Tagesarchiv für 12. April 2015

RT liest

Peter Schneider: An der Schönheit kann’s nicht liegen… Berlin – Porträt einer unfertigen Stadt

Sonntag, den 12. April 2015
Tags: , ,

Keine Ahnung, ob Berlin nun die schönste Stadt der Welt ist. Spannend und anders ist Berlin aber allemal.
Das findet auch Peter Schneider. Der Autor hat in Berlin seine Wahlheimat gefunden und nimmt sie anschaulich, aber auch kritisch unter die Lupe. Heraus gekommen ist ein Sachbuch, das sehr viele Facetten der deutschen Hauptstadt herausstellt.
Dabei geht es um Politik, die bewegte Geschichte, die Architektur, um die Menschen, die Religionen, um die Kultur und die Szene und natürlich auch um Sex.

Schneider zeigt, dass Berlin eine wechselvolle Geschichte hat und immer und immer und nie aufhörend daran arbeitet. Da war die aufregende zeit in der Weimarer Republik, der verheerende Krieg, die Teilung der Stadt, das Wiederzusammenwachsen, das einerseits schnell ging, aber noch lange nicht abgeschlossen ist.
So sind die ersten Kapitel auch die interessantesten – als es um Ost-West ging, um die Stadthäften und die Wunden.

Ein wenig seltsam ist die Anekdote, als Schneider die Stasistory von Ulrich Mühe haarklein erzählt. Da fragt man sich als Leser, warum das so ausführlich in dieses Buch muss (auch wenn die Story spannend ist).
Ansonsten aber bietet dieses Berlin-Buch einen über weite Strecken interessanten Blick auf die sich immer wieder wandelnde Stadt und seine Bewohner.

Peter Schneider: An der Schönheit kann’s nicht liegen… Berlin – Porträt einer unfertigen Stadt
Kiepenheuer & Witsch, 330 Seiten
7/10

Hits: 5280

RTelenovela

Rügen 2015 (1): Auf Verschleiß

Sonntag, den 12. April 2015

2014 -> 31.7.2014

Wenn das Wetter auf Rügen nicht so ganz optimal ist, dann bietet sich beispielsweise ein Besuch einer Therme an. Ein paar Saunagänge sind schließlich immer eine feine Sache.
In der Therme in Neddesitz war ich nicht das erste Mal – allerdings ist mir noch nie so sehr wie diesmal aufgefallen, wie die Haus auf Verschleiß gefahren wird. Investitionen sind dort sehr, sehr dringend.

Schon der Einlass zeigte das. Ich wollte mir ein Handtuch ausleihen. Mir wurde gesagt, nur für Hotelgäste sei das möglich, man könne das sonst nicht kontrollieren. Schade eigentlich, schließlich bringt der Service – ja, das ist ein Service! – auch noch den einen oder anderen Euro.
Ich wollte mit EC-Karte bezahlen – und konnte das nach gefühlten 15 Minuten (okay, es waren gute zehn Minuten) dann auch. Das Lesegerät war nicht so ganz in Ordnung und musste fünfmal ein- und ausgeschaltet werden. Und geschüttelt werden.

An den Umkleideschränken sind noch die Schlösser dran, an denen steht, man müsse eine D-Mark einwerfen. Ist ja auch erst 13 Jahre her, dass wir den Euro haben. Aber immerhin funktionert das Teil auch mit dem Euro.
Leider sind nicht alle Schränke benutzbar, weil einige Schlüsselbänder kaputt sind oder gar nicht mehr vorhanden.

Die Bänke in den Saunen haben ein sichtbares Alter. Einige Bohlen sind locker, das Holz ist unansehnlich. Eine Frau raunte zu einem Mann, dass ein Kunde beim Aufguss die Tür zuhalten sollte, weil sie sonst aufgesprungen wäre.
Auch den Saunawänden sieht man ihr Alter deutlich an, einige Türen schließen nicht mehr richtig.

Und wer die Sauna verlässt, stellt fest, dass es völlig wurscht zu sein scheint, welches Ticket man gekauft hat, denn beim Auslass interessiert sich niemand mehr für irgendwas. Das hatte mich schon beim Einlass gewundert, dass man einen Tarif zahlt, dass es aber kein Ticket und keine (funktionierende) Schranke gibt. Hätte ich ein Zwei-Stunden-Ticket gekauft und wäre nach vier Stunden gegangen – es wäre keinem aufgefallen.
Ich habe selten so eine Theme wie die in dem Sagarder Ortsteil gesehen, die an so vielen Stellen dermaßen runtergekommen ist.

Hits: 81