Tagesarchiv für 15. Mai 2015

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Vor 20 Jahren (108): It’s delicious!

Freitag, den 15. Mai 2015
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(107) -> 2.2.2015

Montag, 15. Mai 1995.
“It’s delicious!” Das ist ein Satz, der sich uns eingebrannt hat. Wir waren zu viert bei einer Gastfamilie untergebracht, die uns ein wenig an die Bundys erinnert hat. Zumindest die Dame des Hauses sah aus und wirkte wie Peggy Bundy.
Wir sind in Bournemouth in Südengland, es ist unsere bis dahin größte und aufregendste Klassenfahrt. Und wenn man in der Gastfamilie am Abendbrottisch sitzt, dann muss man ja irgendwas sagen: Und ich so: “It’s delicious.” Also, das Essen. Ich sagte das öfter mal. Aber da wusste ich wenigstens, was ich da sagte.

Es gäbe so wahnsinnig viel über diese wunderbare Tour zu sagen. Deshalb mal im Schnelldurchlauf.
Start mit dem Bus in Oranienburg. Ich war ziemlich stinkig, weil am selben Abend der Eurovision Song Contest 1995 stattgefunden hat. Auch wenn es der erste (und wohl einzige) ohne deutsche Beteiligung war. Die Reise begann am Nachmittag um halb 3, morgens gegen 4 Uhr waren wir in Calais in Frankreich, um mit der Fähre nach Dover überzusetzen.

Dover, Canterbury. Kathedralen, komische Autos und Telefonzellen.
Ankunft in Bournemouth, und natürlich wollte ich fast auf der Fahrerseite (rechts) einsteigen. Ist in England aber links. Linksverkehr. Irgendwie komisch.
Beaulieu: Ein toller Vergnügungspark. Zumindest haben wir uns großartig amüsiert, was aber wohl am meisten an uns selbst lag. Wir waren eine tolle Truppe! Dort gab es eine Hochbahn, eine Autoausstellung, diverse Themenparks und geschichtlicher Kram.

Durfte natürlich nicht fehlen: ein Pubbesuch. Nein, es waren mehrere. Die Mädels kreischten den englischen Jungs nach, die ließen erstaunlich viel mit sich machen. Es gab ordentlich zu trinken, und einer unserer Jungs drückte der mitreisenden Referendarin einen Kuss auf die Wange.
Natürlich London. Viel zu kurz. Alles im Schnelldurchlauf. Die Themse. Wachablösung am Buckingham Palace. Eine Kathedrale, natürlich Madame Tussaud und ihre Wachsfiguren. Und ein Reiseführer im Bus, der zum Wegdämmern war.
Bath. Ein altes Bad, eine schöne Stadt. Und dann: die größte Enttäuschung. Ja, ich fand Stonehenge doof. Da stehen also ein paar alte Steine rum, es ist windig, es ist ungemütlich, nein, das war nix für mich.
Zum Schluss: Brighton und Hastings. Hier die uralte Seebrücke (die irgendwann später mal abgebrannt ist, oder irre ich mich da?), da ein Kart-Rennen.

Wir waren damals in der 10. Klasse, es war noch der alte Klassenverband, bevor in der Elften der Kursbetrieb begann. Noch heute schwärmen wir von dieser Englandtour. Und wenn ich mir das Video von der Reise ansehe, dann amüsiere ich mich immer noch.

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