Tagesarchiv für 30. Dezember 2014

RT im Kino

Die Entdeckung der Unendlichkeit

Dienstag, den 30. Dezember 2014

Stephen Hawking (Eddie Redmayne) ist 21, als ihm der Arzt sagt, dass er vermutlich noch zwei Jahre zu leben hat. Nun wissen wir ja, dass daraus sehr, sehr viel mehr geworden ist, der geniale Physiker ist immer noch am Leben, wenn auch schwer behindert.
Er leidet an Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), wobei diese Abkürzung im Film nicht fällt. Allen beteiligten ist klar, dass es ein harter Weg wird und dass ein Kampf dagegen kaum möglich sei. Ist er aber doch, seine Frau Jane (Felicity Jones) bleibt immer an seiner Seite, auch als er im Rollstuhl sitzt. Auch als er nach einer OP wegen einer Lungenentzündung nicht mehr sprechen kann.
Was Hawking aber geblieben ist, ist sein Denkvermögen. Schon als Student hat er sich mit der Zeit, mit der Endlichkeit und der Unendlichkeit beschäftigt – und macht das auch weiterhin.

“Die Entdeckung der Unendlichkeit” bringt dem Zuschauer Stephen Hawking näher. Sein Kampf gegen die Krankheit. Oder viel mehr der Kampf, mit den Gegebenheiten klarzukommen. Eddie Redmayne spielt das hervorragend.
Allerdings hat man in der zweiten Hälfte ein wenig das Gefühl, dass seine Physiküberlegungen ein wenig zu kurz kommen. Dass er auch weiter geniehaft arbeitete, geht ein bisschen unter in den Erzählungen über seine Ehe und seine Krankheit. Auch muss seine Frau Jane innerlich sehr viel mehr gelitten haben, als wir das im Film zu sehen bekommen.
Nichtsdestotrotz ist “Die Entdeckung der Unendlichkeit” ein sehr sehenswerter Film. Wem Stephen Hawking bisher nur über seine Auftritte bekannt war, der wird ihn in dieser Filmbiographie näher kennenlernen.

Die Entdeckung der Unendlichkeit
GB 2014, Regie: James Marsh
Universal, 123 Minuten, ab 0
8/10

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RTZapper

Oberhavel TV: Ein Hängerchen

Dienstag, den 30. Dezember 2014
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MO 29.12.2014 | 19.40 Uhr | Oberhavel TV

Oberhavel TV hat mal wieder ein Hängerchen, und das regelmäßig alle halbe Stunde. Es trifft immer wieder den Oranienburger Judo-Club Samura, bei dem der Bericht leider hängen bleibt.
Und diesmal ist auch nicht der Kabelnetzbetreiber schuld. Als Oberhavel TV gefühlte zwei Wochen nicht zu sehen war und “Kabel Deutschland” nur eine Tafel anzeigte, dass der Programmbetreiber kein Signal zur Verfügung stelle, sei in Wirklichkeit Kabel Deutschland selbst schuld gewesen, so die Oberhavel-TV-Moderatorin. Man solle doch bitte beim Kabelnetzbetreiber anrufen und nicht bei Oberhavel TV.

Für das aktuelle Hängerchen kann aber auch Kabel Deutschland nichts. Kurz hatte ich einen anderen schlimmen Verdacht.
Erst blieb nämlich das Bild beim Judobericht stehen (bzw. immer noch alle halbe Stunde), der Ton knackte rhythmisch, der Reporter wiederholte einen Satzfetzen immer und immer wieder.
Plötzlich wurde das Bild orange, der Schriftzug RT erschien.
RT? Hab ich was damit zu tun? RT Zapper? Nein, definitiv nicht.
RT? RT Deutsch? Der russische Nachrichtensender? Die Propagandamaschine? Hat die etwa bei Oberhavel TV eingegriffen? Hat Putin den Aus-Knopf gedrückt?
Nein, nein! Aus “RT” wurde dann aber doch noch “SPORT”, und ich habe aufgeatmet.

Und vielleicht wird ja der Judobericht irgendwann nachgeholt. Wenn nicht wieder irgendjemand anders schuld war und das Ding auf keinen Fall wiederholbar ist.

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RTZapper

Das Wort zum Sonntag: Auf die Knie!

Dienstag, den 30. Dezember 2014
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SA 27.12.2014 | 0.05 Uhr (So.) | Das Erste

Philine ist gerade mal sieben Monate alt und schon ein Fernsehstar. Beim “Wort zum Sonntag” im Ersten lag sie im Arm von Pfarrer Stefan Claaß.
Sie hat ein paar Mal gequängelt, aber sie war tapfer. Sie hat nicht geweint, scheinbar auch nicht gepullert und auch nicht gespuckt oder gebrochen. Ein braves Mädchen. Dabei wäre doch dieser Fernsehauftritt so richtig spektakulär geworden, wenn Philine mal so richtig vom Leder gezogen hätte. Sie hätte ein Youtube-Star werden können, sie wäre der jüngste Gast bei “TV total” gewesen, wenn sie den Stinkefinger gezeigt oder die Zunge rausgestreckt hätte. Aber nein, die Kleine zog es vor, brav zu bleiben.

Anhand des Kindes erklärte der Pfarrer das Wunder der Weihnacht, und davon wie Gott auf die Knie gegangen ist. Letzteres muss ich mir wohl noch mal genauer durchlesen, denn schließlich ist knien doch eher ungemütlich, wo doch Gott auch stehend amit uns auf Augenhöhe sein könnte.
Und vielleicht ist beim “Wort zum Sonntag” zu Weihnachten 2015 ja mal das eine oder andere Schaf zu Gast. Oder ein Hirte. Oder Philine, dann ist sie anderthalb und kann sich doch noch ein paar Special-Effects ausdenken.

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RT im Kino

Honig im Kopf

Dienstag, den 30. Dezember 2014
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Alzheimer. Opa Amandus (Dieter Hallervorden) hat nur noch Honig im Kopf, sagt er. Er vergisst, was gestern war. Er vergisst, was heute ist. Aber wenn er Glück hat, fällt ihm wieder ein, was vorgestern war.
Sein Sohn Niko (Til Schweiger) will zunächst nicht wahrhaben, dass sein Vater krank ist, dass er nicht mehr allein leben kann. Aber Amandus verlegt Sachen, verwechselt Orte und Personen, vergisst, was er zu erledigen hat. Niko beschließt, seinen Vater bei ihm aufzunehmen, muss aber bald feststellen: Es reicht nicht. Man braucht Zeit, viel Zeit, um einen Alzheimerkranken unter Kontrolle zu halten. Als sich Niko um einen heimplatz kümmert, beschließt Tochter Tilda (Emma Schweiger), mit ihrem Opa abzuhauen. Es beginnt ein echter Roadtrip.

Ein Hoch auf die Familie, möchte man rufen. Ein Hoch auf den Mut, auf die Zivilcourage. In vieler Hinsicht ist Til Schweigers neuer Film “Honig im Kopf” bemerkenswert. Er erzählt eine sehr rührende, aber auch Mut machende Geschichte. Davon, dass man sich zusammenraufen muss. Dass man überlegen muss, wie weit man gehen kann, wo die eigenen Grenzen liegen und was Liebe rechtfertigt und was nicht mehr. Wie man mit Kranken umgeht. Es geht um Respekt, um Liebe, um Aufopferung, aber auch um Spaß und Lebensfreude.
Emma Schweiger spielt ein atemberaubend mutiges Mädchen, dass den Kampf gegen Opas Krankheit spielerisch leicht aufnimmt. Dieter Hallervorden ist einmal mehr in einer ernsten, starken Rolle zu sehen, die aber auch viel Komik zulässt – Tragikomik.
Für einige Zuschauer ist das wahrscheinlich ein bisschen schwierig, denn die allermeisten lustig wirkenden Szenen sind in Wirklichkeit tieftraurig. Man lacht unter Tränen, und es sind keine Lachtränen.
Bemerkenswert ist übrigens auch der Einsatz von Samuel Koch, der einen Bahnticketverkäufer spielt. Koch, der im Dezember 2010 durch seinen schweren Unfall bei “Wetten, dass…?” im Gedächtnis geblieben ist, hat in “Honig im Kopf” eine kleine, aber feine Rolle. Im Film ist von seiner körperlichen Beeinträchtigung im wahren Leben nichts zu merken, sie spielt im Film keine Rolle, ist da nicht existent. Großartig!
Dass “Honig im Kopf” mit weit mehr als zwei Stunden dann doch etwas arg lang geraten ist, dass einige Szenen durch verwirrend schnelle Schnittfolgen auffallen – fast vernachlässigbar. Am Ende bleibt ein ssehr sehenswerter Film.

Honig im Kopf
D 2014, Regie: Til Schweiger
Warner, 139 Minuten, ab 6
9/10

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