Tagesarchiv für 4. Mai 2015

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ZDF-History: Deutschland 1945 von oben

Montag, den 4. Mai 2015
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SO 03.05.2015 | 23.30 Uhr | ZDF

Berlin, 2015. Eine pulsierende Stadt. Modern, lebensfroh.
Berlin, 1945. Eine gelähmte Stadt. Zerbombt. So gut wie hoffnungslos.

In der “ZDF-History”-Reihe ging es (viel zu spät) am Sonntagabend um das zerbombte Deutschland im Jahre 1945. Der von Hitler angezettelte Krieg war in der Heimat angekommen, die Alliierten eroberten Stadt für Stadt – und zerstörten insbesondere die großen Städte, die Infrastruktur, die Kulturgüter.
Nach Kriegsende sorgten die Alliierten für Luftaufnahmen der zerstörten Städte.
Sie zeigen das Elend, sie zeigen die Tristess, die kaputten Häuser. So ziemlich alles war kaputt.

Um so erstaunlicher ist es, wie schnell die Wunden geleckt waren, wie schnell alles wiederaufgebaut war (wenn auch in vielen Städten nicht gerade auf schöne Weise). Wenn man heute durch Berlin läuft, dann ahnt man kaum noch, wo der Krieg von 1945 Wunden hinterlassen hat.
Deshalb sind solche Dokus auch so wichtig. Kriege in Sonstwo sind weit weg. Einen Krieg in Deutschland so hautnah vorgeführt zu bekommen, das weckt ganz andere Gefühle. Im Idealfall nicht nur fürs eigene Land. Solche Bilder sensibilisieren hoffentlich (leider nur eine sehr kleine Hoffnung) auch dafür, dass Krieg überall auf der Welt falsch ist.

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Menschen bei Maischberger: Helmut Schmidt, Raucher

Montag, den 4. Mai 2015
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10.8.2012

SA 02.05.2015 | 23.30 Uhr | 3sat

So oft, wie Sandra Maischberger den ehemaligen Bundeskanzler und Kettenraucher Helmut Schmidt interviewt, muss man fast Angst um ihre Geundheit haben.
Und sie selbst wohl auch.

Mehrmals versuchte sie bei ihrem neuerlichen Treffen mit Schmidt, das am 28. April im Ersten und am späten Sonnabendabend auf 3sat gezeigt wurde, ihm eine E-Zigarette anzudrehen.
Beim ersten Mal nahm Schmidt das Ding in die Hand und fand es ganz schön schwer. Da sei ja auch Elektronik drin, so Maischberger lächelnd. Daraufhin steckte sich Schmidt erst mal eine an. Eine richtige, die krank macht. Außer Schmidt, der inzwischen 96 ist.

Am Ende der Talkshow war es dann vermutlich eine halbe Schachtel, die Schmidt weggepafft hat, und Sandra Maischberger versuchte es ein zweites Mal mit ihrer E-Zigarette. Weil es so sparend sei, und eventuell gesünder und so.
Prüfend nahm Raucher Schmidt das Ding noch mal in die Hand, fand noch mal, dass es ziemlich schwer sei, hörte sich noch mal von Frau Maischberger an, dass da ja Elektronik drin sei – und zog einmal dran.
Sein Fazit: Nächstes Mal wird wieder richtig geraucht.
Ein schlechter Tag für die PR-Leute von E-Zigaratten: Top-Raucher Schmidt lehnt sie ab. Wenn schon qualmen, dann richtig…

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Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat

Montag, den 4. Mai 2015

Als er in Dover von der Polizei gebeten wird, auszusteigen, scheint es, dass für Alex die Lage kritisch ist. Der 17-Jährige hat genau 113 Gramm Marihuana im Schubfach seines Autos. Und eine Urne voller Asche.
Aber Alex ist sich sicher, nichts falsch gemacht zu haben.
Warum? Das erzählt er uns in aller Ausführlichkeit.

Mit 31 Jahren veröffentlichte der Engländer Gavin Extence auf der Insel seinen Debütroman, der dort ein großer Erfolg geworden ist. Mit Recht. Denn der Autor erzählt von einem außergewöhnlichen jungen Mann mit einer noch außergewöhnlicheren Geschichte.
Alex, der einst in seinem Haus von einem Meteoriten getroffen wurde und seitdem eine große Narbe am Kopf hat, trifft eines Tages den alten Mr. Peterson. Der Mann findet ihn, nachdem Alex vor ein paar Jungs auf der Flucht war. Erst hat Alex Angst, und der Alte reagiert mürrisch auf ihn. Dass dieses Gespann jedoch bald sehr viel mehr verbindet, dass daraus eine ganz große Freundschaft wird, wissen sie da noch nicht.

Der Autor lässt Alex erzählen, was passiert ist, und das in einem wunderbaren Plauderton. Alex berichtet von seinen Ängsten, von seinen Erlebnissen, von seinen Begegnungen mit Peterson. Das ist lustig, manchmal berührend und zum Ende hin richtig packend – wenn auch irgendwie traurig. Aber zu lesen, wie der Junge körperlich wächst – und mit ihm sein Mut, seine Seele, seine Empathie – das ist ein toller Lesegenuss.
Und filmreif auch.

Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat
Limes, 472 Seiten
9/10

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1000 – Wer ist die Nummer 1?

Montag, den 4. Mai 2015
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SA 02.05.2015 | 20.15 Uhr | ZDF

Die vielen Geschichten, die sich um die neue ZDF-Show “1000 – Wer ist die Nummer 1?” ranken, sind 1000-mal spannender als die Show an sich.
Die Aufzeichnung zog sich eine halbe Ewigkeit dahin, erst um 3.30 Uhr in der Nacht soll alles im Kasten gewesen sein. Viele Spiele haben nicht funktioniert, weil die Technik gestreikt hat, andere Spiele mussten dafür her, und es konnten auch nicht zehn, sondern nur acht Spiele ausgetragen werden. Deshalb endete die Show auch 35 Minuten früher (!) als geplant.
Dass schon ganz am Anfang ein älterer Herr einen Herzinfarkt erlitt und weitere Leute leicht verletzt worden sind, kommt noch hinzu.
Sagen wir mal so: Lief nicht so doll.

Am Sonnabend ist der Zusammenschnitt nun im ZDF gelaufen. Von den Pannen hat man da natürlich nichts gesehen.
Nun wissen wir ja nicht, welche Spiele eigentlich geplant waren – aber vielleicht waren sie ja spannender als die, die wir gesehen haben.

In der Show mit Johannes B. Kerner ging es darum, dass einer von 1000 Kandidaten am Ende 10.000 Euro gewinnt. In Runde 1 mussten schon 500 davon ausscheiden – mit einem Jogging-Parkour.
Mal abgesehen davon, dass man als Zuschauer völlig angeödet zusehen musste, wie irgendwelche Leute über ein Messegelände hoppelten, sorgte diese Spielrunde dafür, dass die älteren Kandidaten gar keine Chance hatten zu gewinnen, auch Frauen waren kaum unter den ausgesiebten Kandidaten.
Es folgten weitere Spielrunden, wo irgendwas geraten, gebastelt oder sonstwas gemacht werden musste – und meistens blieben die Zuschauer außen vor. Nur selten konnte zu Hause mitgeraten werden, nur selten konnten die Leute mit irgendjemandem mitfiebern. Am Ende hat halt jemand gewonnen. Auch irgendwie egal.

Die Frage “1000 – Wer ist die Nummer 1?” hat sich am Sonnabend im ZDF leider als völlig uninteressant erwiesen. Und für die Kandidaten vor Ort wurde sie zum Horrorszenario.

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