Tagesarchiv für 10. Oktober 2014

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Kranichrekord im Rhinluch

Freitag, den 10. Oktober 2014
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Abends ist der Himmel schwarz. Die Tiere werden wohl noch eine Weile in der der Region bleiben.

MAZ Oranienburg, 10.10.2014

LINUMHORST
In der Nacht zu gestern war es besonders laut auf den Wiesen hinter Linumhorst. Kein Wunder: Im Rhinluch rasten momentan 117.550 Kraniche. Das jedenfalls ergaben Zählungen des Kremmener Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch. Eine besonders hohe Anzahl an Vögeln – ein einsamer Rekord. Schon als im vergangenen Jahr die 100.000er-Marke knapp erreicht worden war, galt das als Rekord.

„Was uns auffällt, ist, dass am Abend die Flugketten der Kraniche deutlich größer sind als früher“, sagt der in Linumhorst lebende Norbert Weißbach. „Die Formationen sind wesentlich breiter als sonst.“ Im Vergleich zur Vorwoche stieg die Zahl der Kraniche im Rhinluch, einem Gebiet zwischen Flatow, Linumhorst und Linum, um das Vierfache an. Wird noch das angrenzende Havelluch hinzugezählt, befinden sich sogar mehr als 130.000 Kraniche in der Region. Hinzu kommen zehntausende Gänse.

„In diesem Jahr ist alles ganz anders“, sagt Ekkehard Hinke. Der Hennigsdorfer ist seit vielen Jahren der Rastplatzbetreuer. Normalerweise geht die Zahl der Kraniche Mitte Oktober noch mal zurück, dann kommt eine zweite Welle. „Diesmal scheinen beide Wellen zusammen hier angekommen zu sein“, so Ekkehard Hinke. Die Wetterbedingungen für die Kraniche sind nach Ansicht des Rastplatzbetreuers besonders günstig. „Die wollen jetzt erst mal nicht weiterziehen. Wir müssen uns wohl noch eine Weile mit ihnen beschäftigen“, sagt er voraus. Dazu ist es noch zu warm und zu sonnig. „Der Absturz kommt erst, wenn Nordwest-Winde einsetzen. Dann könnte es sein, dass sie weiterziehen.“
Er glaubt, dass der Höhepunkt der Welle am kommenden Wochenende stattfindet. Jeden Dienstagmorgen ist Hinke mit einem Team von etwa 30 Leuten unterwegs, um die Vögel zu zählen. „Dazu umstellen wir das Rhinluch weiträumig“, erzählt er. „Wir zählen morgens, wenn die Kraniche ausfliegen. Abends ist das nicht möglich“, erklärt er weiter. „Man merkt beim abendlichen Einfliegen der Tiere, dass es mehr sind als sonst“, sagt Ekkehard Hinke. „Der Himmel ist schwarz.“

Aber nicht nur die Kraniche bevölkern die Region – auch die Menschen. „Vor allem am Wochenende sind hier viele Leute unterwegs“, sagt Gudrun Grimm aus Linumhorst. Während im 50-Seelen-Dorf sonst Ruhe herrscht, ist in diesen Tagen viel mehr los. „Am 3. Oktober, dem Feiertag, war das Maximum erreicht“, ergänzt Norbert Weißbach. „Wir haben schon viele Leute von den Feldern geholt“, erzählt Rastplatzbetreuer Ekkehard Hinke. Die Touristen wollen Nahaufnahmen von den Vögeln. „Damit werden sie aber aufgeschreckt.“ 100 Leute seien vernünftig, einer benehme sich daneben, so Hinke weiter. Vier bis fünf Leute sind im Rhinluchgebiet permanent unterwegs, um die Vögel und die Menschen zu beobachten, Schilder aufzustellen und Absperrbänder zu ziehen.

Ekkehard Hinke hofft unterdessen, dass es nicht sehr viel mehr Kraniche werden. „Wo es zu viele Tiere und Touristen gibt, herrscht auch größere Unruhe.“

Regeln für das Rastgebiet
Für Besucher des Rhinluches gelten bei der Kranichschau Regeln, die der Kremmener Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch veröffentlichte.
Gäste sollten möglichst an einer organisierten Führung teilnehmen. Vor allem die markierten Wege und Aussichtspunkte sollen genutzt sowie Wegesperrungen und aktuelle Hinweise beachtet werden. Für Hunde gilt absoluter Leinenzwang. Büsche und Hecken können entlang der Wege als Deckung genutzt werden.
Fotografen sollten ihr Blitzlicht ausschalten. Gäste werden außerdem gebeten, abends mit Taschenlampen nicht nach oben zu leuchten.
Mehr Infos gibt es im Internet unter www.oberes-rhinluch.de.

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Frische Farbe für die Bilder in der Kirche

Freitag, den 10. Oktober 2014
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Ute Gimajew restauriert in Kremmen die 320 Jahre alten Werke

MAZ Oranienburg, 10.10.2014

KREMMEN
Sie sind 320 Jahre alt und schon ziemlich verblasst gewesen. Die Rede ist von den Bildern an der Empore und der Kanzel in der Kremmener Nikolaikirche. Die Diplom-Restauratorin Ute Gimajew aus Rheinsberg ist schon seit dem Sommer dabei, die Bilder wieder aufzuhübschen.

„Am Anfang haben wir erst einmal eine Bestandaufnahme gemacht“, erzählte sie gestern. „Der Zustand der Bilder ist recht unterschiedlich.“ Einige der 1680 entstandenen Bilder hatten Streifen darin, dort fehlte die Farbe. An anderen Stellen waren die Ränder beschädigt. „Der Holzwurmbefall hielt sich aber in Grenzen“, so Ute Gimajew weiter.
Zwölf der Bilder sind bereits restauriert, dabei handelt es sich um die Werke an der Empore. Darauf zu sehen ist der Apostelchor. Momentan arbeitet die Restauratorin an den Kanzelbildern. Die abblätternde Farbe muss wieder befestigt werden, dazu kommt neues Bindemittel. Die fehlende Farbe grundiert sie nach, an den Fehlstellen muss sie retuschiert werden. „Man sollte Farbe nehmen, die man bei Bedarf auch wieder entfernen kann“, sagt die Rheinsbergerin.

Drei Tage in der Woche kommt sie nach Kremmen und arbeitet an den Bildern. Dafür wird sie noch eine Weile brauchen. Falls es zu kalt wird, muss sie die Arbeiten einstellen – „wenn die Farbe im Pinsel stockt“, wie sie sagt.
Am bemerkenswerten an den Bildern findet sie „die Porträtähnlichkeit der Herrschaften.“ Die Männer auf den Bildern an der Empore würden weniger wie Apostel, sondern eher wie Ratsherren aussehen. „Die Gesichter sind sehr unterschiedlich, und die Kleidung ist auch nicht typisch wie bei Aposteln“, ergänzt Matthias Dill von der Kremmener Kirchengemeinde.

Ute Gimajews Arbeitsplatz ist ruhig – aber nicht immer. „Die Kirche ist ja offen“, sagt Matthias Dill. Die Kremmener Kirche gehört zu den wenigen in der Region, die tatsächlich jeden Tag zugänglich ist. „Mich stört es nicht, wenn Leute reinkommen“, ergänzt Ute Gimajew. „Ab und zu kommen Touristen und fragen, was ich mache, oder jemand spielt zwischendurch auf der Orgel. Letztlich ist es gar nicht so ruhig.“

Für die Restaurierung der Bilder zahlt die Kirchengemeinde einen höheren vierstelligen Betrag. Das Geld kommt unter anderen von Gemeindemitgliedern. Das Filmorchester Babelsberg hat zudem seine kompletten Einnahmen des Konzertes in Kremmen zur Verfügung gestellt.

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extra 3 / Krömer – Late Night Show

Freitag, den 10. Oktober 2014
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DO 09.10.2014 | 22.45 Uhr | Das Erste

Kurt Krömer ist wieder da! Der Mann, der sich eiegntlich nur am Rande für seine Gäste interessiert, lädt sich wieder Gäste ein. Am Donnerstagabend lief Folge 1 der 3. Staffel von “Krömer – Late Night Show”.

Das Versprechen: mehr Gäste, mehr Filme, mehr Musik. Und tatsächlich: Bei der Premiere waren Klaus Wowereit, Olaf Schubert und Micky Beisenherz zu Gast. Oliver Welke und Gernot Hassknecht hatten Kurzauftritte, die Band Juli stellte einen Song vor, außerdem gab es mindestens drei Einspielfilme.

Das klingt doch alles sehr gut: Mehr Gäste also, mehr Filme, mehr Musik. Aber weniger Sendezeit. Statt 45 Minuten hat krämer nur noch 30. Viel zu wenig. Schubert und Beisenherz kamen kaum zu Wort. irgendwie machte das kaum Sinn, sie waren nicht mehr als Beiwerk. Zwar sorgt die kompaktere Sendezeit auch dafür, dass jeglicher Leerlauf verschwunden ist, dass die Show zu Ende ist, bevor sie so richtig angefangen hat, ist aber schade.

Dafür hat übrigens “Extra 3” mehr Sendezeit – 45 statt 30 Minuten. Die Satiresendung lief zum ersten Mal im Ersten – direkt vor Krömer. Hier ist der Fall genau andersrum: Die Show ist leider zu langatmig geworden.

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Die Umleitung wird umgeleitet und endet mit einer Umleitung

Freitag, den 10. Oktober 2014
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Die Kremmener sind momentan von Umleitungen umzingelt. Gleich an mehreren Stellen ist die B273 gesperrt, und irgendwie sieht da keiner mehr durch. Brücke gesperrt. Straße gesperrt, und alles muss ganz dringend parallel erledigt werden. Kann man nicht verschieben, wäre ja alles viel zu einfach, und überhaupt, was regen sich die Autofahrer denn so auf?
Die vielen Umleitungsschilder tragen auch nicht gerade dazu bei, dass jemand den Überblick behält. So ist der Straßenverlauf in Kremmen momentan ein großes, kniffliges Rätsel.
Wer zum Beispiel vom Marktplatz die Berliner Straße stadtauswärts fährt, wird einen Wegweiser erblicken, auf dem alle Richtungen durchgestrichen sind. Großartig.

Kommt man nun nach Schwante oder nicht? Einerseits soll da die Straße gesperrt sein, aber andererseits geht dort die Umleitung für die gesperrte Strecke bei Orion entlang. Darf man nun durch Groß-Ziethen fahren? Und soll man nun geradeaus nach Schwante fahren oder besser nach links? Oder doch eher rechts? Oder doch lieber mit dem Rad fahren?
Der größte Lacher: Die Schwantener B-273-Umleitung Richtung Nauen führt über Hohenbruch und Sommerfeld nach Kremmen. In der Stadt selbst wird die Umleitung umgeleitet – in Richtung Schwante. Die Umleitung führt also über die Strecke, die eigentlich umgeleitet wird. Was für ein Irrsinn! Und hoffentlich bald vorbei!

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