Tagesarchiv für 21. April 2015

RTZapper

Promis privat – Das süße Leben der Stars

Dienstag, den 21. April 2015
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MO 20.04.2015 | 20.15 Uhr | Sat.1 Gold

Schäfer Heinrich sitzt mit einer hübschen Frau im Auto, und das macht ihn ein bisschen juckig. Er erzählt ihr, dass er ja so viel mit seinen Schafen zu tun habe.
Thomas Karaoglan soll irgendeinen PR-Quatsch drehen und verwirrt sich, warum auch immer, im Wald.
Georgina Fleur will einen Benimmkurs machen, wird aber erst mal angepöbelt, dass sie ja die aus dem Dschungel sei.
Jan Leyk hat Zoff mit seinen Kumpels, denn er will seine Freundin mit zu einem Shooting nehmen, schließlich sei doch im Auto viel Platz.

Hast du gerade gegähnt?
Bist du wahnsinnig? Das ist spannendes… ähm, das ist Privatfernsehen!

Das sind nämlich Promis privat.
Ähm, nein. Das stimmt nicht ganz.

Das sind Dokusoapnasen privat.
Hm, auch das stimmt eigentlich nicht so ganz.

Das sind Dokusoapnasen in einer Dokusoap, die das Privatleben simulieren.
Erstaunlicherweise hat man bei Sat.1 eingesehen, dass dieser Mist die Leute eher weniger interessieren wird. Kurzerhand ließ man zwar zig Folgen von “Promis privat” produzieren. Ausgestrahlt worden sind sie jedoch nicht. Ursprünglich sollte es täglich im Sat.1-Vorabendprogramm laufen. Relativ kurzfristig ist das Format noch vor Sendestart (!) aus dem Programm genommen worden.
Kein gutes Zeichen für so eine Sendung.
Heimlich lief sie dann im Pay-TV bei Sat.1 emotions, nun wird sie immerhin zur Primetime bei Sat.1 Gold verschrottet. Vermutlich in der Hoffnung, dass sich der Schaden in Grenzen hält.

In “Promis privat” werden Leute gezeigt, die mal kurzzeitig D-Promis waren. Die Ex-en werden in angeblich realen Situationen beobachtet und kommen – welch ein Zufall – in komplizierte Bedrängnisse. Das reale Leben der ex-D-Stars war vermutlich viel zu schnarchig. Das, was es in “Promis privat” zu sehen gibt, führt jedoch auch zu einem Dauergähnen.
Das Ergebnis muss selbst die Verantwortlichen so angeödet haben, dass sie “Promis privat” ein Sendeverbot für Sat.1 verordneten.
Kein Wunder. Ex-DSDS-Kandidat Thomas schauspielert sich durch eine dümmliche Story. Schäfer Heinrich muss sich lächerlich machen (mal wieder). Ex-“Berlin – Tag und Nacht”-Darsteller Jan Leyk labert sich auch irgendwie durch, und Georgina Fleur … da habe ich dann mal umgeschaltet.
Von vorne bis hinten dämlich. Dann doch lieber Frauke Ludowig und echte D-Stars im einigermaßen echten Leben.

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RTelenovela

Wegbegleiter (13): Ist das neue Mosaik schon da?

Dienstag, den 21. April 2015
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(12) -> 14.4.2015

Wir waren zusammen im alten Griechenland. In Frankreich. In Spanien. In Asien. In Australien. Wir waren mit dem Schiff unterwegs, auf Elefanten, mit dem Orient Express. Im Mittelalter. Bei den Dinosauriern. Im 20. Jahrhundert, im 19., 18. und so weiter.
Ich habe schon wahnsinnig viel erlebt mit Abrax, Brabax und Califax – mit den Abrafaxen.
In diesem Jahr sind es 30 Jahre, das mich das “Mosaik” begleitet.

Irgendwann Ende August 1985. Meine Mutter hat mir etwas mitgebracht: das “Mosaik”. In der DDR gab es keine Comics, das Mosaik war eine Bilderzeitschrift. Herausgeber war der Zentralrat der FDJ, ein Heft kostete 60 DDR-Pfennig. Zu haben war es allerdings kaum.
Mein erstes Heft, die Nummer 8/1985 hieß “List und Gegenlist” und spielte in Indien. Es ging um einen bösen Maharadscha, der die liebe Roxane entführt. Ihr Liebster, Alexander Papatentos und natürlich die Abrafaxe sind ihnen auf den Fersen.

Ich war sieben Jahre alt, als ich das Heft bekam, ich war in der 1. Klasse. Zwar konnte ich schon einigermaßen lesen, aber wirklich verstanden habe ich noch nicht, worum es da eigentlich ging. Aber ich war neugierig. Ich fand die Bilder toll.
Es heißt ja immer, man könne Kinder auch mal überfordern. Und ohne es zu wissen, war ich das auch. Ich wusste viele Zusammenhänge nicht, vieles erschloss sich mir noch nicht. Aber ich arbeitete damit. Erst nach und nach kapierte ich, worum es ging.
Und ich wollte mehr.

Das Mosaik jedoch war Bückware. Zum Glück hatte ich jemanden, der sich für mich bückte. Am Oranienburger Krankenhaus gab es einen Kiosk, in dem es auch Zeitschriften gab. Immer zum Monatende schaute ich jeden Tag rein (man wusste nie genau, wann die Hefte erscheinen) und fragte: “Ist das neue Mosaik schon da?”
Im Regal lag es nie, sondern immer unterm Ladentisch, und ich durfte eins haben. An ein Abo war schon gar nicht zu denken. Heute sind die Verlage gierig nach neuen Abonnenten. In der DDR mussten sie abwinken, weil nicht genug Papier da war, um alle Wünsche zu befriedigen.

Ich blieb dem Comic treu. Ich kaufte jeden Monat das neue Heft, irgendwann rund um das Jahr 2000 abonnierte ich es.
1993, von einem Teil meines Jugendweihegeldes, kaufte ich viele Hefte nach, die vor dem August 1985 erschienen waren. Einige hatte ich schon einem Freund abgeluchst. Inzwischen habe ich alle Abrafaxe-Hefte seit dem ersten Heft im Januar 1976.
Auch von der Vorgängerreihe, den Digedags, habe ich Hefte, die von Nummer 199 bis 229, dem letzten. Von 1973 an habe ich also alle Hefte. Fast. Ein einziges fehlt mir, das vom September 1991, das wegen der Verlagsumbrüche nach der Wende nur in extrem kleiner Auflage erschienen war.

Ich lese das Heft nicht monatlich. Das Jüngste ist die Nummer 472 vom April 2015 mit dem Titel “Alle Wege führen nach Rom”.
Ich sammele, bis eine Serie, also eine Reise, also eine Geschichte zu Ende ist und lese dann am Stück. Und ich denke, das geht auch noch eine Weile so weiter.

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ORA aktuell

Gedenken im ehemaligen KZ Sachsenhausen

Dienstag, den 21. April 2015
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In der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg ist am Sonntag der 70. Jahrestag der Befreiung gefeiert worden. Dabei ging es um das Erinnern und Gedenken. Während des Tages gab es immer wieder Appelle gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.
Mehr als 1200 Menschen waren in die Gedenkstätte gekommen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, die große Mehrheit der Deutschen stehe für ein weltoffenes Land. Er räumte ein, dass es aber auch immer wieder antisemitische und fremdenfeindliche Tendenzen gebe. Steinmeier: “Wir haben es in der Hand zu entscheiden, in welchem Land wir leben wollen.”

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RTZapper

Günther Jauch: Das Flüchtlingsdrama! Was ist unsere Pflicht?

Dienstag, den 21. April 2015
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MO 20.04.2015 | 20.15 Uhr | tagesschau24

“Deutschland sollte eine Minute Zeit haben, diesen Menschen zu gedenken.”
Es war der Satz des Abends, und vermutlich war er ganz dringend nötig.

Etwa 700 Flüchtlinge sind Stunden zuvor im Mittelmeer ums Leben gekommen. Ertrunken. Die nächste Schiffskatastrophe, nicht die erste und vermutlich nicht die letzte.
Aber wie können wir, wie kann Europa auf diese schrecklichen Ereignisse reagieren? Das war das Thema bei “Günther Jauch” mit Günther Jauch am Sonntagabend im Ersten (am Montagabend wiederholt auf tagesschau24).

Zu Gast waren Politiker, Journalisten und eine Frau, die aus Syrien geflohen ist. Es ist viel geredet worden an diesem Abend.
Man solle den “Todeskanal” dichtmachen.
Auch die reichen arabischen Länder sollten mal Flüchtlinge aufnehmen.
Man solle doch die Probleme vor Ort lösen.
In Europa sollten wir unseren Reichtum teilen.
Und so weiter.

Das hätte alles ewig zu gehen können – bis Günther Jauch Harald Höppner interviewte. Er will mit seinem Schiff aufbrechen, um Flüchtlinge zu retten – und um auf die Situation aufmerksam zu machen.
Eines wollte Höppner in dem Moment aber nicht: reden. Labern. Sülzen. Auf Jauchs in dem Moment ziemlich doofe Frage, was denn seine Aktion mit dem Mauerfall zu tun habe. Er wollte: schweigen. Den Ertrunkenen gedenken.
Er rief alle Leute im Studio auf, aufzustehen und eine Minute zu schweigen. Günther Jauch wollte das kurz verhindern, weil das irgendwie nicht im Ablauf stand und viel zu ungewöhnlich war für eine Polittalkshow am Sonntagabend.
Aber Höppner ließ nicht mit sich reden. Und dann standen sie alle da. Alle. Publikum, Gäste, Höppner und Jauch. Gut 40 Sekunden lang mal nichts sagen. Schweigen. Gedenken.
Ein erhebender, ein auch mal wichtiger Augenblick. Danke, Harald Höppner.

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