Tagesarchiv für 11. November 2014

RT liest

Bastian Bielendorfer: Mutter ruft an – Mein Anschiss unter dieser Nummer

Dienstag, den 11. November 2014

Wenn bei Bastian Bielendorfer das Telefon klingelt und die Nummer seiner Mama auf dem Display erscheint, dann bekommt er Angst. Angst davor, was sie denn nun schon wieder will.
Aber wir wissen ja, wie schwer es der Bastian hat. Darüber, dass er Lehrerkind ist, hat er ja bereits zwei Bücher veröffentlicht. Und nun veröffentlicht er besonders dümmliche Telefonate mit seiner Mama. Wenn sie sich mal wieder in Sachen Technik dämlich anstellt. Wenn sie mal wieder was für ihren Bastian bestellt, was der gar nicht haben will.

Das ist eigentlich ganz lustig, liest sich fix und sorgt für Schmunzeln.
Dennoch kann man nur hoffen, dass sich Bielendorfer mit seinem Buch eine Kunstfigur ausgedacht hat, dass seine Eltern nicht ganz so anstrengend sind, wie dort dargestellt. Denn hier und da wirken die Geschichten dann doch arg konstruiert. Oder, Frau Bielendorfer? Vielleicht liest sie das ja und stellt das mal klar…

Bastian Bielendorfer: Mutter ruft an – Mein Anschiss unter dieser Nummer
Piper, 320 Seiten
7/10

Hits: 51

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Wetten, dass…?: Vorletzte Show

Dienstag, den 11. November 2014
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SA 08.11.2014 | 20.15 Uhr | ZDF

Musikgeschichte wiederholt sich. Vor 25 Jahren waren es die New Kids on the Block, die die Mädels ausrasten ließen. Danach die Backstreet Boys, Take That und ´N Sync.
2014 heißen die Kreischverursacher One Direction. Am Sonnabend traten sie in der vorletzten Ausgabe von “Wetten, dass…?” auf. Zwar spulten sie ihren Auftritt routiniert ab, wirkten lustlos und gelangweilt (vermutlich: cool), und auch ihr Song war nur so lala. Trotzdem ließen sich die Mädchen nicht vom Kreischen abbringen.

Ansonsten wohnen wir gerade dem tarurigen, qualvollen Tod der einst größten Fernsehshow Europas bei. Erneut waren nur fünfeinhalb Millionen Zuschauer dabei, es handelte sich nur um die drittmeistgesehene Sendung an diesem Sonnabend.
Obwohl “Wetten, dass…?” eigentlich recht unterhaltsam war, ist die Luft irgendwie raus, und man muss Marks Lanz allertiefsten Respekt zollen, dass er sich das noch antut.
Das echte Event, das alles verdrängt ist die Show aber leider nicht mehr. Irgendein Topmodel, von dem ich noch nie gehört habe. Schauspieler, die ich noch nie gesehen habe, die in einem Film mitspielen, der mich null interessiert.

Und auch wenn ich Marks Lanz recht symphatisch finde, aber die große Show liegt ihm einfach nicht. Was hätte ein Thomas Gottschalk, ein wirklicher Entertainer, mit Conchita Wurst geblödelt, wie leichtfüßig er sowieso immer durch die Show ging – das fehlt dem Lanz. Er moderiert, er macht das ganz in Ordnung, aber für so eine Show ist das zu wenig.

Was wirklich schade ist: im Moment habe ich noch nicht das Gefühl, dass die “Wetten, dass…?” vermissen werde. Höchstens die Show, die sie noch vor zehn Jahren mal war.

Hits: 1332

RT liest

A.M.Homes: Auf dass uns vergeben werde

Dienstag, den 11. November 2014

Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss.
Na ja, im Fall von Harry stimmt das nicht so ganz. Sein Bruder George ist der erfolgreichere der beiden. Dessen Frau allerdings beginnt eine Affäre mit Harry. George erwischt sie, und in einem Wutanfall erschlägt er seine Frau und verursacht danach einen schweren Verkehrsunfall.
Harry muss handeln, er muss alles managen. Er zieht ins Haus seines Bruders und nimmt nach und nach die “Geschäfte” in seine Hand. Was wird aus dem Haus? Was wird aus den Kindern? Harry kümmert sich und muss sich nebenbei mit mit zwei (!) Affären rumschlagen, mit seinem neuen Buch und der Prüfung für Adoptiveltern.

“Auf dass uns vergeben werde” ist ein Roman der kategorie der großen Familiengeschichten. Mit dem Unterschied, dass es in diesem Fall um eine seltsam zusammengewürfelte Familie geht. Nicht Vater, Mutter, Kind, sondern Onkel, Neffe, Nichte, irgendwelche Frauen, die Kinder des Unfallopfers und so weiter…
Wer sich auf dieses Buch einlässt, taucht ein in das Universum, das A.M.Homes da geschaffen hat. Es gibt immer wieder Momente, wo man sich fragt, worauf das alles hinauslaufen soll, und es wird auch auf etwas hinauslaufen, schließlich hat Harry ja diverse Missionen.
Es ist nicht packend, aber schon irgendwie rührend, auf seine Art spannend zu verfolgen, was Harry erlebt. Und das auf lockere Art geschrieben, mal traurig, mal lustig und irgendwie groß.

A.M.Homes: Auf dass uns vergeben werde
Kiepenheuer & Witsch
8/10

Hits: 12