Tagesarchiv für 29. März 2015

RT im Kino

Der Nanny

Sonntag, den 29. März 2015

Seine Kinder nennen ihn Clemens. Nicht Papa, denn dazu ist er zu selten da, und Zeit für irgendwelche Unternehmungen ist auch nicht. Stattdessen sucht sich Clemens (Matthias Schweighöfer) für die Kinder eine Nanny.
Die neueste Nanny (Veronica Ferres) verlässt das Haus nach einem Nervenzusammenbruch. Die Kinder ekeln eine Nanny nach der anderen raus.
Dann aber kommt Rolf (Milan Peschel). Eigentlich ist er zu Clemens gekommen, weil er ihm die Meinung sagen wollte. Clemens will mit seinem Geschäftspartner (Joko Winterscheidt) nämlich ein altes Wohnviertel plattmachen. Das Viertel, in dem Rolf wohnt.
In einer Kneipe trinkt Rolf eine Krombacher-Fassbrause und berät sich mit seinen Nachbarn, die ein Krombacher-Bier trinken. (Entschuldigung, das musste ich erwähnen, weil sich Matthias Schweighöfer ja so viel Mühe gemacht hat, seinen Werbepartner so nett zu platzieren.)
Rolf muss sich also kümmern: als Nanny um Clemens’ Kinder, überhaupt um die kaputte Familie – und um die Rettung seiner Heimat.

“Der Nanny” ist der neue Schweighöfer-Film, und er soll nicht nur Klamauk sein. Sondern auch eine Botschaft haben. Ja, die hat er auch. Die Familie und so, die geht vor. Und, ja, das alte Berlin, das muss bewahrt bleiben.
Das alles erzählt er knapp zwei Stunden lang in einer durchaus kurzweiligen Dramödie. Überraschungen oder eine außergewöhnliche Inszenierung bleiben aber aus.
Besonders die ersten Minuten des Films kranken an nahezu unerträglichem Overacting. Alle sind sie übertrieben albern, übertrieben böse, übertrieben übertrieben.
Das lässt glücklicherweise später stark nach. Die anfängliche Unerträglichkeit der Familiensituation ist aber leider nahezu unerträglich dargestellt worden.
So ist “Der Nanny” am Ende durchaus handwerklich soldide, leichte Kost für den Kinogänger, der Schluss gefühlsduselig und auch wenig glaubwürdig (aber Filme sind ja auch ein Stück weit Märchen), aber das ganz große Ding mit dem gewissen Etwas ist er nicht.

Der Nanny
D 2015, Regie: Matthias Schweighöfer
Warner, 110 Minuten, ab 12
6/10

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RTelenovela

Wegbegleiter (9): Könnte mal wieder geleert werden

Sonntag, den 29. März 2015
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(8) -> 25.3.2015

Oft habe ich einen Gedanken, wenn ich mir diesen Wegbegleiter ansehe: Könnte mal wieder geleert werden. Es handelt sich dabei um meinen Papierkorb. An sich kein besonderer Gegenstand, allerdings habe ich den auch schon weit mehr als 25 Jahre. Er stand schon in meinem Kinderzimmer zu DDR-Zeiten.

Es ist ein dementsprechend auch ein genormtes DDR-Modell. Er aus kleinen Holzteilchen (wer weiß, was da sonst noch in der Beschichtung drin ist), in hell-brauner und grüner Farbe. Er ist auch schon ein bisschen kaputt.
Aber er ist immer noch im Dienst und steht quasi in meiner kleinen Büroabteilung direkt neben einem Mülleimer.
Momentan ist er übrigens nur zu einem Viertel voll, und bis zur nächsten Leerung ist noch Zeit.

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RTZapper

Musikantenstadl

Sonntag, den 29. März 2015
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SA 28.03.2015 | 20.15 Uhr | Das Erste

Och, schade! Die Stimmung war doch gerade sooo gut! Aber irgendjemand muss beim BR in München plötzlich den Stecker gezogen haben. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der zuständige Mitarbeiter auf dem Mischpult eingeschlafen ist und seine Nase auf dem Aus-Knopf landete.
Man weiß es nicht.

Es war genau 22.45 Uhr, als am Sonnabend im Ersten während des “Musikantenstadls” der Hinweis “Tagesthemen im Anschluss” eingeblendet worden ist. Genau da fror das Bild ein. Und taute auch nicht mehr auf. Testbild. Grünbild. Und auf Wiedersehen. Nach Programmhinweisen begannen – dann doch noch einigermaßen pünktlich – die “Tagesthemen”.

Ob die deutschen Zuschauer – beim hauptübertragenden ORF2 in Österreich lief die Show wohl weiter – noch etwas verpasst haben, wissen wir momentan nicht.
Zum Zeitpunkt des Ausfalls ist jedenfalls erschreckend wenig in der Show passiert. Zu einem Playback-Mix aus diversen Musiken liefen im gesamten Saal irgendwelche Kapellen herum, tanzten Leute, unterhielten sich Leute, und irgendwie schien die Regie oft selbst nicht genau zu wissen, was sie jetzt zeigen soll. Es wirkte, als ob die Show schon zehn Minuten zu Ende sei und noch viel, viel Zeit mit Nichts gefüllt werden müsse.

Es ist nicht das erste Mal, dass die ARD den “Musikantenstadl” vorzeitig beendet. Wegen eines Boxkampfes blendete man sich absichtlich schon mal früher aus.

Ansonsten stand die Show gleich aus drei Gründen unter genauerer Beobachtung. Erstens: Karl Moik ist vor wenigen Tagen gestorben, der Stadl-Gründer. Zweitens: Die Show lief wenige Tage nach dem Flugzeugabsturz. Drittens: Es ist der vorletzte “Stadl” mit Andy Borg.
Andy Borg muss die Show verlassen, weil der ORF den “Musikantenstadl” verjüngen will. Und es ist ein Dilemma: Einerseits ist es nicht schlimm, dass es Shows gibt, die fast ausschließlich von älteren Leuten gemocht wird. Andererseits: Die Show ist wirklich extrem trutschig, die Art wie Borg moderiert, ist lahm und anstrengend.
Nur: Egal, wer nach Andy Borg kommt – der “Musikantenstadl” hat genau das Image, was ihn momentan ausmacht. Ob sich das rumreißen lässt, ist mehr als fraglich. Vielleicht ist es sinnvoller, die Show zu beenden und sich etwas Neues auszudenken.

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