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Das Skizzenbuch ist sein Fotoapparat

Karl-Heinz Schenk aus Kremmen war viele Jahre Kunstlehrer, jetzt gibt er Mal- und Kreativkurse

MAZ Oranienburg, 27.1.2015

KREMMEN
In Kremmen kennt ihn fast jeder, der in den vergangenen Jahrzehnten die Goetheschule besucht hat. Karl-Heinz Schenk hat dort Kunst und Deutsch unterrichtet – ganze Generationen von Schülern hat er erlebt. 2002 hat er seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen – der Kunst aber ist er treu geblieben.
Jeden Mittwoch ab 19 Uhr gibt der 74-Jährige in der Mensa der Schule Malkurse. „Meinen Beruf konnte ich nicht mehr ausüben, aber irgendwas wollte ich machen“, erinnert er sich. „Wir stellen in der Mensa die Tische zusammen, und dann geht’s los“, sagt er. Vorbeikommen können alle, die in Sachen Malkunst bei null anfangen, aber auch die, die schon weiter sind. „Die Motive kann sich jeder selbst aussuchen.“ Gemalt werden Aquarelle oder Bilder in Acryl. Schenk geht während des Kurses von Teilnehmer zu Teilnehmer und gibt Tipps.

Wer sich in seinem Haus umsieht, der wird viele Bilder entdecken, die Karl-Heinz Schenk selbst gemalt hat. Sein Skizzenbuch hat er eigentlich immer dabei, wenn er unterwegs ist. „Ich war mal in der Türkei unterwegs. Die Sonne ging unter, und man konnte nicht sehen, wo hört das Wasser auf, wo fängt der Himmel an.“ Das ist dann ein Motiv, das er unbedingt auf künstlerische Weise festhalten möchte. Nicht aber mit dem Fotoapparat. „Mein Skizzenbuch ist mein Fotoapparat“, sagt Karl-Heinz Schenk und schmunzelt. Sein Buch ist, wenn man es durchblättert, voller Zeichnungen. Nicht aus allen werden dann „richtige“ Bilder. „Wie ich gerade Lust habe, entsteht mehr daraus.“

In Kremmen und Umgebung gibt er nicht nur Malkurse. Er arbeitet auch mit den Grundschülern in Beetz zusammen, gibt dort Kreativkurse, und auch an der Sommerfelder Rehaklinik ist er regelmäßig, um mit den Patienten zu arbeiten. Schenk malt aber nicht nur. Bei ihm zu Hause stehen auch Leuchter, die er gefertigt hat. Figuren aus Pappmaché.

Geboren wurde Karl-Heinz Schenk in Berlin-Charlottenburg, aufgewachsen ist er im Potsdamer Holländerviertel. Ursprünglich hat er den Malerberuf erlernt, später an der Hochschule für bildende angewandte Kunst in Erfurt studiert. Danach kam er als Lehrer nach Kremmen.
Die Kunst lässt ihn auch jetzt im Rentenalter nicht los. „Ich bin immer noch eifrig am Ball“, sagt der Kremmener. „Die Kurse zu geben macht mir Spaß. Wenn ich sehe, was die Teilnehmer machen, und sie haben ein Erfolgserlebnis, dann ist das auch für mich sehr schön.“

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