Tagesarchiv für 14. Dezember 2014

RTZapper

Wetten, dass…?: Die letzte Show

Sonntag, den 14. Dezember 2014
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SA 13.12.2014 | 20.15 Uhr | ZDF

Die großen Medienkritiker können aufatmen. Endlich ist “Wetten, dass…?” Geschichte. Endlich sind sie nicht mehr gezwungen, sich die Show anzusehen und ihren Frust niederzuschreiben. “Wetten, dass…?”-Bashing ist schick geworden, da schien es völlig wurscht zu sein, ob die Sendung auch noch mal gute Phasen hatte oder nicht.
Seit Tagen wird der Abschied der Show zelebriert. Erst am Sonnabendmorgen kotzte sich ein Medienkritiker bei radioeins aus, dass er die Show nicht vermissen würde und zählte genüsslich seine schlimmsten Augenblicke auf.
Auf Facebook zerpflückte ein Journalist während der Show wieder jeden Moment. Wie furchtbar das denn schon wieder alles sei. Was denn wohl Ben Stiller gerade denke (wo der arme Mann doch gezwungen wird, in diese Show zu kommen?).

Wie ja hier schon mehrfach beschrieben: “Wetten, dass…?” hat an Glanz verloren, und Markus Lanz war leider nicht der richtige Nachfolger für Thomas Gottschalk. Aber es war auch die Redaktion im Hintergrund, die die Show mit tatsächlich lahmen und manchmal schlimmen Einfällen zu Grunde richtete.

Am Sonnabend also der Abschied nach fast 34 Jahren – ich habe den größten Teil der 215 Shows gesehen. Natürlich sind viele Kindheeitserinnerungen mit der Show verbunden. Früher, als am Sonnabend schon der Braten für Sonntag im Ofen lag, das haus lecker nach Essen roch, “Die Schwarzwaldklinik” lief und dann “Wetten, dass…?” begann. Herrliche Fernsehzeiten.
Markus Lanz hatte nun die undankbare Aufgabe, die Show zu Grabe zu tragen – das aber wenigstens mit einer doch recht gelungenen und größtenteils unterhaltsamen Show.

Eine der Begründungen, dass die Quoten der Show nicht mehr stimmten, war, dass es sich das Konzept überholt habe. Ist das so? Gibt es keine spannenden Menschen mehr, die etwas Besonderes können? Finden wir niemanden mehr, der blind Puzzleteile finden kann, Buchstaben mitzählen oder rasant klettern kann? Ich finde das immer noch unterhaltsam, auch wenn natürlich manchmal dann doch auch der Wahnsinn und die Albernheit regierten. Und klar sind die heutigen Promis nicht mehr so schillernd wie vielleicht früher mal – aber es kommt eben drauf an, was man mit ihnen macht.
Nein, diese Show hätte nicht sterben müssen. Aber das ZDF hat versäumt, den Klassiker mal vernünftig zu überdenken und sie stattdessen durch einige doofe Ideen kaputt gemacht.

Und deshalb war am Sonnabend – 65 Minuten überzogen! – dann auch recht viel Wehmut dabei, als ein Stück Fernsehgeschichte einfach so beendet war.

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RT liest

Anne Tente: Weihnachtsherzen – Die schönsten Geschichten zum Fest

Sonntag, den 14. Dezember 2014

Hach ja. Weihnachten. Fest der Liebe und so. Sehnsucht und Wärme. Und natürlich Romantik. Und Chaos. Und Familienstress. Und überhaupt.
Davon erzählen elf Geschichten in der Sammlung “Weihnachtsherzen”, zusammengestellt von Anne Tente.

Zwar heißt es normalerweise, dass das Beste zum Schluss kommt. In diesem Fall kommt jedoch die beste Geschichte zuerst. Morgan Callan Rogers erzählt darin von “Divider Island”. Eine junge Frau trifft Heiligabend einen geheimnisvollen Mann, der sie auf einem Ruderboot auf eine kleine Insel mitnimmt. Eine sehr schöne, spannende und am Ende tatsächlich rührende Geschichte.
Dwei weitere Storys sind ebenfalls lesenswert: “Die Sturmnacht” von Gabriella Engelmann, darin verschägt es kurz vor Heiligabend eine Journalistin auf die Hallig Oland. Aus Frust wird bald so was wie Lust – obwohl wegen eines Sturms die Rückfahrt unmöglich wird.
Auch Juliet Ashtons “Ein gutes Mädchen” über den Werdegang einer jungen Frau mit ihren Höhenflügen und Tiefschlägen liest sich schön. Im “Fest der Liebe” führt Sofie Cramer den Leser in die Irre, als sie von einer alten Frau erzählt, die ihr Heiligabend-Mahl für die Famlie vorbereitet.

Vier von elf. Die anderen Storys sind leider nur Mittelmaß oder sogar recht langweilig oder zu schlicht geschrieben, als dass Lesespaß aufkommt.

Anne Tente (hsg): Weihnachtsherzen – Die schönsten Geschichten zum Fest
Wunderlich, 270 Seiten
5/10

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RTZapper

Berichte von heute

Sonntag, den 14. Dezember 2014
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DI 09.12.2014 | 23.30 Uhr | NDR Info

Manchmal hat man es gar nicht so eilig auf der Autobahn. Neulich war ich spätabends unterwegs auf der A2, und ich hatte schon die landesgrenze von Niedersachen nach Sachsen-Anhalt passiert. Dennoch hoffte ich, dass ich den Radiosender NDR Info noch ein bisschen empfange. Es liefen nämlich die “Berichte von heute”.

Die Sendung dauert 30 Minuten und läuft von 23.30 Uhr bis Mitternacht auf NDR Info sowie auf WDR2 und WDR5 – und das bereits seit Anfang 1979. Und das seitdem immer mit der selben Titelmusik: “Wade in the water”, gespielt vom Ramsey Lewis Trio. Ein Radiodinosaurier, wenn auch vermutlich trotzdem nicht allzu bekannt. Dabei bietet das Format ähnlich der “Tagesthemen” noch mal kompakt in 30 Minuten, was der Tag geboten hat. Berichte aus Deutschland und aller Welt, dazu Sport und eventuell noch was Buntes.

Eigentlich schade, dass diese Sendung nicht ARD-weit, also bundesweit, ausgestrahlt wird, zum Beispiel innerhalb der “ARD-Infonacht”.

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RTelenovela

Fernsehzeitschriften – vom Aussterben bedroht

Sonntag, den 14. Dezember 2014
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Nicht nur gedruckte Tageszeitungen sind vom Aussterben bedroht. Oder gibt es noch junge Leute, die sich heutzutage eine Fernsehzeitschrift kaufen?

Neulich in einem Schreibwarenladen in Altlußheim im Rhein-Neckar-Kreis. Dort steht ein langes Regal mit Zeitschriften, aber vermutlich verdienen die nhaber viel mehr mit Schreibwaren und dem anderen Kram, der da so verkauft wird.
Ein sehr alter Mann kauft den “Gong”, eine der ältesten Fernsehzeitschriften Deutschlands. Das Besondere an ihr ist, dass bei ihr die Hauptsender zwei Doppelseiten bekommen – eine fürs Tagesprogramm, eine fürs Abendprogramm. Etwas, was heute eigentlich überflüssig ist, wo doch das Tagesprogramm vollkommen uniformiert ist.
Gut zwei Minuten danach steht eine ältere Frau an der Kasse. Sie kauft die “Hörzu”, ebenfalls ein Traditionsheft.
Das Bild passt zum Klischee: Zwei Senioren kaufen das Blatt, das sie vermutlich seit 50 Jahren kaufen.

Ich glaube nicht, dass es beide Zeitschriften in 30 Jahren noch geben wird – höchstens als Internetplattform, aber selbst das zweifele ich an.
Wer heute wissen will, was im Fernsehen läuft, nutzt den EPG im Receiver, die Übersichten im Internet oder Apps auf den Smartphones. Junge Leute kennen vermutlich gar nicht mehr Zeitschriften wie “Gong” oder “Hörzu”, die allerdings auch ein recht trutschigen Image haben (was die “Hörzu” durch ihre aktuelle Anzeigenkampgane keineswegs entkräftet).

Vermutlich bin ich die letzte Generation, die eine gedruckte Fernsehzeitschrift nutzt. Ich mag es, den Überblick zu haben, schon mal zu blättern. Mit der Wende hielt die “Funk Uhr” bei uns Einzug, in meinem Elternhaus wird die heute noch gelesen. Bei mir ist’s seit vielen Jahren die “TV Spielfilm”.

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ORA aktuell

Lehnitzstraße in Oranienburg wird 2016 saniert

Sonntag, den 14. Dezember 2014
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Nun also doch: Die Lehnitzstraße in Oranienburg soll 2016 saniert werden. Betroffen ist der 1045 Meter lange Abschnitt zwischen der Krebststraße und der Saarlandstraße. Der restliche Teil der Landesstraße ist bereits saniert. Allerdings übernimmt die Stadt Oranienburg Planung und Bau, das Land gibt eine Million Euro.

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