Tagesarchiv für 1. Mai 2015

RTZapper

Dirty Dancing – Der Fluch des Erfolgs

Freitag, den 1. Mai 2015
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DO 30.04.2015 | 22.10 Uhr | VOX

Bei VOX lag am Donnerstagabend schon wieder ganz schön viel schmutzige Wäsche herum. Kaum war der Kult-Tanzfilm “Dirty Dancing” zu Ende, begann eine Doku zum Film. Zumindest sollte es auch um den Film gehen.
Zunächst ging es jedoch ums Saufen.

“Dirty Dancing – Der Fluch des Erfolgs” hieß die Doku, die VOX zeigte. Sie begann mit der Geschichte, dass Hauptdarsteller Patrick Swayze mit seinem Flugzeug eine Notlandung hinlegte. Angeblich war er besoffen. So richtig hat es keiner gesehen, aber man kann es ja trotzdem mal ein paar Minuten ausschlachten. Polizeiakten und Flugschreiberakten. Wichtig, wichtig. Und die Biografin von Patrick Swayze, die überraschenderweise bei dem Fastabsturz nicht dabei war, wusste auch zu sagen, dass er wohl besoffen war. Es könne ja gar nicht anders gewesen sein.
Eine VOX-Doku als Brechmittel.

Um den Film “Dirty Dancing” ging es dann übrigens auch noch. Dass es hinter den Kulissen ganz anders zuging, dass Patrick Swayze seine Filmpartnerin Jennifer Grey nicht mochte, dass der Film bei Kritikern und Produzenten durchfiel und völlig überraschend doch ein Hit wurde.
Wäre die Doku nur 60 und nicht (mit Werbung) 110 Minuten lang gewesen, hätten sie bei VOX doch glatt die dreckige Wäsche weglassen und sich dafür nur auf den Film konzentrieren können. Aber das wäre den Boulevardreportern vielleicht zu langweilig geworden.

Hits: 147

RT im Kino

Ex Machina

Freitag, den 1. Mai 2015

Caleb (Domhnall Gleeson) hat gewonnen. Der Programmierer bei einer großen Internetirma darf eine Woche lang in das Haus seines Chefs. Nathan (Oscar Isaac) gilt als menschenscheu, aber auch genial. Was also wird Caleb eine Woche lang bei ihm erleben?
Es geht um eine Art Übung. Caleb soll Nathans neueste Erfindung testen: einen weiblichen Roboter. Besitzt Ava (Alicia Vikander) genügend Künstliche Intelligenz, um eventuell als echter Mensch durchzugehen?
Caleb ist beeindruckt und fasziniert von Ava. Und die scheint wesentlich schlauer zu sein, als es ihr Erfinder ahnt. Oder spielt vielleicht in Wirklichkeit Nathan mit Caleb? Oder ist Caleb vielleicht gar kein Mensch, sonder auch nur…?

Fragen über Fragen. Und lauter falsche Fährten. Aber allem eins: Faszination. Mit “Ex Machina” ist Alex Garland ein echt packender Film gelungen. Er sorgt für ein Verwirrspiel bei allen Beteiligten. Jeder ist verdächtig, in diesem Spiel der Böse zu sein. Keiner wird ausgelassen. Der Zuschauer bleibt lange, sehr lange im Unklaren, wer eigentlich welche Rolle in diesem Krimi spielt. Wie groß ist die Intelligenz der Roboter wirklich? Sind sie schlauer als ihr Erfinder? Oder spielt Nathan doch nur ein fieses Spiel?
Bis fast zur letzten Minute (das Ende ist leider ein wenig zu lang gezogen, den eigentlichen Schlussknaller scheint der Regisseur nicht als solchen erkannt zu haben) kann “Ex Machina” die Spannung halten.
Hinzu kommen krasse Soundeffekte, die manchmal so dröhnen, dass man sich fast die Ohren zuhalten will, die aber den Thrill der Handlung untermauern. Dazu ein eindringlicher Soundtrack.
Am Ende geht es um die Frage, wohin es die Forschung bringen kann und vielleicht auch darf – und was man denn dann mit dieser Künstlichen Intelligenz anfangen kann, muss oder oben auch darf.
“Ex Machina” ist eine echte Hit-Überraschung.

Ex Machina
GB 2014, Regie: Alex Garland
Universal, 108 Minuten, ab 12
9/10

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