Tagesarchiv für 2. Januar 2015

RTZapper

Willkommen 2015

Freitag, den 2. Januar 2015
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MI 31.12.2014 | 21.45 Uhr | ZDF

Neujahr in Sydney: ein großes Lichtspektakel. Neujahr in New York: der Times Square New Year’s Eve Ball steigt in der letzten Minuten des alten Jahres herab. Neujahr in Berlin: ähm.

Seit 25 jahren feiert Berlin die große Silvesterparty am Brandenburger Tor, und seit 25 Jahren ist den verantwortlichen kein vernünftiges Countdownritual eingefallen – von einem Null-Uhr-Effekt ganz zu schweigen.
Bei der “Willkommen 2015″-Show im ZDF ist das mal wieder auf bestürzende Weise sichtbar geworden. Das ZDF hat diesmal eine recht gute Show auf die Beine gestellt. Okay, es muss nciht Jedermanns Sache sein, wenn da Tokio Hotel, Roland Kaiser und David Hasselhoff auf der Bühne stehen, aber es muss ja irgendwie jeder bedient werden an diesem Abend. Um so seltsamer ist aber die Scheißegal-Stimmung, die im Fernsehen rüberkommt. Nur wenig Applaus, kaum Party, das Publikum scheint sich um die Show nicht zu scheren. Schade!
Dass das ZDF aber direkt vor Mitternacht mit David Garrett auf Klassik setzte, war ein echter Stimmungskiller. David Hasselhoff durfte sein “Looking for Freedom” dagegen erst weit nach 0 Uhr singen.

Um 23.59 Uhr zeigte sich dann das große Dilemma der Berliner Einfallslosigkeit. Die Moderatoren Andrea Kiewel und Alexander Mazza stammelten irgendwas dahin, und irgendwann, zählten sie ab “10″ runter.
Liebe Organisatoren, kann man sich da nicht mal was Vernünftiges einfallen lassen?
Und nach Mitternacht? Irgendwann geht das Feuerwerk in die Luft, und das ZDF lässt irgendwas mit Ballett auf der Bühne aufführen. Der Gipfel der Konzeptlosigkeit. Beim ZDF war man dann auch völlig überfordert damit, Ballett, Publikum und Feuerwerk zu zeigen.
Wann bekommt Berlin endlich eine Silvester-Tradition? Einen Countdown. Eine feste Musik für Mitternacht? Ein Song, der das Feuerwerk begleitet? Auf der ZDF-Bühne muss in den ersten Minuten eh nichts passieren, interessiert zu diesem Zeitpunkt eh keinen: Die Leute zu Hause schauen grad nicht hin und die vor Ort auch nicht.

Da sich aber in den vergangenen Jahren nichts an dieser Lahmarschigkeit verändert hat, kann man wohl auch nicht in den kommenden Jahren damit rechnen.

RTZapper

Der Wahrheitstalk

Freitag, den 2. Januar 2015
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MI 31.12.2014 | 19.05 Uhr | radioeins

Im Wahrheitstalk am Silvesterabend auf radioeins vom rbb ging es ums Ganze. Die Hörer konnten sich aus 70 Fragen eine aussuchen, um sie dann total ehrlich zu antworten.
Nur Norbert hatte keine Lust darauf, denn er hatte ein ganz anderes, sehr dramatisches Problem, und das wollte er endlich Silvester live on Air loswerden.

Norbert aus Berlin mag nämlich die Moderatorin Marion Brasch. Er liebt ihre Stimme. Er hasst es aber, dass sie so berlinert, und das sollte sie doch bitte mal sein lassen.
So nahm der Wahrheitstalk für Marion Brasch eine interessante Wendung. Sie wollte von Norbert wissen, ob denn auch Moderatoren im Bayerischen Rundfunk nicht auch mal Bayerisch spreche dürfen. Das sei doch was ganz anderes, meinte Norbert, der als Berliner das Berlinerische ganz eklig findet. Weshalb er das Frau Brasch gleich mehrfach mitteilen musste.

Mal ganz abgesehen davon, dass Marion Brasch in ihrer Sprechweise nicht wirklich Berlin-aufällig ist: Manche Menschen haben echt seltsame Probleme.

RTelenovela

Die Stunde Null mit G-Punkt

Freitag, den 2. Januar 2015
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2015 ist da! Eigentlich war unser Plan, das neue Jahr direkt vor dem Reichstag in Berlin zu beginnen. Weil aber die große Festmeile auf der Straße des 17. Juni voll und somit gesperrt war, sperrte die Polizei das komplette Regierungsviertel gleich mit. Kein Durchkommen vom Hauptbahnhof in Richtung Reichstag.
Schlimm war das aber nicht. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen direkt am Spreeufer, oben am Geländer – immerhin mit Blick in Richtung Feuerwerk im Tiergarten, und den Reichstag konnten wir zumindest aus der Ferne auch sehen.

Und wir lernten Goran kennen. Er bezweifelte, dass wir seinen Namen behalten, wir könnten ihn auch “G-Punkt” nennen, und er wüsste auch, wo sich denn besagter, gleichnamiger G-Punkt befinde. Aber mir fiel sofort der Tennisspieler Goran Ivanisenic ein, so dass ich den Namen so schnell nicht vergessen konnte. Goran wollte wissen, woher wir denn kommen. Er hat lange in Neukölln gewohnt, jetzt ist er in Lankwitz, da habe er wenigstens seine Ruhe. Seit Jahren wartet er, wie er sagt, darauf endlich einen deutschen Ausweis zu kommen, seine Geburtsurkunde sei abgelaufen – was immer damit gemeint ist. Und so richtig mitbekommen habe ich leider nicht, woher er eigentlich stammt. Nur, dass er in einer deutschen Pflegefamilie großgeworden ist. Er sehe zwar nicht unbedingt wie ein Deutscher aus, sei aber deutscher als so mancher Deutscher. Oder so. Am Spreeufer am Humboldthafen wartete er nun mit seiner Freundin Melly und mit uns auf Mitternacht.

Kurz vor zwölf postierte sich ein Fahrgastschiff genau vor uns auf der Spree, es war voller Menschen, und sie hatten offenbar auch eine Uhr an Bord. Ohne die Schiffsleute hätten wir jedenfalls keinen Countdown gehabt.
Das große Feuerwerk erlebten wir aus der Ferne, wir waren sowieso erst mal damit beschäftigt, uns alle zu umarmen, schließlich hatten wir ja mit Goran und Melly echte Jahreswechselgefährten gefunden. Um uns herum knallte und pfiff es, wir hatten auch ein bisschen was zum Wegschmeißen bei, und so erlebten wir einen echt netten Übergang von 2014 zu 2015.
Am Ende gab es noch eine Abschiedsumarmung. Goran und Melly liefen Richtung Hauptbahnhof, uns führte der Weg in Richtung Friedrichstraße.