Tagesarchiv für 17. Januar 2015

RTelenovela

Probeyoga: Zwischen Atemnot und Entspannung

Samstag, den 17. Januar 2015
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Entspannen. Ich muss mich entspannen. Und einatmen. Ich darf das Einatmen nicht vergessen. Auch Ausatmen. Bis zum Anschlag, bis ich leer bin. Der Rücken drückt, irgendwie bekomme ich zu wenig Luft.
Klingt nach einer Tortur, nach einer Bestrafungsmaßnahme? Nein, das ist Yoga.
In Kremmen habe ich an einer Probestunde mit speziellen Yogastellungen zur Senkung des Blutdrucks teilgenommen. Innerhalb von gut 50 Minuten bekommt man fünf verschiedene Stellzngen gezeigt, von denen man nach einer Übungsphase die meisten (na ja, eigentlich alle) auch zu Hause erledigen kann.
Macht man das Ganze zweimal pro Woche je 20 Minuten oder auch einmal pro Woche 40 Minuten lang, soll es tatsächlich helfen, den Blutdruck zu senken, den Puls zu verlangsamen – aber ersetzt bei Bedarf natürlich keine Tabletten.

Im Grunde genommen geht es um spezielle Muskeldehnungen, um den Brustkorb freizubekommen und zu entlasten, es sind durchaus ungewohnte Dehnungen und Öffnungen. und überhaupt, um runterzukommen, abzuschalten und zu entspannen.

Übung 1: Man legt sich auf eine Matte. Unter die Schulter und unter den Kopf kommen je ein Klotz. Das soll den Brustkorb öffnen, die Herzmuskeln aktivieren, dem Herz Platz machen.
Erst mal ist es aber anstrengend, ich schwitze. Die Trainerin kommt und drückt mir die Schultern runter. Mein Kopf dröhnt, ich spüre noch keine Entspannung.
Eventuelle Gedanken sollen wir registrieren, aber schnell verscheuchen. Gar nicht so einfach.
Was muss ich eigentlich danach noch im Büro erledigen? Und muss ich noch auch noch Fotos von diesem Probetraining machen?
Gedanken verscheuchen. Einatmen. Ausatmen. Die Schulter beim Ausatmen mehr und mehr entspannen, das gewicht auf den klotz verlangern.
Und nach rechts abrollen. Uijuijui.

Übung 2: Auf der Matte liegt eine schmale Reihe Klötze. Ich lege mich drauf, die Klötze reichen bis kurz unter die Schulter, die liegt auf dem Boden.
Schulter absenken. Brustkorb öffnen. Die Übung hilft bei Migräne, heißt es. Ich schwitze.
Warum habe ich eigentlich mein Terminbuch im Auto liegengelassen? Sind noch Batterien im Fotoapparat?
Gedanken verscheuchen.
Ich habe die falschen klamotten an. Mein Shirt schnürt mir ein bisschen…
Gedanken verscheuchen!!
Ausatmen. Einatmen. Es fällt mir schwer, einzuatmen. Erst nach einigen Minuten beginnt eine gewisse Entspannung. Ich habe die Augen geschlossen, immer wieder erinnere ich kich daran, den Druck aus den Schultern zu nehmen. Entspannen!

Übung 3: Ich rücke mit dem Po bis an die Wand, die Beine werden nach oben gestreckt und an die Wand gelehnt.
Einatmen. Ausatmen. Entspannen. Schulter auf den Boden. Die Übung hilft bei Blutdruck-Spitzenwerten, sozusagen als Notfallübung.
Ich spüre nun tatsächlich Entspannung. Mein Schulter liegt auf dem Boden, meine Arme sind schwer.
Was kommt heute eigentlich im Fernsehen? Oder ins Kino? Brauche ich noch was aus dem Supermarkt hier in Kremmen?
Gedanken verscheuchen! Einatmen. Ausatmen.
Abrollen. Ich spüre ein Kribbeln in den Beinen, sie scheinen leicht eingeschlummert zu sein. Das merke ich auch noch bei…

Übung 4: Die Toter-Mann-Stellung. Ich lege lege mich auf eine Mattenrolle, die mir über den Rücken bis kurz vor den Po reicht. Der Kopf ist erhöht.
Anstrengend. Diese Übung ist recht schmerzhaft für mich, ich überlege kurz, abzubrechen. Das Einatmen fällt schwer. Wenn man jedoch die Füße anspannt, die Ferse nach vorn und unten drückt – dann geschieht es: Das Atmen fällt leichter, der Brustkorb ist freier. Erstaunlich, wie An- und Entspannung wirken.

Übung 5: Die Beine werden auf einen Hocker gelegt, der Kopf liegt erhöht auf dem Boden.
Ganz ruhig liege ich da, atme ein, atme aus, atme ein…
fahre ich eigentlich über Sommerfeld oder Schwante zurück, und muss ich noch tanken?
Ausatmen. Ich merke, wie sich mehr und mehr Ruhe ausbreitet. Meine Schultern liegen etspannt, meine Arme sind quasi unbeweglich.
Und abrollen.
Vorbei.

Klar, am Anfang ist Yoga, sind diese Übungen, nicht einfach. Die Yogatrainerin lächelt. Das müsse alles ganz langsam gehen, für den Körper sei das zunächst mal belastend. Die Entspannung kommt mit der Zeit.
Anfänge habe ich auf jeden Fall im Laufe der knappen Stunde gespürt. Um wirkliche Fortschritte zu machen, muss man das aber regelmäßiger praktizieren. erst in der Gruppe, später auch alleine zu Hause.

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