Tagesarchiv für 23. Mai 2015

aRTikel

Mehrheit stimmt für Umbau des Schulhofes

Samstag, den 23. Mai 2015
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Harte Debatte in Kremmen über die Zukunft des Bildungsstandortes

MAZ Oranienburg, 23.5.2015

KREMMEN
Der von Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) verhängte Haushaltsstopp für den geplanten Umbau des Hofes der Goetheschule sorgte am Donnerstagabend in der Stadtverordnetenversammlung – vorsichtig ausgedrückt – für Gesprächsstoff.
Mit großer Mehrheit haben sich die Stadtverordneten nach einer insgesamt mehr als zweistündigen Debatte rund um die Zukunft der Schule dafür ausgesprochen, den Hofumbau wieder auf die Agenda zu setzen. Klaus-Jürgen Sasse stimmte gegen den Antrag der Fraktion Die Linke/Bürger für Bürger/Koop. Frank Bommert (CDU), Peter Winkler, Margitta Ganschow, Detlef Reckin (alle SPD) und Gerhard Mittelstädt (Bürgergemeinschaft Groß-Ziethen) enthielten sich in der namentlichen Abstimmung.

Dass er einen Haushaltsstopp in Sachen Schulhof verhängt hatte, begründete Bürgermeister Sasse mit der unklaren Situation. Wie berichtet, überlegt die Hennigsdorfer Stadtverwaltung, die Oberschulen von kommunaler Verwaltung an den Landkreis abzugeben. Wegen der zu zahlenden Kreisumlage müssten sich alle Oberhavel-Kommunen, die Oberschulen betreiben, anschließen – so auch Kremmen. Wie Kreissozialdezernent Ludger Weskamp (SPD) sagte, sei das frühestens zum 1. Januar 2017 möglich.
Dann jedoch wäre unklar, wie die Stadt Kremmen mit der Grundschule umgeht – sie befindet sich im selben Haus wie die Oberschule. Eine Unterscheidung in Sachen Buchhaltung, Finanzen und Raumgestaltung sei da schwierig, so Sasse. Stattdessen könne die jetzige Goethe-Grundschule aufgelöst werden. Dann gäbe es eine Oberschule mit Grundschulteil. Möglich sei auch, dass sich die Gundschule in Beetz anschließe und eine Filiale der Kremmener Schule bilde. „Es könnte ein besserer Lehreraustausch zwischen Grund- und Oberschule stattfinden“, so der Bürgermeister. Das Vorbild wäre die Löwenberger Libertasschule.

Elke Schwabe, die Leiterin der Oberschule, sagte: „Das ist ein Schnellschuss. Mit uns hat vorher niemand geredet.“ Sie erinnerte daran, dass Anfang der 90er der umgekehrte Weg gegangen sei, damals sind die Einrichtungen getrennt worden.
Die Stadtverordneten stimmten mit großer Mehrheit dafür, dass sich die Verwaltung dieses Themas annehmen und alle notwendigen und bildungspolitischen Stellungnahmen zu diesem Schritt einholen soll. Das Thema wird in Kremmen somit in den kommenden Monaten weiter für Diskussionen sorgen. Bürgermeister Sasse stellte jedoch klar, dass er nicht dafür plädiere, die Oberschule an den Landkreis abzugeben. „Das ist ein längerer Weg“, sagte Reiner Tietz (Linke). Er sei nicht in einem halben Jahr und einer Stadtverordnetenversammlung zu machen. Eckhard Koop (parteilos) appellierte an den Landkreis, die finanziell klamme Stadt Hennigsdorf in Sachen Oberschule zu unterstützen: „Helfen Sie Hennigsdorf, dann helfen Sie uns.“

Die meisten Zuhörer im überfüllten Zuschauerraum des Rathaussaals wollten aber auch wissen, was denn nun aus dem Schulhof wird. Lehrerin Sabine Napiralla erinnerte an den Protestbrief, den die Goethe-Grundschüler verfasst haben. Laut Bürgermeister Sasse müssten die Umbaupläne sowieso neu besprochen werden, auch müsse das Parkplatzproblem an der Stadtparkhalle geklärt werden. Nachdem sich die Fraktion Linke/BfB/Koop mit ihrer Beschlussvorlage durchgesetzt hatte, wird der Hofumbau demnächst in den Ausschüssen weiterdiskutiert.

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RTZapper

heute+

Samstag, den 23. Mai 2015
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DO 21.05.2015 | 0.40 Uhr (Fr.) | ZDF

Das muss man dem ZDF lassen: Die trauen sich was. Die beerdigen nach mehr als 20 Jahren ihre “heute nacht”-Sendung, um zur Nacht eine junge Nachrichtensendung auszustrahlen. Und für die Premiere am Montag gab es gleich Haue: Da steht also der junge Moderator im jungen Studio ohne Tisch herum und hat die Hände in den Hosentaschen. Das war dann wohl für viele Zuschauer doch ein bisschen zu jung. Wenn es denn überhaupt was mit Jungsein zu tun hat, so während der Nach…, äh, News rumzustehen.

Aber was sind eigentlich Nachrichten, mit denen man junge Leute anspricht? Ist es der Boulevardmist, den RTL II verzapft?
Zum Glück nicht. Das ZDF versucht es mit Erklärfilmen mit relativ einfacher Sprache. Ein bisschen wie “logo” wie Erwachsene.
Schon im Laufe des Tages sind die Beiträge in den sozialen Netzwerken zu sehen, die komplette Sendung läuft live bereits um 23.00 Uhr auf zdf.de. Die Fernsehausstrahlung ist das eher noch ein PS.

Aber so schlecht, wie “heute+” teilweise zerredet wird, fand ich die Sendung nicht. Zumindest die am Donnerstag.
Allerdings ist es tatsächlich so, dass “heute+” keine tagesaktuelle Nachrichtensendung im Eigentlichen ist. Was “heute” los war, wird eher in Nebensätzen erwähnt. Da wird dann stattdessen noch mal erklärt, wie das ist mit den Gewerkschaften. Oder es wird nichts über das ESC-Halbfinale gebracht, sondern darüber, wie homofeindlich eventuell Österreich immer noch ist.
Alles durchaus interessant und wirklich verständlich.

Ein echter Totalausfall war am Donnerstag nur die Liveschalte zum Berliner Hauptbahnhof, wo ein steifer und nervöser Reporter erzählte, dass die Züge nach dem Streik wieder fahren. Er hatte keine Infos, für man hätte live zu einem stammelnden Jungreporter nach Berlin schalten müssen.

Wenn man einfach nur wissen möchte, was am Tag passiert ist, der sollte lieber das ARD-“Nachtmagazin” einschalten. In “heute+” gibt es eher die Hintergründe einfach erklärt. Was allerdings im ZDF auch fehlt: das Wetter. Ist bei jungen Leuten wahrscheinlich eh wurscht. Erfahren sie ja, wenn sie am Morgen das Smartphone einschalten und die App das aktuelle Wetter anzeigt.

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RTelenovela

Wegbegleiter (17): Die Wohnzimmeruhr

Samstag, den 23. Mai 2015
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(16) -> 13.5.2015

Neulich war ich bei meiner Mutter, schaute zum Fernseher – und stutzte. Da fehlte was.
Sie ist ein echter Wegbegleiter – vermutlich wirklich schon mein komplettes Leben lang. Zumindest soll sie älter sein als ich selbst: unsere kleine Wohnzimmeruhr.

Sie stand schon im Wohnzimmerschrank, als wir noch unsere kleine Stube in unserem Haus hatten. Schon zu DDR-Zeiten zeigte sie uns unweit des Fernsehers die Uhrzeit an. Und dazu ein sekündliches Tick. Tack. Tick. Tack.
Später hatten wir ein größeres Wohnzimmer, und die Uhr war immer noch da. Zuletzt – bis vor kurzem – hatte sie einen neuen Platz direkt neben dem Fernseher.

Nun aber steht sie irgendwo in einer Ecke rum. Kaputt. Das Uhrwerk funktioniert nicht mehr richtig, sie müsste mal zum Uhrmacher. In dem Fall wäre das vielleicht sogar eine gute Investition, denn will man so ein Stück wirklich außer Betrieb nehmen?

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