Tagesarchiv für 12. Januar 2015

RTelenovela

E10+2

Montag, den 12. Januar 2015
Tags: , ,

Im Moment sind wir alle total euphorisch, dass das Tanken so billig ist. Mein Rekord bisher in dieser Saison: 1,189 Euro an einer der Tankstellen an der Prenzlauer Promenade in Berlin-Pankow.
Neuerdings aber ist etwas anders auf den Preistafeln, und ich habe bisher dazu keinerlei Berichte gelesen.

Still und heimlich ist der “Super E10″-Sprit teurer geworden. Lagen zwischen den Preisen von E10, Super und Super Plus jeweils vier Cent, sind es im Vergleich zwischen E10 und Super nun nur noch zwei Cent. Der Unterschied zu Super Plus hat sich nicht geändert, er liegt immer noch bei vier Cent.
Ist das den Medien bisher entgangen? Was hat diese Anpassung zu bedeuten? Und wie lange wird es E10 überhaupt noch geben – wo doch die Deutschen dem E10-Sprit immer noch misstrauen, weil sie denken, ihr Auto geht davon kaputt. Die Sorte hat sich nie wirklich durchsetzen können, weil irgendeine Lobby gute Angstmach-Arbeit geleistet hat. Ich tanke seit mehr als fünf Jahren E10.

Aber vielleicht gibt es ja irgendwann eine Erklärung. Oder diese neuen Preise sind nur eine vorübergehende Erscheinung. Da aber ausnahmslos alle Tankstellen, an denen ich vorbeigefahren bin, den neuen Zwei-Cent-Unterschied ausweist, gehe ich mal nicht davon aus.

RT im Kino

St. Vincent

Montag, den 12. Januar 2015

Vincent (Bill Murray) ist total genervt. Und um es kurz zu machen: von allem. Auch dass nebenan die alleinerziehende Mutter Maggie (Melissa McCarthy) mit ihrem zwölfjährigen Sohn Oliver (Jaeden Lieberher) einzieht.
Die muss in der Klinik auch noch Überstunden machen, so dass Vincent plötzlich Oliver auf dem Hals hat. Das passt ihr natürlich nicht: Denn Vincent trinkt, er hat wenig Manieren, und er ist knauserig.
Aber ist er das wirklich? Zwischen Vincent und Oliver entwickelt sich nach und nach eine ganz besondere Freundschaft. Und nicht nur Oliver merkt, dass in Vincent viel mehr steckt als das, was man auf dem ersten Blick sieht.

Im Grunde genommen beschäftigt sich der Film von Theodore Melfi damit, warum der Film so heißt, wie er heißt: “St. Vincent”. Im wahrsten Sinne des Wortes ist der Film Bill Murray auf den Leib geschrieben, er war von Anfang an die erste Wahl beim Regisseur. Und tatsächlich macht es großen Spaß, dem grantigen Alten zuzusehen. Aber auch, wie er bald seine anderen Seiten offenbart. Jaeden Lieberher als Oliver als geradezu entzückend. Mit trockenem Humor gibt Oliver dem Alten Kontra, und das spielt der junge Mann grandios – bodenständig und absolut nicht übertrieben.
Natürlich ist die Geschichte nicht neu, aber “St. Vincent” ist dennoch sehr sehenswert: lustig, traurig, nachdenklich, herzerwärmend.

St. Vincent
USA 2014, Regie: Theodore Melfi
Polyband, 103 Minuten, ab 6
8/10

RTZapper

Paris trauert

Montag, den 12. Januar 2015
Tags: , , , ,

SO 11.01.2015 | 15.05 Uhr | Das Erste

Mehr als eine Millionen Menschen in der Pariser Innenstadt. Franzosen, Deutsche, Italiener, Arabier, Türken. Christen, Juden, Moslems. Otto-Normal-Bürger, Politiker.
Es war ein versöhnliches Wochenende nach deprimierenden, schockierenden, traurig und nachdenklich machenden Tagen.

Das Erste übertrug am Sonntagnachmittag unter dem Titel “Paris trauert” mehr als zwei Stunden lang die Trauerdemonstration aus Anlass der Anschläge auf die Satirezeitschrift “Charlie Hebdo” und den jüdischen Supermarkt in Paris.
Viele hunderttausend Menschen gingen auf die Straße, um zu zeigen: “So nicht!” Um zu zeigen, dass die Nation zusammensteht und zusammenhält. Dass sie sich nicht von hasserfüllten Extremisten Angst machen lassen wollen. Deshalb fiel der eigentlich geplante Schweigemarsch auch lauter aus als gedacht, deshalb riefen die Menschen Friedensparolen, hielten “Je suis Charlie”-Schilder hoch, sangen und klatschten.

Gemeinsam mit der Demo am Sonnabend in Dresden, als 35.000 Menschen gegen jeglichen Pegida-Hass auf die Straße gingen, machten diese beiden Tagen wieder Hoffnung, dass das Gute auf der Welt vielleicht doch die Oberhand behält.
Auf jeden Fall waren es zwei gute Tage für die Demokratie.