Tagesarchiv für 6. April 2015

RT im Kino

Tod den Hippies!! Es lebe der Punk

Montag, den 6. April 2015
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Es ist der außergewöhnlichste deutsche Film seit langem. Völlig überdreht, bekloppt – aber irgendwie ganz schön gut!

Raus aus der Provinz. Robert (Tom Schilling) ist 19 und hat die Schnauze voll vom Mief und von den linken Hippies an der Schule. Er will weg, in die Großstadt.
1980 in West-Berlin. Die Mauer steht noch fast zehn Jahre lang, die Stadt ist eine Insel. Sex, Drugs und Rock-‘n’-Roll wird ganz groß geschrieben.
Bei seinem Kumpel Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) bekommt er einen Job in einem Peepshowschuppen, wo er die vollgewichsten Kabinen schrubben muss. Dafür bekommt er immerhin Geld – und Schwarz führt ihn ins Szeneleben ein. Dort trifft Robert auf lauter skurrile Typen.

Es könnte sein, dass einem der Film von Oskar Roehler auf dem völlig falschen Fuß erwischt und man ihn vollkommen bescheuert findet. Es kann aber auch anders kommen.
“Tod den Hippies!! Es lebe der Punk” erzählt vom Leben in West-Berlin, vom Leben im dortigen Untergrund. Vom Saufen, von Drogen und vom Ficken, und das alles immer völlig überhöht, überdreht, mal witzig, mal aber auch ganz ernsthaft.
Zudem hat Roehler ein tolles Ensemble. Tom Schilling spielt ganz hervorragend. Zwar spielt er mal wieder einen 19-jährigen Jugendlichen, wirkt aber trotzdem total erwachsen. Nina Hoger und Samuel Finzi haben kleine, aber sehr feine Nebenrollen. Dazu Frederick Lau, der einen schwulen Nazi spielt.
Ein Film mit einem speziellen Humor, irgendwie ist alles an diesem Film speziell. Ein Trip.

Tod den Hippies!! Es lebe der Punk
D 2014, Regie: Oskar Roehler
X-Verleih, 105 Minuten, ab 16
8/10

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RTelenovela

Ostersonntagssonnenaufgang

Montag, den 6. April 2015
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Ostersonntag, 6.45 Uhr. Der Osternacht-Gottesdienst in Kremmen ist zu Ende, der neue Tag hat begonnen. Aber noch ist die Sonne nicht ganz aufgegangen.
Für einen 5. April ist es arschkalt, irgendwo bei -1 Grad.
Im Scheunenviertel werden nur die Dächer einiger Scheunen schon von der Sonne angestrahlt. Der Rest liegt noch im Schatten.

Als ich Kremmen mit dem Auto verlasse, steht die Sonne gerade so über dem Horizont. Aber sie strahlt, und sie strahlt in einen wolkenlosen Himmel. Ein herrlicher Ostersonntagssonnenaufgang.
Ich fahre durch Schwante, aber der Dofanger liegt noch im Schatten. Die Sonne jedoch steigt und steigt. Als ich fast Germendorf erreiche, fahre ich genau ins Sonnenlicht hinein, die Landesstraße liegt genau darunter, man sieht kaum noch was.

Es ist das einzige Mal im ganzen Jahr, dass ich einen Sonnenaufgang erlebe. Ansonsten bin ich, wenn die Sonne aufgeht, noch nicht wach. Selbst wenn ich im Sommer so spät schlafen gehe, dass die Sonne schon aufgeht, erlebe ich das Naturschauspiel nie so, wie am Ostersonntag.
Vielleicht ist es deshalb ein so erhabener Moment.

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