Tagesarchiv für 27. Dezember 2014

RTelenovela

Pittiplatschs schaumige Witze in der Hitparade

Samstag, den 27. Dezember 2014
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Ein Hoch auf die Technik. Auf die von damals. In meiner Familie hatten wir beispielsweise nie mit Schallplatten zu tun, wir hatten immer Kassetten. Aber Schallplatten kommen wieder in Mode, während Kassetten heute ein Schattendasein führen. Obwohl sie relativ hart im Nehmen sind.
Beim Weihnachtsausklang bei Freunden haben wir das Kassettendeck der Stereoanlage entdeckt. Drauf gekommen sind wir, weil die Anlage aus den 90ern kaum noch CDs abspielen kann. Die Kassetten funktioneren aber noch.

Und so kam es, dass plötzlich die alten Kassetten aus den 80ern und 90ern rausgekramt wurden. Vielleicht waren einige noch älter.
Ein schöner, sehr spontaner Spaß. Denn was da alles zu Tage kam, war extem lustig – und spannend sowieso. Denn natürlich ist so ein Archiv eine Reise in die eigene Kindheit.

So war eine Kassette namens “Babaloo – Riesenstimmung Non-Stop” dabei. Die gab es auch in unserer Familie und wurde bei partys rauf und runter gespielt. Ich habe sie sicherlich 25 Jahre nicht mehr gehört, und trotzdem wusste ich noch, was bei der Medleysammlung jeweils als Nächstes folgte. Das Album stammte eigentlich aus Westdeutschland, Amiga schien die Produktion aber auch in der DDR rausgebarcht zu haben.
Roger Wittaker. Seine größten Hits. Keine Ahnung, ob das einem peinlich sein muss – aber ich kannte fast alle Songs, die da auf der Kassette standen.
Klaus & Klaus, ein Jubiläumsalbum zum 10. Geburtstags des Duos. Neben der Nordseeküste, die wir natürlich mitgesungen haben, gab’s auch: “Viva la, viva la, viva la la la Mexico, oooooohoohh, viva la Mexico!”
Wir haben uns eine komplette Hörspielfilge mit Pittiplatsch angehört. Auch waren 1991er-Hitparaden-Kassetten dabei, mit Juliane Werding, Roland Kaiser, Nicole und Hanne Haller. Alles bekannt.
Eine Wilhelm-Busch-Lesung von Litera mit “Max und Moritz” und “Fipps, der Affe” in Topzustand. Würde man sicher heute viel Geld bekommen. Benjamin Blümchen. Ein Album mit DDR-Kinderliedern.
Und ganz bitter: Schaumige Witze. Keine Ahnung, ob schaumig für “schlüpfrig” stehen sollte, denn auf dem Cover ist eine oben rum nackte Frau, die sich einseift. Gut vertreten darauf war der unvermeidliche Fips Arschmuskel Asmussen, der auch noch mit einer weiteren Kassette in der Sammlung vertreten war.

Zu jeder guten Sammlung gehören natürlich auch selbst bespielte Orwo-Kassetten. Schlechte Songs von Gunther Gabriel, Peter Alexander und anderen Herren, die wir nicht erkannt haben. Es muss sich um Radio- oder Fernsehmitschnitte gehandelt haben.
Es war ein herrlicher Abend mit Retrotrash, den man sich nach so langer Zeit gern mal anhört. Und auch mal längeren Pausen – schließlich kann das Vorspulen schon mal ein bisschen dauern. Manchmal tat’s ein bisschen weh – aber nur ein kleines bisschen.

Hits: 36

RT im Kino

Geron

Samstag, den 27. Dezember 2014

Auf der Liste der erfolglosesten Filme 2014 schaffte es “Geron” auf Platz 3 – mit nur 16 Besuchern. 16 Besucher, das sind, nun ja, nicht gerade viele. Im Grunde genommen hat kein Film eine solche Schmach verdient. Aber vielleicht lief er ja auch nur in einem Kino für einen Tag. Wer weiß. Und auf DVD ist er auch schon erschienen.

Lake (Pier-Gabriel Lajoie) ist 18 und hat eigentlich eine Freundin. Und einen Fetisch: ältere Männer. Oder eher: alte Männer. Als er einen Ferienjob in einem Pflegeheim bekommt, lernt er Mr. Peabody (Walter Borden) kennen. Er interessiert sich für ihn – und andersrum auch. Sie beginnen eine Art Beziehung. Als Lake herausfindet, dass die Patienten in dem Heim zu viele Medikamente bekommen, um sie ruhigzustellen, beschließt er, Mr. Peabody bei der Flucht zu helfen.

Zugegeben, die Handlung des Films ist durchaus gewöhnungsbedürftig, wobei natürlich immer wieder derselbe Spruch zutrifft: Wo die Liebe hinfällt. Und dass es trotzdem des Mega-Altersunterschiedes um Liebe geht, ist nicht von der Hand zu weisen. Insofern ist es dann doch irgendwie rührend, auch wenn der große Funke nicht überspringen will. Zumal die Handlung zwar auf seine Weise außergewöhnlich ist, aber auch nicht besonders wendungsreich. Die Erzählweise ist recht herkömmlich, kommt ohne größere Überraschungen aus. Da wäre noch sehr viel Luft nach oben gewesen.

Geron
Kanada 2013, Regie: Bruce La Bruce
Pro-Fun, 82 Minuten, ab 16
5/10

Hits: 24