Tagesarchiv für 14. November 2014

RTZapper

Bambi 2014

Freitag, den 14. November 2014
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DO 13.11.2014 | 20.15 Uhr | Das Erste

Das passt. Pünktlich zum Beginn der diesjährigen ARD-Themenwoche zum Thema “Toleranz” ging der “Bambi 2014” über die Bühne. Wer sich diese Show ansieht, der bekommt eine Ahnung davon, wie viel Toleranz manchmal notwendig ist, sich diese 201 Minuten lange Preisverleihung reinzuziehen. Ohne Toleranz geht beim Bambi gar nichts.
Toleranz darüber, dass mit der Langweilersause weit mehr als drei Stunden vergeudet wird.
Toleranz darüber, dass plump auf Emotionen gesetzt wird, wenn beispielsweise dem kranken, nicht anwesenden Michael Schumacher ein Preis hinterhergeworfen wird.
Toleranz darüber, dass eine Band wie U2, die gönnerhaft ihr Album verschenkt, auch noch mit dem Bambi belohnt wird.
Toleranz darüber, dass ständig der Ton rauschte.
Toleranz darüber, dass sich der Burda-Verlag in der ARD eine mehr als dreistündige Dauerwerbesendung bekommt.
Toleranz darüber, dass es auch 2015 wieder die Bambi-Show gibt.

Hits: 20

RTZapper

Sexy Beasts

Freitag, den 14. November 2014
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MI 12.11.2014 | 22.15 Uhr | sixx

Mann sucht Frau, Mann trifft Frau. Sie verlieben sich. Oder nicht. Im Fernsehen nennt sich das Datingshow und ist irgendwie schon ziemlich ausgelutscht. Da braucht es schon eine besondere Idee, um den Ganzen die spezielle Note zu geben.
Wie wäre es denn, den Kandidaten dämliche Masken aufzusetzen? Bei sixx müssen sie schwer begeistert darüber gewesen sein, denn am Mittwochabend ging “Sexy Beasts” das erste Mal auf Sendung.

Da trafen sich dann ein Mann mit Maske mit mehreren Frauen mit Masken. Ganz schön hässlich, und gleichzeitig ziemlich, na ja, lustig.
Sie redeten, sie gingen klettern und sie redeten.
Und irgendwie war es mit der lustigen Maskenidee dann auch schon vorbei. Nach dem Überraschungseffekt verpuffte die Idee, und die Datingshow auf sixx war dann doch nur das übliche Sie-ist-ja-ganz-nett-aber…-Blabla.
Muss man keineswegs gesehen haben. Aber “Boring Beasts” kann man die Show ja nicht nennen. Obwohl es besser passt.

Hits: 18

RT im Kino

Die Mannschaft

Freitag, den 14. November 2014
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Wäre Deutschland im Sommer 2014 nicht Fußball-Weltmeister geworden, dann würde es diesen Film nicht geben. Zwar ist in Brasilien immer gefilmt worden, veröffentlicht werden sollten die Aufnahmen aber nur im Fall des Turniersieges.
Und da isser nun, der Film.

Wir beobachten “Die Mannschaft” im Trainungscamp, bei ihrem Flug nach Brasilien. Wir dürfen sie im Teamhotel beobachten. Wie sie mit brasilianischen Kindern Spaß haben. Wie sie spielen, wie sie ausspannen, Witze machen und sich massieren lassen.
Jogi Löw, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und viele andere Fußballer lassen die Zeit Revue passieren und berichten, wie sie die WM 2014 erlebt haben.

“Die Mannschaft” kommt in der Machart nicht an Sönke Wortmanns “Sommermärchen” von 2006 heran, ein kurzweiliger, emotionaler Film ist die Doku trotzdem geworden. Wir dürfen noch einmal eintauchen in den brasilianischen Fußballsommer.
Ganz ohne Anspruch, auch ohne Tiefgang oder relevante Neuigkeiten, aber irgendwie einfach noch mal schön.

Die Mannschaft
D 2014, Regie: Martin Christ, Jens Gronheid, Ulrich Voigt
Constantinfilm, 88 Minuten, ab 0
7/10

Hits: 35

RTelenovela

Portugal (14): Der Verfall schleicht voran

Freitag, den 14. November 2014
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(13) -> 7.8.2013

Wir fliegen mit einer portugisischen Fluggesellschaft nach Lissabon. Schon beim Start spricht das Bordpersonal portugisisch mit uns, und ich muss ein bisschen lächeln.
Ich fliege zum vierten Mal dorthin, das dritte Mal nach Lissabon. Ich kann die Sprache zwar nicht – von “ola” und “obrigrado” mal abgesehen -, aber ich höre sie sehr gern. Und weil meine dortige Familie ja auch portugisisch spricht, klingt sie auch schon recht vertraut.

Mit dem Taxi fuhren wir in die Alfama, und glücklicherweise hatten wir dabei schon familiäre Begleitung. Es ist wohl leider kein Gerücht, dass einige Lissaboner Taxifahrer ihre Kunden schon mal abzocken. Die Tour in die Altstadt kostet in der Regel keine 10 Euro. Es soll aber Leute gegeben haben, die schon mal mehr als 20 Euro bezahlt haben. Einheimischen passiert das natürlich nicht, und ansonsten sollte man schon vorher ankündigen, dass man eine Quittung bräuchte.

Kaum in unserer Ferienwohnung, in der “Rosa Residence” (Rosa ist der einer der Nachnamen der Vermieterfamilie), angekommen, entere ich das Fensterbrett. Es ist der schönste Platz der Wohnung – ach was, von Lissabon. Von dort aus blicke ich auf unser kleines Viertel, die kleine Kreuzung, die schmale Straße und die Electrico, die Straßenbahn, die direkt unterm Fenster vorbeizuckelt.
Ein Spaziergang durch die Alfama ist wie ein Gang durch eine vergangene Zeit – beziehungsweise wähnt man sich nicht in Europa, sondern mehr in einem orientalischen Land. Ich liebe das.
Überall in den Häusern an den schmalen Gassen sind kleine Gaststätten, Souvenir- und Kramläden, und manchmal fragt man sich schon, wovon die Menschen dort eigentlich leben.

Vermutlich von: nicht viel. Die Wirtschaftskrise ist Lissabon leider deutlich anzusehen. Ich war das letzte Mal im Februar 2013 dort, und seitdem hat sich erneut einiges zum Schlechten verändert. Mehr Häuser stehen leer. Mehr Häuser verfallen. Mehr Baulücken und Ruinen sind plötzlich zu sehen.
Auch in der Innenstadt. Mehr an den Ladenstraßen entlangspaziert, könnte meinen, alles sieht schick aus – und es sieht ja auch vieles schick aus.
Dann aber haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht, mit einem Cabriobus. Oben sitzend und mit freiem Blick sieht man dann auch, was über den Läden abgeht – die Dächer nämlich. Der Verfall schleicht voran, und es bricht einem das Herz.

Hits: 22