Monatsarchiv für Januar 2015

RT im Kino

3 Türken & ein Baby

Samstag, den 31. Januar 2015

Schock für die drei Brüder Celal (Kostja Ullmann), Sami (Kida Khodr Ramadan) und Mesut (Eko Fresh): Der Brautmodeladen, den sie von ihren verstorbenen Eltern in Frankfurt übernommen haben, ist pleite. Sie sollen das Geschäft räumen. Glücklicherweise gibt es ja noch das Gold ihrer Eltern. Unglücklicherweise bringt es dann doch nicht so viel geld ein wie erhofft.
Unterdessen trifft Celal seine Ex-Freundin Anna (Jytte-Merle Böhrnsen) wieder – die nun ein Baby hat. Als Anna kurz danach verunglückt, ist das Baby plötzlich heimatlos, und Celal muss einspringen. Er und seine Brüder kümmern sich nun um das Kind und müssen sich Gedanken über ihre Zukunft machen.

Es ist keine hohe Kunst, die man von der Komödie “3 Türken & ein Baby” zu erwarten braucht. Seit der französischen Komödie “Drei Männer und ein Baby” Mitte der 80er ist die Story auch nicht neu.
Längst nicht jeder Gag funktioniert, an einigen Stellen wirkt der Film recht plump, und irgendwie nimmt man Kostja Ullmann den Türken nicht so wirklich ab. An anderen Stellen wirkt das Geschehen schlicht sehr unwahrscheinlich. Dass ein Baby am Unfallort von Notfallhelfern schlicht vergessen wird, darf man anzweifeln. Auch, dass es die Leute in der Klinik nicht interessiert, was mit dem Kind passiert und es irgendeinem Fremden überlassen.
Aber egal. Ist ja Kino.
Übrig bleibt eine harmlose Komödie, einige nette Lacher, ein Baby zum Liebhaben und eine Nacktperformance von Kostja Ullmann.

3 Türken & ein Baby
D 2014, Regie: Sinan Akkus
Centralfilm, 100 Minuten, ab 12
6/10

RTelenovela

Wo hört die Autobahn auf?

Samstag, den 31. Januar 2015
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Im Schneetreiben Auto zu fahren ist nicht unbedingt die schönste Beschäftigung. Wenig Sicht, wenig Straße, viel Schnee. Und überhaupt: Wo hört eigentlich die Autobahn auf? Ohne Fahrspuren und mit eingeschneiten Leitplanken kann man das eher schlecht einschätzen. Jnd das dann auch noch bei 0 bis 0,5 Grad, also irgendwie auf dem Boden gefrierend.
Es muss auch noch anderen so gehen wie mir. Das kann man sehr schön anhand der Fahrspuren auf der Straße sehen. In Höhe der Ausfahrt Hennigsdorf/Velten bei Hohenschöpping näherte sich eine Reifenspur bedrohlich der Warnbarke in der Mitte der Ausfahrt. Der Fahrer muss in letzter Sekunde die Kurve bekommen haben.

Bei dem Schneefall gibt man dann auch gern mal 2 Euro für das Parkhaus an den Berliner Borsighallen aus – wenigstens muss man nach dem Kino nicht erst das Auto freischippen.

RT im Kino

Da muss Mann durch

Samstag, den 31. Januar 2015

(1) -> 21.10.2012

Da muss Mann durch! Das scheint nicht nur inhaltlich zu gelten, sondern auch für den Film an sich. Als Regisseur wird Thomas Lee angegeben, ein Pseudonym. Vermutlich hält Marc Rothemund scheinen Film für so peinlich, dass er im Vor- und Abspann lieber nicht genannt werden will. Der Starttermin ist zigmal verschoben werden. Ein großer Flop?
Seltsam. Denn schlecht ist der Film nun wirklich nicht.

Paul (Wotan Wilke Möhring) ist Single. Immer noch. Aber so richtig überzeugt vom Singledasein ist er – im Gegensatz zum 1. Teil – nicht mehr. Es muss doch irgendwo eine Frau geben, die zu ihm passt. Als er für seinen Verlag nach Mallorca reisen muss, lernt er auf dem Flughafen seine Traumfrau kennen: Allerdings ist Lena (Julia Jentsch) schon vergeben. Doch Paul schafft es, sie davon zu überzeugen, dass es mit Patrick (Stephan Luca) nichts wird.
Lena kommt aus sehr reichem Hause, ihre Eltern sind dazu noch Pauls Arbeitgeber. Als Lena schwanger wird und klar ist, dass das baby noch aus der zeit mit Patrick stammt, kommt es zu Verwicklungen. Denn Patrick will Lena nicht gehen lassen.

Mann tut, was Mann kann, so hieß Teil 1 dieser kleinen Filmreihe – jetzt folgt “Da muss Mann durch”. Im Grunde sind die Titel austauschbar und fast schon wurscht.
Diesmal geht es um das Klischee einer steinreichen Familie und um den auch nicht ganz unbekannten Hahnenkampf zweier konkurrierender Männer im Buhlen um eine Frau.
Das ist manchmal ein bisschen platt und tut dann auch weh – aber im Großen und Ganzen ist der Film dann doch unterhaltsam. Zumal auch Jan-Josef Liefers, Oliver Korittke und Fahri Yardim wieder als Pauls Freunde mit dabei sind. Sie sorgen für weitere schöne Momente über Männerfreundschaften.
Ich habe keine Ahnung, warum Marc Rothemund den Film so grauenvoll findet, dass er seinen Namen als Regisseur streichen ließ. Es gibt wahrlich schlechtere Filme. Eigentlich finde ich die Namensstreichung sehr viel peinlicher.

Da muss Mann durch
D 2013, Regie: Thomas Lee (Marc Rothemund)
Warner, 90 Minuten, ab 0
6/10

RTelenovela

Stress am Steuer

Freitag, den 30. Januar 2015
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Manchmal kommen Telefonate auch wirklich am allerungünstigsten Augenblick. Neulich habe ich das vor dem Oranienburger Bahnhof beobachtet. Der Fahrer eines Autos war mit seinem Handygespräch sichtlich überfordert. In dem Augenblick, als er losfahren wollte, hätte er fast einem anderen die Vorfahrt genommen. Nach einer Reaktionszeit von gefühlten zehn Sekunden, hupte der Telefonmann, vielleicht wollte er eigentlich blinken, hatte aber keine dritte Hand frei. Machte auf jeden Fall keinen Sinn. Es sei denn, das Hupen sollte bedeuten: “Achtung, bin mit Telefonieren beschäftigt.”
Unterdessen hatte sich jemand links neben ihn gestellt, weil der links abbiegen wollende Telefonmann auch noch in der falschen Fahrspur stand. Als er dann endlich Gas geben wollte, hatte er leider keine freie Hand zum Schalten. Der Motor dankte es ihm. Das alles führte allerdings nicht dazu, dass der Mann sein Handy weglegte. Warum auch?

Ganz anderen Stress scheint eine Frau am Steuer eines Autos in der Bernauer Straße gehabt zu haben. In der Parklücke stehend, hupte sie. Und noch mal. Und noch mal länger und fordernder. Aber was war eigentlich ihr Problem? Fühlte sie sich eingeparkt? Dabei war vor und hinter ihr noch genügend Platz. Das Hupen animierte eine Passantin sogar, nachzufragen, was denn los sei. Sie wurde weggesschickt. Die Huperei war wohl doch nicht so wichtig. Wat’n Stress am Steuer!

aRTikel

Kutschenscheune ist jetzt ein Ort der Stille

Donnerstag, den 29. Januar 2015
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Edith von Thüngen hat die Remise in Groß-Ziethen umbauen lassen

MAZ Oranienburg, 29.1.2015

GROSS-ZIETHEN
Stille. Aber irgendwie anders, tiefer gehend. Genau diese andere, besondere Stille soll der große Raum auch erzeugen. Er befindet sich im Refugium auf dem Groß-Ziethener Gutshof, direkt neben dem Schloss. Die alte Remise ist 2013 und 2014 umgebaut worden. Vorher befand sich darin eine Kutschenscheune. Die ist jetzt Vergangenheit, nun ist das Haus ein Ort der Einkehr, der Ruhe.

Nachdem Edith von Thüngen die Schlossgeschäfte nebenan an ihren Sohn Rafael abgegeben hatte, war sie zunächst nach Potsdam gezogen. Nun aber lebt sie wieder in Groß-Ziethen. „Das Dorf ist für mich zur Heimat geworden“, sagt sie. Sie fühle sich in der Region sehr verwurzelt. Seit 1993 ist sie in Groß-Ziehen aktiv, das Schloss ist heute eine feste Größe. „Wenn man etwas aufbaut mit den Menschen hier, das verbindet, und wir haben uns sehr schnell sehr wohl gefühlt.“
So engagiert sie sich beispielsweise in Lehnitz auch in den Bemühungen, Flüchtlinge zu integrieren. „Ich hoffe, dass ich da was beitragen kann.“

Und auch in Groß-Ziethen selbst wollte sie etwas Neues auf die Beine stellen. „Ich habe überlegt, was ich hier machen könnte.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sie ließ das alte, schon ziemlich verfallene Herrenhaus umbauen. Das hat etwa ein Jahr gedauert, das Konzept der Inneneinrichtung und Raumaufteilung stammt von ihr selbst. Das Refugium ist ein echtes Schmuckstück geworden. In der unteren Etage hat sich Edith von Thüngen ihre Wohnung eingerichtet. Die obere Etage soll ein Ort für neues und vernetztes Denken werden, ein Ort der Ruhe, der Erholung.
„Ich wollte etwas schaffen, was mir wirklich wichtig für die Menschen erscheint“, sagt sie. Immer öfter erlebe sie, dass die Leute vollkommen erschöpft seien von ihrem Berufsleben und dem, was der Alltag bringt. „Ich habe selbst oft mitbekommen, wie die Menschen an die Grenzen gehen. Es sind gerade die Fähigen, die viel leisten, und die Anforderungen im Job sind oft enorm.“ Burnout lautet das Stichwort, aber so weit dürfe es nicht kommen, findet Edith von Thüngen. Dem müsse man vorbeugen.
Angeboten werden Seminare, Lesungen und Vorträge. In den Seminaren geht es darum, neue Kraft zu schöpfen. Durch Schweigen, durch Meditation. „Das ist keine Esoterik“, stellt Edith von Thüngen klar. Sie hat sich zwei Expertinnen an die Seite geholt. Die Zen-Lehrerin Dagmar Fleischmann und die Diplompsychologin Gabriele von Bülow geben die jeweiligen Kurse, die von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag dauern. Beide Wege sind religionsunabhängig, es gehe vielmehr um Gruppendynamik, um das Verbinden mit den eigenen Quellen, um geführte Stille. Der Mensch solle mit sich selbst wieder in Kontakt kommen und die Dinge neu ordnen können. „Es kommen ganz verschiedene Menschen“, sagt Edith von Thüngen. Junge Ehepaare, ältere Berufstätige. Sie kommen, um runterzukommen, um zu entschleunigen, die vielen Gedanken zu verscheuchen. Die Stille des Hauses und der Umgebung sei dafür perfekt.

RTZapper

Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!: Walter ist raus

Donnerstag, den 29. Januar 2015
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MI 28.01.2015 | 22.15 Uhr | RTL

BREAKING NEWS!
Redakteure des RTL-Dschungelcamps erleiden Nervenkollaps!
Zuschauer wählen einzigen noch aktiven Camper raus!

Da ging aber ein Ruck durchs australische Dschungelcamp – und durch Fernsehdeutschland. Walter Freiwald musste das Camp verlassen, er hatte am Mittwoch die wenigsten Anrufer.
Nun kann man ja von Walter halten, was man will, aber im Langweilercamp 2015 sorgte er wenigstens noch für ein bisschen Pep – auch wenn ich ihm den Königstitel nicht zwingend gegönnt hätte. Manchmal wundert man sich ja schon über das Fernsehvolk. Vielleicht steht es ja auf Langeweile.

Und nun? Denn ab jetzt herrscht wohl völlig tote Hose im Camp. Schnarchnase Aurelio schläfert uns weiter ein, und die anderen, ähm, ja, die auch. Jörn guckt weiter rum, Tanja erzählt noch ein bisschen von ihren Titten, Rolfe richtet seine Brille, und Maren hat auch keinen zum Anmeckern mehr.

Also Leute, wenn schon, denn schon! Wählt doch bitte am Donnerstag auch Maren Gilzer raus, dann kann RTL das Camp der Ödnis gleich ganz zumachen! Ein Trauerspiel!
Und die Wiedersehensshow am Sonntag muss wohl mangels spannender Highlights auf 15 Minuten gekürzt werden.

RTZapper

Tagesthemen: Schlussstrich unter Auschwitz?

Donnerstag, den 29. Januar 2015
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DI 27.01.2015 | 22.15 Uhr | Das Erste

70 Jahre ist es her, dass das KZ Auschwitz befreit worden ist. Aus diesem Anlass spielt momentan der damalige Wahnsinn wieder eine besondere Rolle in unserem täglichen Leben. Wieder werden auf unsere Geschichte aufmerksam gemacht. Wie Menschen gequält, gefoltert, abgeschlachtet, vergast werden sind. Auch reinem Rassenhass. Aus reiner perfider Idiotie.
In Auschwitz kamen die damaligen Überlebenden zusammen. Sie sind inzwischen hochbetagt, sehr alt, und viele von ihnen werden das letzte Mal zu diesem traurigen Jubiläum an die Stätte des Grauens gereist sein.

NDR-Frau Anja Reschke sorgte am Dienstagabend in ihrem “Tagesthemen”-Kommentar im Ersten für Aufsehen, obwohl sie etwas vollkommen Selbstverständliches gesagt hat: Wir können keinen Schlussstrich ziehen unter Auschwitz, unter unsere Geschichte. Da, im ehemaligen KZ, sitzen Menschen, die das Grauen damals erlebt und überlebt haben, und da kommen ernsthaft irgendwelche dahergelaufenden Leute, die sagen, man solle einen Schlussstrich ziehen?
Anja Reschke hat das gut und richtig auf den Punkt gebracht. Dabei geht es, und viele wollen oder können das nicht kapieren, nicht darum, ob man selbst und ganz persönlich Schuld hat am Holocaust. Aber jeder von uns hat eine Verantwortung: nämlich die, angesichts unserer Geschichte, zu verhindern, dass so etwas wieder passiert. Dass wieder Ausländerhass die Oberhand bekommt. Dass wieder Leute an die Macht kommen, die voller Irrsinn im Kopf sind. Ohne das Gedenken an damals gibt es kein Heute. Wer ausschließlich das Heute sieht oder sehen will, beschränkt sich, macht es sich bequem.

Für Reschkes Kommentar gab es viel Lob – aber auch Hasstiraden. Bis dahin zu der Aufforderung, die Journalistin möge sich doch erhängen. Was für kleine Lichter doch solche Leute mit diesen Gedanken sind.