Tagesarchiv für 28. April 2015

aRTikel

Mit Fotoapparat und Klemmbrett die Innenstadt abgeklappert

Dienstag, den 28. April 2015
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Für Google Maps hat Maximilian Schmidt (22) Geschäfte in der Oranienburger City ins Bild gesetzt

MAZ Oranienburg, 28.4.2015

ORANIENBURG
Maximilian Schmidt ist neuerdings ein echter Kenner der Oranienburger Innenstadt. Der 22-jährige Fürstenberger hat nämlich etwa 120 Läden fotografiert. Das aber nicht aus reinem Spaß an der Freude. Sondern, um sie im Internet bekannter zu machen.
Sechs Wochen lang absolvierte er ein Praktikum bei der Werbeagentur „Chicken on Speed“ in der Stralsunder Straße in Oranienburg. Sein Hauptprojekt nannte sich „City 100“. Dabei ging es darum, 100 Geschäfte (am Ende waren es ein paar mehr) ins Bild zu setzen und die Fotos bei Google Maps im Internet hochzuladen. „Das ist für die Leute, die hier noch nie waren, oder wissen möchten, wie das Geschäft aussieht, wonach sie gerade gesucht haben“, erklärt er.

Zwei Tage lang war er in Oranienburg unterwegs: entlang der Stralsunder Straße, Schul- und Mittelstraße, Bernauer und Lehnitzstraße, am Schloss vorbei zur Breiten Straße und zum Bötzower Platz. „Wir haben uns auf die Innenstadt beschränkt“, sagt er. Mit Fotoapparat und Klemmbrett lief er durch die Stadt – und fiel auf. „Meistens bin ich auch in die Läden rein, um Bescheid zu sagen“, sagt Maximilian. „Manche kamen auch gleich raus.“ Wenn er dann erklärt hat, worum es bei dem Projekt geht, haben es die meisten auch verstanden. „Einige kannten Google Maps aber gar nicht“, so der Fürstenberger. Auch musste er ab und zu erklären, dass er die Läden von außen auch ohne zu fragen rein rechtlich fotografieren darf.

Nachdem er zwei Tage lang in Oranienburg unterwegs war, setzte er sich im Büro der Werbeagentur an den Computer, um alles zu bearbeiten. Wer bei Google Fotos hochlädt, kann dazu den passenden Standort eingeben und die Läden so noch besser markieren. Im Idealfall erscheint, wenn sich Nutzer auf der Google-Maps-Seite im Oranienburger Stadtgebiet umschauen oder speziell den Namen eines Geschäfts eingeben, dann auch die Bilder der dort befindlichen Läden. „Das waren ziemlich viele Geschäfte“, sagt Maximilian und lächelt. „Ich habe immer gedacht, dass die Stadt, was die Läden angeht, recht klein ist.“

Maximilian Schmidt geht auf das Hennigsdorfer Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum. Sein Bildungsgang: gestaltungstechnischer Assistent. „Es geht zum Beispiel um Gestaltung, Werbung und Videoschnitt“, so der 22-Jährige. Innerhalb dessen musste er sich einen Praktikumsplatz suchen. „So sollen wir auf das Berufsleben vorbereitet werden.“ Seinem Chef René Tausch war es wichtig, ihm auch eine sinnvolle Aufgabe zu geben. „Es ist immer gut, so ein Praktikum mit etwas Handfestem abzuschließen“, sagt er. „Praktikanten sollen schließlich nicht nur Kaffee kochen“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern.
Maximilian kann sich vorstellen, als Mediengestalter zu arbeiten. Bald stehen erst mal die Prüfungen für das Fach-Abi an. Vielleicht gründet er mal sein eigenes Label für Textildesign. „Beim Praktikum habe ich auf jeden Fall schon mal ein bisschen Routine mitbekommen“, sagt er. Und wenn er in Zukunft auf Google Maps nachschaut, wird er immer wieder auf seine Fotos stoßen.

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Wegbegleiter (14): Der Sack mit den Postkarten

Dienstag, den 28. April 2015
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(13) -> 21.4.2015

Bis in die frühen 90er habe ich Postkarten gesammelt. Heute habe ich den kleinen Sack in meinem Schrank entdeckt. Es sind allerdings nicht Postkarten, die mal an mich geschickt worden sind (die sind woanders, und dazu gibt es Teil 15), sondern entweder an andere oder sie sind leer.

Es sind weit mehr als 1000 Karten. Sie sind beschrieben oder auch nicht. Sie gingen an die Familie, an Freunde, an Nachbarn. Es sind sogar Karten dabei, die an Leute adressiert sind, die ich gar nicht kenne.
Die Älteste ist von 1939 – so habe ich es jedenfalls mal als Notiz drauf geschieben. Sie kommt aus Trier und ist komplett beschrieben – von einem längst verstorbenen Familienmitglied. Offenbar gab es mal einen Umschlag mit der Adresse und einem Poststempel, irgendwoher muss ich jedenfalls mal gewusst haben, von wann die Karte stammt. Die 1000. ist unbeschrieben und zeigt das Rathaus in Bonn (da war ich 1991).

Viele der Karten sind an meine Oma Klara, auch noch an Familie Max Tiesler, meinem 1979 verstorbenen Opa. Von meinem Vater ist eine Postkarte aus Bad Harzburg von 1955 dabei. Eine Urlaubskarte von meinem Bruder an meine andere Oma, von 1990 aus Boltenhagen. Grüße vom DDR-Kreuzfahrtschiff “Arkona” von 1988 an unsere damaligen Nachbarn.

Ich habe mir überall, wo ich war, Postkarten für meine Sammlung gekauft, damals aber keine verschickt – was sich später wieder geändert hat.
In der Sammlung sind Karten von Orten, viele aus der DDR, von unseren Nachwende-Reisen in Westdeutschland, unbeschriebene Karten aus Moskau, unzählige Oster- und Weihnachtskarten, Karten mit Tieren, mit Blumen und mit DDR-Stars (aus der “Frösi”).

Und es ist wieder ein Phänomen: Wenn man einmal anfängt zu kramen …
… dann hat man auch schon eine neue Serien-Idee für diesen Blog. Wenn die “Wegbegleiter” durch sind, dann geht’s weiter mit einer Reihe mit besonders skurrilen Postkartengrüßen.

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