Tagesarchiv für 20. April 2015

aRTikel

Die nächste Tour führt auf den Berg

Montag, den 20. April 2015
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Sechs Monate lang war Torsten Weigel (26) unterhalb des südlichen Wendekreises unterwegs. Im Kopf plant er schon weiter.

MAZ Oranienburg, 20.4.2015

ORANIENBURG
Heimweh? Torsten Weigel schüttelt den Kopf. „Gab’s eigentlich nicht“, sagt der 26-jährige Oranienburger. Fünfeinhalb Monate war er unterhalb des südlichen Wendekreises unterwegs: Namibia. Südafrika. Lesotho. Australien. Chile. Argentinien.
Gut ein Jahr lang plante er intensiv seine Tour, im Internet konnte ihn jeder dabei begleiten. Er schrieb, fotografierte, filmte und stellte alles ins Netz. „Ich war sehr neugierig, ob und wie das funktioniert“, erzählt er. „Ich habe gutes Feedback bekommen, und es war eine schöne Gewissheit zu wissen: Die Leute sind dabei.“

In 88 Blogeinträgen kann die Reise auf WeigelonTour.com nachverfolgt werden, auch hier, auf der „Willi“-Seite gab es in den vergangenen Monaten immer wieder mal Updates. „Meine Leitlinien waren körperliche Extreme und der Kontakt mit den Menschen vor Ort.“ Beides habe sehr gut funktioniert. Ein Extrem: die Hitze. In Westaustralien herrschten schon mal 47 Grad. „Eine scharfe Luft, kaum beschreibbar. Über 40 Grad tut jeder Grad mehr richtig weh.“
Er hat viel erlebt: die endlose Weite der namibischen Wüsten, eine Kletteraktion auf der Spitzkoppe. In Südafrika musste er mit dem Geländewagen rückwärts den Sanipass rauffahren. „Vorwärts kamen wir nicht hoch.“ Das Video davon brachte die meisten Klicks im Internet.

In Westaustralien, auf den langen, sehr langen Autofahrten, war dann Zeit, nachzudenken. „Viel fahren, viel schwitzen, viel denken über Gott und die Welt.“ Schneller als Tempo 80 konnte er nicht fahren, sein Auto verbrauchte viel Benzin und Tankstellen gab es nur wenige. „Zwischendurch kommt sieben Stunden lang einfach mal nichts.“
Weihnachten verbrachte er in Sydney. „Es war anders, aber auch schön.“ Das Fest feierte er am Strand mit einer Gruppe Kanadier, die er dort kennengelernt hatte. „Erstaunlicherweise hatte ich auch da kaum Heimweh.“
In Tasmanien hat er sich regelrecht verliebt. „Das ist ein Fleck, der mich sehr fasziniert hat“, sagt er. Herzliche Menschen, eine atemberaubende Natur. Er nahm an einer Seekajak-Expedition in den unerschlossenen Südwestenteil. Auch Patagonien hat es ihm angetan. Die Landschaft in Chile habe ihn gefangen genommen.

Die Abschlussradtour führte ihn 1500 Kilometer lang vom Pazifik zum Atlantik. „Das ist nicht sehr viel, aber die Straßenverhältnisse sind oft schlecht.“Wenn plötzlich die Nationalstraße zum Schotterweg wird, kann das für Radler ganz schön anstrengend sein. Auch viele Städte hat er gesehen. Viel Zeit hatte er für sie aber nicht. „Das ist wirklich schade, aber die Städte waren meine Volltankpunkte.“ Zeit zum Schreiben, Fotos sortieren und zum Organisieren. „Das ist der Preis dafür, dass es kein Urlaub war, sondern ein Projekt.“ So schrieb er auch mehrere Artikel für „National Geographic“ über seine Tour.
Toll seien die vielen Begegnungen mit den Menschen gewesen: „Auf der Radtour sind wir oft angesprochen worden.“ Die Leute auf dem Land seien meist herzlicher gewesen als die in den Städten. „Wenn wir über einen Pass fuhren, dann hupten die Autos schon mal, und ich wurde angefeuert.“

Zwei Wochen ist er nun schon wieder zu Hause. Bald will er Vorträge über seine Tour halten, vielleicht wird es auch ein Buch dazu geben – und ganz sicher bald eine neue Tour. „Es könnte ein Bergprojekt irgendwo im östlichen Raum werden“, sagt Torsten Weigel. Er kann sich vorstellen, einen 7000er-Berg zu besteigen, vielleicht im Tian-Shan-Gebirge. Noch ist das aber Zukunftsmusik. Nun wird er erst mal versuchen, als Reise- und Wissenschaftsjournalist Fuß zu fassen.

Internet: Mehr Infos gibt es auf www.weigelontour.com.

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Zahlen und Fakten
Auf seiner Internetseite „Weigel on Tour“ veröffentlichte Torsten Weigel bis jetzt 88 Blogtexte, 472 Fotos, 495 kurze Updates und Infografiken. Hinzu kamen diverse Videos. Insgesamt machte er mehr als 10 000 FotosDie Seite wird es auch weiter geben, für ihn ist diese Tour der Einstieg in den Beruf als freier Reisejournalist.
Er absolvierte 20 Flüge, war etwa 10 000 Kilometer mit Mietwagen unterwegs sowie etwa 2000 Kilometer mit dem Rad.
Die Reise begann am 20. Oktober 2014 in Namibia. Weiter ging es mit Südafrika und Lesotho, Westaustralien und Tasmanien. Dann folgte Chile und schließlich ging es mit dem Rad vom Pazifik zum Atlantik, nach Argentinien. Am Karfreitag kehrte Torsten zurück.

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RTZapper

Das Messer

Montag, den 20. April 2015
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SO 19.04.2015 | 23.15 Uhr | Bayerisches Fernsehen

30 Jahre alt ist der US-Thriller “Das Messer” mit Glenn Close und Jeff Bridges nun schon. Auch heute noch ist er ziemlich spannend, am Sonntagabend lief er im Bayerischen Fernsehen. Und eine Szene, die löste damals im Kino ein regelrechtes Chaos aus.

1989, im letzten Jahr der DDR, hatte Sassnitz auf Rügen noch ein Kino. Heute verrottet das leerstehende Gebäude im Stadtzentrum und sieht alles andere als schön aus.
Am 16. Juli 1989 lief dort “Das Messer”. Vier Jahre brauchte der Film, bis er auch im sozialistischen Teil Deutschlands gezeigt worden ist.

Kurz vor Schluss, der Mordfall schien eigentlich schon gelöst, kommt es zur Wende. Der Freigesprochene ist doch der Mörder!
Nervöses Raunen im Kino. Und dann – im Film ist es gerade relativ still und gleichzeitig sehr spannend – schlägt eine Hand durch eine Fensterscheibe.
Nie wieder habe ich im Kino solche Szenen erlebt: Der Saal in Sassnitz kreischte auf, es müssen recht viele Frauen im Raum gewesen sein. Viele von ihnen riss es aus den Sitzen. Nach dem Kreischen kam das Lachen, die Leute amüsierten sich über ihren eigenen Schock, der ihnen der Film eingebrockt hat. Es hat eine gute Minute gedauert, bis endlich wieder Ruhe einkehrte.

Wenn man sich eben diese Szene 2015 noch mal ansieht, wirkt sie erstaunlich unspektakulär. In Erinnerung habe ich sie viel härter – eine Hand mit einem Messer. Aber da war gar keins… Aber vielleicht waren wir damals alle noch ein bisschen schreckhafter…

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RT im Kino

The F-Word – Von wegen nur gute Freunde

Montag, den 20. April 2015

Über Filme, die sich um Liebe und Beziehungen drehen, wird ja gern mal abschätzig gelästert. Dabei dreht sich ja unser ganzes Leben – zumindest wenn man noch nicht glücklich verheiratet ist – irgendwie immer um die Liebe. Um Beziehungen, und darum ob wir reif dafür sind oder ob wir es mal wieder verbockt haben.
So bietet “The F-Word” ganz sicher keine bahnbrechend neue Erkenntnis zu dieser ganzen Thematik. Aber: Er ist sehr gut anzusehen, er macht Spaß, er hat im Ideallfall Parallelen zum eigenen Leben oder das der Freunde. Und, ja, er bietet danach auch Gesprächsstoff.

Wallace (Daniel Radcliffe) ist gerade eine gescheiterte beziehung hinter sich und hat die Nase voll davon. Eigentlich. Dann aber lernt er Chantry (Zoe Kazan) auf einer Party kennen. Allerdings hat sie einen Freund – und deshalb beschließen sie, sie wollen “nur” Freunde bleiben. Funktioniert auch. Am Anfang jedenfalls. Aber beide spüren, da ist mehr. Es darf aber nicht mehr sein. Oder? Beide sind sie hin- und hergerissen.

Wie gesagt, nichts Neues. Aber Ex-Harry-Potter Daniel Radcliffe bilet mit Zoe Kazan ein so wundervolles Paar, dass es ein vergnügen ist, ihnen zuzusehen. Auch viele der Nebenrollen sind mit witzigen Charaketeren versehen.
Mit vielen Lebens- und Liebesweisheiten – so manche ziemlich abgedreht – verlässt man am Ende ziemlich zufrieden das Kino.

The F-Word – Von wegen nur gute Freunde
Kanada 2013, Regie: Michael Dowse
Senator, 98 Minuten, ab 6
8/10

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RTelenovela

Haben Sie alles bekommen? Nein? Auch egal!

Montag, den 20. April 2015
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In einem der Oranienburger Supermärkte meines Vertrauens steht eine Frage immer wieder auf der Liste des Kassenpersonals: Haben Sie denn auch alles bekommen? Meistens ist die Antwort sehr einfach: Ich habe sogar viel mehr bekommen (oder eher: in den Wagen gelegt), als ich eigentlich wollte. Das Extra-Regal mit den Schokoriegeln stand aber auch zu verführerisch im Weg rum!

Aber ab und zu fehlt dann doch etwas: Seit Monaten gibt es meinen Lieblings-Tiramisu nicht mehr. Er ist einfach aus dem Regal verschwunden und nie wieder gesehen worden, und die anderen sind bei weitem nicht so lecker. Oder meine Lieblings-Colasorte. Eine mit Zitronengeschmack nämlich. Weg! Keine mehr da!
Als neulich mal wieder die Frage aller Fragen kam, nannte ich der Kassiererin haarklein, was ich im Supermarktregal vermisse. Sie schrieb es auf – aber gebracht hat es nichts. Die Cola- und Tiramisusorte sind vermutlich für immer aus dem Sortiment gestrichen. Egal, wie oft ich gefragt werde und das Fehlen der Leckereien beklage.

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