Monatsarchiv für Februar 2015

RTZapper

Sat.1 Nachrichten: Fußball-WM 2022 im Winter?

Mittwoch, den 25. Februar 2015
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DI 24.02.2015 | 19.55 Uhr | Sat.1

Fußballdeutschland ist EMPÖRT, EMPÖRT, E M P Ö R T !!! Eine Fußball-WM im Winter? Geht gar nicht! Public Viewing, wenn es draußen kalt ist? Da könnte einem ja kalt werden! WM im Winter schauen? Da kommt doch gar keine Stimmung auf! Finale vor Heiligabend? Doof! Weil… na ja, doof halt!

Es ist immer wieder lustig, wie sich die Deutschen argumentfrei über irgendeine Neuigkeit aufregen können. Da soll also die Fußball-WM 2022 nicht im Juni/Juli stattfinden, sondern im November/Dezember.
Die “Sat.1 Nachrichten” brachten am Dienstagabend eine Straßenumfrage, in der die Deutschen ihre EMPÖRUNG ausdrücken konnten. Weil ja im Winter keine Stimmung aufkomme. Weil es so kalt sei. Und überhaupt: blöd.

Ist ja nur komisch, dass das halbe Berliner Stadtzentrum voll ist, wenn zu Silvester die große Party gefeiert wird – bei Wind und Wetter. Mit der guten Stimmung funktioniert das dort auch. Und keiner beschwert sich, weil es – mimimi – zu kalt ist.
Und, ja, okay, die Gartenparty muss eventuell ausfallen, aber kann man eine Fußball-WM nicht auch indoor schauen?
Stattdessen wird die Revolution ausgerufen.

Problematisch ist die Verlegung der WM 2022 in Katar – wegen der Sommerhitze, die ja bei der Vergabe keiner vorausahnen konnte – natürlich trotzdem. Die Fußballligen in Europa müssen ihre Spielpläne umwerfen, die Champions League muss verschoben werden und und und. Das sind die wahren Probleme mit dieser Terminverlegung – und nicht, ob den verwöhnten Deutschen auf der Fanmeile eventuell das Bier einfriert. Oder sind wir so ein Pussivolk?

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RTZapper

Newtopia

Mittwoch, den 25. Februar 2015
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DI 24.02.2015 | 19.00 Uhr | Sat.1

Hach ja, kaum sind ein paar Tage in der Einöde von Zeesen vergangen, schon liegt Lenny in den Armen eines fremden Mannes und flennt. Er heult, weil er nun schon soo lange von seiner Freundin getrennt ist. So schnell geht das mit der Sehnsucht, und bei Sat.1 freuen sie sich vermutlich über diese Emotionen.
Tag 2 von 365. Im Sat.1-Vorabendprogramm ist am Montagabend die Doku-Daily-Soap “Newtopia” auf Sendung gegangen. 15 Leute müssen ein Jahr lang in einer künstlichen Sieldung leben. Sie liegt in Zeesen, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen bei Berlin.

Ob es wirklich spannend ist, 15 Leuten beim Dahinleben zuzuschauen, muss sich noch zeigen. Schon am Dienstag ging es jedenfalls mit der Spannung rapide bergab. Da sind also irgendwelche 15 leute, die irgendwas machen. Immerhin gab’s die ersten Zickereien, den ersten Nacktbader, einen blanken Hintern und ganz viel Blabla. Und Lennys Tränen. In der Sendung am Mittwoch steigt er aus, wie bereits zu lesen war.

Es dürfen schon mal Wetten abgeschlossen werden: Wie lange läuft “Newtopia”? Der Start am Montag war quotenmäßig recht gut, aber das muss noch nichts heißen. Wirklich interessant ist dieses angebliches TV-Experiment noch nicht. Absichtlich verzchten die Macher auf spezielle Wettbewerbe, sie lassen die Leute einfach machen – in der Hoffnung, dass sie was machen. Aber Leuten dabei zuzusehen, wie sie irgendwo Getränke bestellen oder irgendwelche Beschlüsse (nicht) fassen – da gibt es wirklich Interessanteres.

Lenny hat’s vermutlich als erster kapiert. Er darf wieder mit seiner Liebsten kuscheln, und vielleicht läuft ja gerade “Newtopia” im Fernsehen, und die beiden müssen lachen, weil sie den Wahnsinn hinter sich gelassen haben.

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RTelenovela

Wegbegleiter (1): Geko

Mittwoch, den 25. Februar 2015
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-> Einleitung

Zum Start in diese Reihe stelle ich euch meinen ältesten und treuen Wegbegleiter vor.
Er ist etwa 30 Zentimeter groß, weiß-grau-gelb-schwarz, er hat Knopfaugen, ein kleines Wollnäschen und einen roten Minimund. Sein Plüschfell ist nicht mehr ganz so flauschig wie früher – aber es geht ihm immer noch gut.
Er heißt Geko und ist ein Hase. Mein Kuscheltier. Er müsste fast 35 Jahre alt sein.

Kennengelernt haben wir uns in der Kaufhalle im Oranienburger Neubaugebiet. Sie stand dort, wo heute der Skaterpark ist. Wie meine Mutter erzählt hat, habe ich ihn gesehen und wollte ihn sofort haben. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich nannte ihn Geko – ein Fantasiename, wie ihn sich Kinder mit vermutlich etwa 2 Jahren ausdenken.
Von nun an waren wir unzertrennlich. Er ging mit mir ins Bett, er fuhr mit mir in den Urlaub, war mit mir unzählige Male in Baabe auf Rügen. Ohne ihn ging gar nichts.

Ich wurde älter und erwachsen. Geko blieb. Zu Hause hat er immer noch einen prominenten Platz, befindet sich immer in meinem Blickfeld. Und immer zu Ostern darf er auch für meine Ostergrüße auf Facebook ins Licht der Öffenlichkeit.

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RT liest

Kim Frank: 27

Mittwoch, den 25. Februar 2015

Jimi Hendrix: gestorben mit 27. Brian Jones: gestorben mit 27. Janis Joplin: gestorben mit 27. Jim Morrison: gestorben mit 27. Vier von vielen Stars.
Und Mika? Stirbt er auch mit 27?
Für Mika ist das ein echtes Lebensthema. So ziemlich alle Zahlen, denen er begegnet, versucht er, mit der 27 in Verbindung zu bringen. Ihm ist völlig klar: Er stirbt auch mit 27.
Sein Leben scheint ziemlich langweilig zu sein, er lebt so dahin, futtert, wichst, schläft.
Der Zufall und ein Praktikum will es, dass Mika beginnt, für eine Band zu arbeiten. Als einer der Musiker sein Tagebuch entdeckt und das Potenzial der Texte entdeckt – und dann auch noch rauskommt, dass Mika singen kann, da beginnt für ihn ein neues Leben.
Aufstieg. Absturz. Und dann wird er 27.

Als Kim Frank seinen ersten Roman schrieb, war er 27.
Und er lebt immer noch. Herzlichen Glückwunsch.
Auch Kim Frank war mal ein Popstar, mit seiner Band Echt feierte er riesige Erfolge, auch eine Solo-CD gab er heraus. Sein Held Mika im Buch versumpft im Drogen- und Sexrausch. Ob Kim Frank so etwas – zumindest in der Intensität – auch erlebt hat, erscheint eher unwahrscheinlich (aber wer weiß?!). Dass in seinem Roman das Leben als Popstar eingeflossen ist, dessen kann man sich relativ sicher sein.
“27” macht zwar durchaus Spaß zu lesen, liest sich auch flott, hat gerade im ersten Drittel tolle Momente – besonders innovativ ist er jedoch nicht. Das Praktikum, die plötzliche Sängerkarriere, der Ruhm, der Abstieg – das ist eigentlich ein Klischee nach dem anderen. Das ist dann doch ein wenig schade.

Kim Frank: 27
ro ro ro, 253 Seiten
7/10

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RTelenovela

10:8 in der Oscar-Nacht

Dienstag, den 24. Februar 2015
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2014 -> 4.3.2014

Sieg! Zum ersten Mal! Noch nie habe ich ein Oscar-Tippspiel gewonnen, immer musste ich mich geschlagen geben, 2014 stand es am Ende immerhin unentschieden.
Es war in diesem Jahr aber auch schwierig. 2014 stand es am Ende 14:14, in diesem Jahr gab es nicht so viele Punkte, ich siegte 10:8.

Für mich völlig unverständlich hat aber “Interstellar” nicht so abgeräumt, wie ich mir das für meinen persönlichen Kinohit 2014 gewünscht hätte.
Ganz am Ende, als der Preis für den besten Film vergeben worden ist, stand es 9:8, und wir beide tippten unterschiedliche Filme. Ein Unentschieden war also noch drin. Ich tippte allerdings auf “Birdman” – nicht weil das mein Favorit war. Ich hätte den nicht nur Nummer 1 gewählt. Da er aber schon den Regie-Oscar gewann und es im Film um Schauspieler geht, konnte das nur der Sieger sein.

Meine Siegesfeier folgt allerdings … ähm, demnächst.

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RTZapper

Oscar 2015

Dienstag, den 24. Februar 2015

SO 22.02.2015 | 2.30 Uhr (Mo.) | ProSieben

Neil Patrick Harris war gerade mal mit seiner Eröffnungsnummer fertig, da legte ProSieben auch schon die erste Oscar-Pause ein. Standbild und Pling-Plang-Musik. Sieben Minuten lang, dazu eine Einblendung, dass es bald weitergehe.
Nun kommuniziert ProSieben allerdings nicht mit den Zuschauern, die ProSieben schauen, sondern sie twittern. Auf Twitter hieß es, man arbeite daran. Und danach ließ ProSieben lapidar verkünden: “Leitung abgerauscht”. Ganz doll.
Dass die deutschen Zuschauer in der Zwischenzeit die erste Preisverleihung verpasst haben, ließ die ProSieben-Leute dann auch völlig kalt. Die Bilder wurden weder nachgereicht, noch gab es eine entsprechende Einblendung, und auch die beiden Moderatoren, die erst zehn Minuten zuvor auf Sendung waren, schienen nicht mehr griffbereit gewesen zu sein.
Nicht sehr professionell.

Andererseits war es aber auch der aufregendste Augenblick dieser Oscars 2015, die ansonsten sehr getragen daherkamen. Daran konnte auch Neil Patrick Harris und sein Unterhosenauftritt nichts ändern. Die Kulisse erstaunlich altbacken und seltsam hässlich, die nominierten Filmsongs in den meisten Fällen nichtssagend, die Gewinnerreden grußlastig. Lady Gaga will nicht mehr gaga sein und gab einen getragenen, dramatischen Song zum besten. Dass die Einschaltquoten in den USA eher mau waren, verwundert da kaum. 2014 war wesentlich mehr Pep in der Oscar-Sause.

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RT im Kino

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

Dienstag, den 24. Februar 2015

Für den Schauspieler Riggan Thompson (Michael Keaton) läuft es nicht mehr so gut. Mit einem Engagement in einem Broadway-Theater in New York will er Boden gutmachen.
Doch die Proben laufen nicht optimal. Als der Hauptdarsteller nach einem Unfall ausfällt, wird Mike Shiner (Edward Norton) geholt. Der mischt den Laden ordentlich auf. Keine der proben und keine der Vorpremieren verlaufen wie geplant. Und die Kritikerin einer wichtigen zeitung hat ihren verriss sowieso schon im Kopf.
Droht die große Prermiere zu scheitern?

Für “Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit” gab’s gleich mehrere Oscars, auch für den besten Film des Jahres. Ob er das inhaltlich ist, sei dahingestellt. Die Machart aber, die ist bemerkenswert.
Es soll der Eindruck von langen One-Take-Szenen entstehen, es gibt kaum Schnitte. Dafür verfolgt die Kamera die Protagonisten von einem Raum zum nächsten, von einem Dialoge zum anderen. Ein langer Fluss, in dem sich der Zuschauer da scheinbar befindet.
Das ist ein einerseits reizvoll, andererseits aber auch recht lähmend, weil sich dadurch die Handlung doch recht verlangsamt. Auch wirken die Schauspieler an vielen Stellen wie platziert (was sie ja auch sind). In diesem Film, durch seine Machart, fällt es aber besonders auf, wenn “zufällig” mal wieder jemand ins Bild kommt und wieder verschwindet.
Die Einblicke ins Theaterleben sind durchaus amüsant. Wobei natürlich hier und da übertrieben wird, der Film spielt mit den Genres und pendelt zwischen Komödie und Satire, zwischen Drama und Thriller.
Und doch ist es irgendwie so, dass die Handlung selbst ein wenig dahinplätschert, ja, irgendwie langweilig ist. Die Figuren packen nicht. Es sind einzelne Momente, Szenen, die herausragen, aber sie erheben nicht den ganzen Film.
Ein großes Für und Wider.

Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
USA 2014, Regie: Alejandro González Iñárritu
Fox, 120 Minuten, ab 12
6/10

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