Tagesarchiv für 25. April 2015

RTZapper

Mein Sohn Helen

Samstag, den 25. April 2015
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FR 24.04.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Aus Finn wird Helen. Zur besten Sendezeit widmet sich die ARD in einem Fernsehfilm dem Thema Transgender. Mit Happy End.
Als Finn nach einem Jahr in die USA zurückkehrt, nennt er sich Helen und sieht aus wie eine Frau. Finn fühlte sich schon immer im falschen Körper, wie Helen jetzt sagt. Alle müssen sie nun damit klarkommen: der Vater, die Freunde, die Mitschüler. Kein leichter Weg. Für alle.

“Mein Sohn Helen” zeigt, dass von allen Beteiligten einiges abverlangt wird. Von Finn/Helen unfassbar viel Mut. Von den anderen Toleranz und den Willen, das alles so zu akzeptieren und zu verteidigen.
Ein wirklich sehr gut gemachter, gelockerer, lustiger, junger, sehr oft nachdenklich machender Film, zudem flott inszeniert und mit Jannik Schümann als Finn/Helen hervorragend besetzt.
Nach einem dramatischen Fast-Ende schlägt der Film ganz zum Schluss noch eine recht gewagte Happy-End-Kurve. Eine irgendwie nicht ganz glaubhafte, denn im wahren Leben dürften sich wohl kaum alle Probleme in Luft auflösen.
Muss das sein?

Muss nicht, aber kann. Einerseits wäre es völlig in Ordnung gewesen, den Film früher enden zu lassen. Nämlich an der Stelle, wo der Vater den Selbstverstümmelungsversuch von Finn/Helen verhindert hat.
Aber warum kann man nicht auch mal träumen? Von einem Happy End, davon, dass man all diese Probleme irgendwie lösen kann, dass am Ende die Freude überwiegt.
Das Thema kann ein so positives Ende durchaus vertragen – und vielleicht auch mal ein wenig zu sehr vom Realismus abweichen.

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RTelenovela

Fremdenhass: Die nächste Stufe

Samstag, den 25. April 2015
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Es gibt Geschichten, da fasst man sich an den Kopf. In der Facebook-Gruppe “Die Oranienburger” erzählte eine Frau von einer Begebenheit, die an den Menschen zweifeln lässt: Ein gebürtiger Dominikaner fuhr neulich auf dem Rad mit seinem Sohn durch Oranienburg. Sie kamen an einem Paar vorbei, und die Frau rief hinterher: “Guck mal, was die für neue Fahrräder für die Asylanten sammeln und verschenken!”

Was ist das? Neid? Dummheit? Hass? Alles zusammen?
Dazu sollte man wissen, dass an der hautfarbe des Mannes zwar erkennbar ist, dass er nicht von hier stammt. Er lebt jedoch mit seiner Familie schon recht lange in der Stadt – er geht im Schichtbetrieb arbeiten – und ist kein Asylbewerber.
Dessen Frau ist tief bestürzt, und sie fragt, wohin das alles noch führen soll.

Klar ist, dass der Unmut einiger Leute wächst. Schlimm ist, dass sich sie ihren Unmut einfach mal pauschal auf jeden loslassen, der irgendwie fremd aussieht. Wer das ist und was er macht, das ist völlig egal. Im selben Forum ist neulich vor klauenden Asylbewerbern gewarnt wollen, weil man sich angeblich vor allen Asylbewerbern schützen müsse. Ja, Hauptsache draufhauen. Zunächst verbal, aber aus anderen Orten Deutschlands wissen wir, dass es nicht beim Verbalen bleibt. Und das gilt es, zu verhindern.

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