Tagesarchiv für 25. Mai 2015

RTZapper

ZDF-Fernsehgarten: Joy Flemming

Montag, den 25. Mai 2015
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SO 24.05.2015 | 11.00 Uhr | ZDF

Joy Flemming ist mal wieder empört, empört, empört!
Man hat sie in den “ZDF-Fernsehgarten” eingeladen. So, wie das immer ist, wenn dort was zum Eurovsion Song Contest gemacht wird.
Da stand Joy Flemming vor einem Mikro rum und bewegte die Lippen zum 40 Jahre alten (!) Playback von “Ein Lied kann eine Brücke sein”. Es wirkte einfach nur peinlich und unglaubwürdig! Mit dem Ding ist sie 1975 beim ESC Drittletzte geworden. Das vergisst die Gute gern mal zu sagen, wenn sie erwähnt, dass sie auf dem 17. Platz gelandet war.

Jetzt aber echauffiert sie sich über die null Punkte für Ann Sophie beim Eurovision Song Contest 2015, der am Vortag in Wien stattfand.
Für Joy Flemming war der Fall klar: Keiner kann Deutschland leiden, deshalb gibt uns niemand Punkte, und das sei ja eine Unverschämtheit, das könne ja gar nicht angehen.
Katja Ebstein, sie nahm einst sehr viel erfolgreicher am ESC teil, pflichtete ihr bei und faselte etwas davon, dass man Deutschland ja wenigstens Trostpunkte hätte geben können.

Da muss ich leider mal gehässig werden. Da sitzen also zwei alte Tanten, die irgendwann im 20. Jahrhundert am ESC teilnahmen, der damals noch Grand Prix Eurovision de la Chanson hieß, und blubbern rum, wie scheiße das heute alles ist. Frau Flemming glaubt, Deutschland werde nicht gewählt, weil das Image so mies sei. Ein Fremdschämmoment. Und Frau Ebstein denkt, dass irgendwer einfach mal so Trostpunkte vergeben könne. Sie müsste es besser wissen, wie der ESC funktioniert.
Aber stattdessen lässt die Redaktion vom “ZDF-Fernsehgarten” die beiden Schlagertanten irgendwelchen Müll daherfaseln. Im Fall von Joy Flemming sogar haarsträubenden, dummen Müll.

Komisch, darauf, dass ja vielleicht der deutsche Beitrag 2015 einfach nur lahm war, kommt keiner. Dass sich der Song nicht mal hierzulande durchsetzen konnte, ist niemandem aufgefallen. Aber stattdessen stellt man sich lieber hin, bewegt zum Uralt-Playback die Lippen und labert danach dummes Zeug.
Liebes ZDF! Frau Flemming bitte nicht wieder wählen!

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RTelenovela

Spreewald: Eine Kahnfahrt, die ist lustig

Montag, den 25. Mai 2015
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Als ich im September 2000 das letzte Mal im Spreewald war, da paddelten wir selber auf den Spreekanälen herum. Und immer habe ich gesagt, dass ich endlich mal wieder mit einem Kahn da durchgeschippert werden möchte. Es sollten 15 Jahre ins Land vergehen.

Pfingstsonntag war im Lübbenauer Hafen ordentlich was los. Kein Wunder, das Wetter war herrlich. Wir entschlossen uns zur Drei-Stunden-Tour mit Zwischenstopp in Lehde.
Zu Beginn der Fahrt hatten wir aber erst mal einen Fototermin. Seit Jahrzehnten ist es üblich, alle Kahnfahrer zu fotografieren. Dazu macht der Kahn einen bogen durch einen bestimmten Kanal, an dem der Fotograf steht. Das Foto, das so entsteht, kostet 5 Euro, und das ist sicherlich ein ganz gutes Geschäft.

Der Spreewald ist eine Idylle. Die pure Natur. Die Vögel zwitschern, das Wasser plätschert, dazu ein paar Enten. Es ist eine Entschleunigungsreise, die man auf dem Kahn unternimmt. Man sitzt einfach da, hinter uns staakt uns unser Kapitän durch die Spreearme.
Da ist es eigentlich ziemlich schade, dass viele Leute diese Ruhe nicht zu schätzen wissen. Eine echte Ruhe herrscht auf dem Kahn nie, irgendwer plappert immer. Sei es über die letzte Italien-Reise oder über die Schnapsflaschen, die irgendwo auf dem Kahn gelagert werden. Und dass die kleine Tochter mal dringend kacken muss, aber leider nicht kann. Vielleicht wären da ein paar Ruhezonen angebracht, wo einfach mal ein Redeverbot herrscht…

In Lehde ist’s dann mit der Ruhe vorbei. Hunderte von Menschen drängeln sich in den Café und Biergärten, dutzende Kähne schlängeln sich daran und aneinander vorbei. In Lehnde ist scheinbar immer Rushhour.
Wir stoppen an einem Café und haben eine Stunde Zeit. Das dortige Personal ist auf diese festen Zeiten eingestellt, das geht da alles ganz flott und organisiert vonstatten.
Wir wären auch pünktlich losgefahren, wenn nur die junge Teeniedame rechtzeitig wieder da gewesen wäre – kacken konnte sie aber immer noch nicht, wie es dann ausführlich diskutiert worden ist.

Nach exakt drei Stunden erreichten wir wieder Lübbenau – nicht ohne daran erinnert zu werden, dass ja am Anfang ein Foto von uns gemacht worden ist.
Der Ausflug in den Spreewald lohnt sich – aber vielleicht sollte man eher einen Privatkahn chartern – mit lauter ruhigen Mitfahrern. Oder doch lieber selbst paddeln? Oder mal ein Häuschen am Wasser mieten?

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