapper

Musikantenstadl: Andy Borgs Abschied

Montag, den 29. Juni 2015
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SA 27.06.2015 | 20.30 Uhr | Das Erste

“So muss das Leben wohl sein. Es holt alle Verlierer mal ein. Ich komm verlassen mir vor, drum adios, adios, adios Amor.”
Mit diesem merh als 30 Jahre alten Song verabschiedete sich Andy Borg am Sonnabend von seinem “Musikantenstadl”. Es war durchaus Wehmut dabei, auch wenn die Traurigkeit inzwischen wohl auch ein wenig die Wut abgelöst hat.

Andy Borg (54) ist zu alt für den “Musikantenstadl”, deshalb moderierte er nun seine letzte Show. ARD und ORF wollen die Sause verjüngen, und versuchen das mit Alexander Mazza und Francine Jordi. Wie die Show dann mit ihnen aussehen wird, bleibt abzuwarten. Wie sie eine Show, dessen Titel schon altbacken ist, aber überhaupt verjüngen wollen, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso wie die Frage, warum man den “Musikantenstadl” überhaupt verjüngen muss.

Vor 20 Jahren war das deutsche Fernsehen voll mit Schunkelshows für Rentner. Erst waren es die Privatsender, die sie verbannten, dann nach und nach auch ARD und ZDF. Inzwischen ist der Eindruck, dass es kaum noch Unterhaltung gibt, die sich explizit und mehr oder weniger ausschließlich an Senioren richtet. Sicherlich, auch Shows wie den “Musikantenstadl” kann man modernisieren – aber ein junges Publikum wird der nicht erreichen. Und ich finde: soll er auch nicht. Meine Güte, lasst doch den Alten ihre zwei bis drei Shows. Und wenn die dann alle mal weg sind, dann kann man den Stadl auch mit Würde beerdigen.
Für Mazza und Jordi wird das jedenfalls eine nicht sehr leichte Aufgabe.

RTelenovela

Mondänes Pullerpäuschen

Sonntag, den 28. Juni 2015
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Es ist wie ein Übertritt in eine völlig andere Welt.
Berlin, Wittenbergplatz, am Sonnabendnachmittag. Es ist Pride-Zeit, der Umzug zum Christopher-Street-Day zieht durch die Innenstadt. Auf den Wagen wummert die Musik, Klaus Wowereit winkt vom Wagen der Aidshilfe, und auf der Straße feiern die Menschen. Schwule und Lesben, Transgender, Ledergays, Nackte, Verkleidete, Geschminkte – eben alle.
Und dann kommt das dringend benötigte Pullerpäuschen: im KaDeWe.

Man öffnet die Tür, läuft rein – und vorbei ists mit dem Umtz-umtz. Man steht plötzlich in einer sehr mondänen Welt. Wo teurer Schmuck verkauft wird. Wo es nach vermutlich teurem Parfüm riecht. Wo in jeder Abteilung Damen und Herren rumstehen und etwas verkaufen wollen. (Anmerkung 1: Wahnsinn, wie viel Personal in dem Nobelschuppen arbeitet. Anmerkung 2: Viele der dort arbeitenden Herren bdauern vermutlich, dass sie nicht draußen beim CSD dabei sein dürfen.)
Eine fein angezogene, ältere Dame lässt sich gerade ein Parfüm zeigen. Ein junger Mann lässt sich hosentechnisch beraten.
Auch die Toiletten sind sehr modern, die Kabinen vermutlich nicht ganz so klinisch rein wie sonst (der Andrang von draußen ist sehr viel größer als sonst). Auf den Klos wird von Kabine zu Kabine der weitere CSD-Tag besprochen.
Danach geht es dann an den Parfüms und der Schmuckabteilung vorbei, auch am Portier vor dem Ausgang – und man ist zurück im Umtz-umtz-Getöse.
Das mondäne KaDeWe-Pullerpäuschen ist einfach ein Muss. Auf Wiedersehen 2016!

ORA aktuell

Oranienburger Generalanzeiger feiert 25. Geburtstag

Sonntag, den 28. Juni 2015
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Mit einem “Tag der offenen Tür” und einer großen Sonderbeilage feierte der Oranienburger Generalanzeiger seinen 25. Geburtstag.
Die erste Ausgabe erschien am 12. April 1990 als Wochenzeitung. Am 2. September 1990 ist der OGA erstmals als tageszeitung erschienen.