Tagesarchiv für 25. Dezember 2014

RT liest

Kevin Brooks: Bunker Diary

Donnerstag, den 25. Dezember 2014

Plötzlich wird es Nacht. Und als Linus wieder aufwacht, befindet er sich in einem Bunker. Ein Fremder hat ihn überwälitigt und dorthin verschleppt. Warum, das erfährt er nicht.
Auch nicht, warum die fünf weiteren Leute, die nach und nach über den Fahrstuhl im Bunker auftauchen, da sind.
Sie haben keinen Kontakt mit ihrem Entführer. Bis auf die Bestrafungen nach Ausbruchsversuchen oder kleinen Revolten. Und bis auf das Essen, das über den Fahrstuhl zu ihnen kommt.
Der Entführer scheint willkürlich zu entscheiden, was er mit den Leuten anfängt.
Mit der Zeit, Wochen sind schon vergangen, beginnt die Lage zu eskalieren. Die Insassen des Bunkers beginnen, sich gegeneinander aufzuhetzen. Und Freiheit? Werden sie die noch erleben?

Kevin Brooks lässt Linus in einem Tagebuch erzählen, was in dem Bunker über Wochen geschieht. Wie die Zeit scheinbar nicht enden will. Über die Ungwissheit, die Wut, die Aggression, die Trauer, die Verzweiflung.
Das liest sich recht schnell, ist durchaus interessant und spannend, wenn auch nicht so ganz wirklich packend.

Kevin Brooks: Bunker Diary
dtv, 288 Seiten
7/10

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RTZapper

Das kalte Herz

Donnerstag, den 25. Dezember 2014
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MI 24.12.2014 | 22.40 Uhr | rbb

“Schatzhauser im grünen Tannenwald,
Bist schon viel hundert Jahre alt,
Dir gehört all Land, wo Tannen stehn,
Lässt dich nur Sonntagskindern sehn.”
Peter Munk sagt diesen Satz immer wieder am Heiligabend. Es ist ein Ritual geworden. Denn immer Heiligabend um 22.40 Uhr zeigt der rbb den DEFA-Märchenfilm “Das kalte Herz” von 1950.

Ein Film der Superlative: erster Farbfilm der DEFA. Erster Märchenfilm der DEFA. Für damals unglaublich teuer. Tricktechnisch aufwändig. Und auch erfolgreich – mit mehr als 9 Millionen Kinogängern.
Und auch heute, unfassbare 64 Jahre nach der Premiere, ist “Das kalte Herz” sehenswert. Die Geschichte von einem armen Mann, der gerne zur reichen Gesellschaft gehören möchte und dafür sogar sein Herz, seine Güte abgibt, ist zeitlos. Zumal der Film nicht aussieht wie schon 64 Jahre alt – glaubt man dem Abspann, ist er 1999 restauriert worden.

Jeden Heiligabend also “Das kalte Herz”. Und es gibt immer mehr dieser Rituale am 24. Dezember. Seit Ewigkeiten laufen am Mittag im ZDF die “Pippi Langstrumpf”- und “Michel aus Lönneberga”-Filme. Familie Hoppenstedt gehört im Ersten und in einigen Dritten zur Pflicht. RTL und Sat.1 zeigen nicht zum ersten Mal Heiligabend um 20.15 Uhr die “Schöne Bescherung” und “Kevin – Allein zu Haus” (was eigentlich sehr ärgerlich ist). “Stirb langsam” gehört auch schon zum Inventar. Frank Schöbel feiert im MDR Weihnachten – und dann, wie gesagt, im rbb: Immer um 21.15 Uhr die “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” und danach “Das kalte Herz”.
Weihnachten ist ein Fest der Rituale, und das scheint das Fernsehen inzwischen auch verinnerlicht zu haben.

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RTelenovela

Die aktuelle Christvesperkritik 2014

Donnerstag, den 25. Dezember 2014
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2013 -> 24.12.2013

Ohje.
Irgendwie lief der diesjährige Heiligabend-Gottesdienst in Schmachtenhagen ein wenig aus dem Ruder, und heute habe ich eigentlich auch beschlossen, dass die 17. Auflage meine Letzte sein könnte (das muss nichts heißen, bis zum 24. Dezember 2015 könnte ich das alles wieder vergessen haben).

Eigentlich habe ich mich beim Blick auf den Lied- und Programmzettel gefreut: Nach vielen Jahren gab es wieder mal ein Krippenspiel.
Leider war diesmal wieder nicht der eigentliche Pfarrer dabei, diesmal führte eine Vikarin durch den Gottesdienst. Aber der Männerchor war auch wieder dabei.

Na ja. Machen wir’s kurz. Die Leute vom Männerchor denken, die müssten mal ein bisschen zackiger werden. Deshalb singen sie jetzt irgendein Parapapapam-Mist, der stimmungsmäßig überhaupt nicht in den Gottesdienst passt. Auch haben sie jetzt ein Keyboard dabei, mit dem sie sich begleiten lassen. Allerdings nicht live, sondern mit vorher einprogrammierter Melodie. Oh Gott. Bei den anderen Mitsingliedern singt der Chor leider nicht mit, was für mich völlig unverständlich, ja, eigentloch sogar ärgerlich ist.
Wie überhaupt immer weniger Leute mitsingen. Sie wollen sich nur noch berieseln lassen und sich darüber aufregen, dass ja die Lieder so traurig. Dabei müssten sie sich mal nur den Text durchlesen, um zu wissen, dass das Nonsens ist. Sie sind nicht juchzend-juchhe-fröhlich, aber traurig sind sie auch nicht.

Das Krippenspiel. Nun ja. Die Kinder haben sich Mühe gegeben, vielleicht war’s auch ganz schön. Wir haben nur kaum was mitbekommen. Das Spiel bestand aus lauter Kindern, die vorne auf dem Boden saßen und irgendwas diskutierten. Wir sahen nichts und hörten kaum was. In Reihe 2! Und es zog sich.
Die predigt der Vikarin fing leider zu verkopft an, als dass man ihr hätte gut folgen können. Dabei hatte sie am Ende doch noch ein schönes Thema: das Motiv des Besuches. Was es für Menschen bedeutet, von Freunden besucht zu werden. Das dann umgemünzt auf Gott und den Glauben. Eigentlich schön, aber zu ausschweifend – und zu leise.

Die Christvesper war so lang wie nie. Erst nach 16.15 Uhr war Schluss, normalerweise läuten um vier die Glocken, und das sollte auch die Marke sein, die einzuhalten ist. Die Leute wurden deutlich unruhig

Mal sehen, was ich mir nächstes Jahr ausdenke. Schmachtenhagen, 18. Auflage? Oder doch mal wo anders?

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