Monatsarchiv für Oktober 2014

aRTikel

Bushaltestelle lässt nun niemanden mehr kalt

Donnerstag, den 30. Oktober 2014
Tags:

Die Handarbeitsgruppe des Seniorenklubs hat am Remontehof ein warmes Plätzchen geschaffen

MAZ Oranienburg, 30.10.2014

BÄRENKLAU
Bunt, warm, freundlich und ein echter Hingucker. Das Buswartehäuschen am Bärenklauer Remontehof ist seit gestern Nachmittag eine Warmhaltestelle. Die Frauen von der Handarbeitsgruppe des örtlichen Seniorenklubs haben mal wieder eine neue Idee umgesetzt.
Nachdem im Frühjahr die Steinpoller in der Dorfmitte mit bunten Strickmützen versehen worden sind, haben sich die Frauen nun der bisher unansehnlichen Bushaltestelle angenommen. „Die Scheiben waren eingeschlagen, es sieht einfach nicht schön aus“, sagte gestern Gruppenmitglied Irmgard Menzel. Zweimal im Monat treffen sich die acht bis neun Frauen in der alten Remonteschule, um zu stricken und zu klönen.

Die Idee für die Umgestaltung des Buswartehäuschens hat Rotraud Braesicke aus Eckernförde mitgebracht. „Dort waren die Bushaltestellen auch bunt gestaltet“, erzählte sie. „Und weil ja jetzt die kalte Jahreszeit kommt, haben wir uns die Warmhaltestelle ausgedacht.“

Die Bank ist mit Sitzkissen ausgestattet worden. Dahinter ist ein Laken mit einem sommerlich anmutenden Bild gespannt. An einer Leine darüber hängen bunte Schals, Mützen, Babysachen, Handstulpen und eine Strickweste. Nicht zwingend die schönsten Strickmodelle, aber darum geht es den Frauen auch gar nicht. „Wir bekommen oft Wollreste geschenkt“, erzählte Irmgard Menzel. „Meistens machen wir da etwas Schönes, Brauchbares draus, diesmal ging es uns vor allem um den Spaß.“ Wer in Zukunft in Bärenklau auf den Bus wartet, könnte sich rein theoretisch an der Strickkollektion bedienen, ausdrücklich verboten ist das jedenfalls nicht. „Wer das schön findet“, sagte Irmgard Menzel und lächelte. Rotraud Braesicke ergänzte: „Deshalb haben wir die Sachen ja auch nur angeklammert, nicht angenagelt. Wenn wir die Sachen danach nicht auf der Straße rumliegen sehen, haben wir nichts dagegen, wenn sich jemand ein Stück nimmt. Wir sind dann nicht böse.“ Nachschub sei vorhanden. Unschön sei es, wenn plötzlich alles weg sei.

Bärenklaus Ortsvorsteherin Gundula Klatt warf gestern schon mal einen Blick auf das bunte Treiben: „Sieht gut aus, wieder mal eine echte Überraschung!“

RTZapper

ZDF-Morgenmagazin: Braun!!!

Donnerstag, den 30. Oktober 2014
Tags: ,

MI 29.10.2014 | 5.30 Uhr | ZDF

Ein unglaublicher Skandal erschüttert das ZDF. Eigentlich trug Moderator Jochen Breyer am Dienstag im Morgenmagazin ein olivgrünes Hemd. Im Fernsehen kam das jedoch ganz anders rüber. Das Hemd war BRAUN! Böse. Ganz, ganz böse.
Mit diesem BRAUNEN Hemd sprach Breyer mit einem Talkgast über die Kölner Hooligan- und Skinhead-Proteste gegen die Salafisten.

Angeblich hat das einige ZDF-Zuschauer beunruhigt. Ein Talk über Nazis, und der Moderator trägt BRAUN?? Eine Unverschämtheit!
Das ZDF entschuldigte sich daraufhin auf Facebook: “Aufgrund einiger Zuschauer-Hinweise zur Kleidungswahl unseres Moderators Jochen Breyer möchten wir kurz aufklären, dass sein olivgrünes Hemd auf dem Bildschirm tatsächlich braun wirkte, dies aber von Jochen Breyer natürlich keinesfalls beabsichtigt war. Wir entschuldigen uns für den entstandenen Eindruck.“

Ernsthaft, ZDF? Der Sender entschuldigt sich für ein braunes Hemd? Weil es eventuell ein bisschen hässlich war? Weil das ZDF eine BRAUNe Bildstörung hatte? Weil das ZDF die Farbe BRAUN abstoßend findet? Oder doch nicht ernsthaft deshalb, weil man denken könnte, dass Breyer mit der Farbe BRAUN ein Statement loswerden wollte.
Wie paranoid sind wir eigentlich inzwischen? Oder auch: wie dämlich?
Und was kommt noch: Werden die Charlie-Brown-Comics bald verboten? Kommen die BRAUNen Kastanien auf den Index?

Am Mittwoch trug Breyer ein weißes Hemd mit schwarzem Sacko. Schwarz-weiß? Da fällt uns doch bestimmt auch noch was ein, oder, Fernsehdeutschland?

RTZapper

Bilderwelten

Mittwoch, den 29. Oktober 2014
Tags:

DI 28.10.2014 | 0.10 Uhr (Mi.) | Servus TV

Herrliche Bilder. In Slomotion sehen wir, wie Wasser auf den Kopf eines Mannes trifft. Außerdem noch ein Flug über einen See. Und dazu träumerische Musik. Das sind die “Bilderwelten” bei Servus TV.

Das ist an sich nicht bemerkenswert. Interessant ist viel mehr, der Grund, warum die Sendung überhaupt gezeigt wurde. Die “Bilderwelten” waren ein nicht angekündigter Pausenfüller, ein sogar zehn Minuten langer.
Früher, bis Ende der 80er-Jahre, gab es auf den Fernsehsendern hin und wieder Pausenfilme, weil eine Sendung früher zu Ende war als geplant, oder weil schlicht noch Zeit bis zum Beginn der nächsten Sendung war. Diese Sendungsgattung gilt eigentlich als ausgestorben.
Nicht so bei Servus TV.

Eigentlich sollte der Spielfilm “Comedian Harmonists” laut Fernsehzeitung bis 0.25 Uhr dauern, laut Videotext bis 0.22 Uhr. Er endete aber schon um 0.12 Uhr.
Daraufhin zeigte Servus TV die “Bilderwelten”.
Was war da los? Sind kurzfristig 20 Werbekunden abgesprungen? War der Film deshalb so kurz? Kann irgendjemand in der Programmplanung nicht rechnen?
Es handelt sich nämlich nicht um einen Einzelfall, schon einmal habe ich bei Servus TV einen Film gesehen, der sogar 20 Minuten früher zu Ende war als angekündigt.

Nach zehn Minuten einlullenden Bildern begann schließlich der nachfolgende Film.
Aber es wird noch wunderlicher: Die “Comedian Harmonists” sind 126 Minuten lang. Für die Nachtwiederholung des Films plant man bei Servus TV allerdings nur 108 Minuten ein. Lässt man den Film dann schneller durchlaufen? Oder verspäten sich die für 3.33 Uhr tatsächlich geplanten “Bilderwelten” da etwa? Die sind schon seltsam, da bei Servus TV.

RTelenovela

Die Triple-Cheese-Abzocke

Dienstag, den 28. Oktober 2014
Tags: , ,

McDonald’s hat mal wieder was Neues im Angebot. Das heißt, natürlich ist der Cheeseburger alles andere als neu. Neu ist, dass man jetzt sagen kann, ob man eins, zwei oder drei Fleischschreiben drauf haben möchte. Je nachdem kostet das Ding dann 1, 2 oder 3 Euro.
Klingt gut – zunächst.

Wir haben das in Sachsenhausen mal ausprobiert. Okay, das Ding hat mal 99 Cent gekostet, bis vor kurzem 1,19 Euro und jetzt wieder 1 Euro. Bei nährerer Betrachtung ist das Sonderangebot aber doch keines: Kaufe ich einen Triple-Cheeseburger, zahle ich 3 Euro, also das Dreifache eines normalen Cheeseburgers. Allerdrings bekomme ich ja nicht noch extra vier weitere Weißbrotscheiben dazu. McDonald’s spart also an Material, kassiert aber kräftig.
Ein ganz schön cleveres Geschäftsmodell.

RTZapper

Conchita – Queen of Austria

Dienstag, den 28. Oktober 2014
Tags: , , ,

SO 26.10.2014 | 18.30 Uhr | 3sat

Conchi! Wenn der Papa überlegt, wie er denn nun seinen Sohn nennen soll, der sich den Eltern erstmals als Frau präsentiert, dann ist das ein aufregender Moment für eine Familie.
Conchita Wurst hat im Mai den Eurovision Song Contest 2014 in Kopenhagen gewonnen, und eine Doku des ORF, die 3sat am Sonntagabend zeigte, begleitete die Künstlerin beim langen Weg dorthin: “Conchita – Queen of Austria”.

Mit dem Sieg beim ESC ist die harte Arbeit von Conchita und ihrem Team gekrönt worden. Bei weitem nicht alle Österreicher fanden es toll, von einem Mann vertreten zu werden, der als bärtige Frau auf der Bühne steht. Die Doku zeigt, wie Conchita in einem Café von einem älteren, dicken Mann angesprochen wird, der ihr das auch deutlich ins Gesicht sagt, und der ihr nicht mal die Hand zum Abschied geben will, weil er angeblich so erzogen worden sei. So schlecht erzogen.

Minutiös arbeitete Conchita Wurst an ihrer Karriere. Der spätere ESC-Gewinnersong blieb bis zum Ende geheim, als erstes sang sie ihn vor ihrem engsten Freundeskreis vor. Als Dank dafür, dass die Leute alle so hingter ihr stehen würden, und als Entschuldigung, weil sie kaum noch Zeit habe.
Tom Neuwirth wollte eigentlich nie als Conchita Wurst in seine Heimat. Er wollte das sauber trennen. Selbst seine Eltern haben ihren Sohn noch nie als Conchita gesehen, zumindest außerhalb der Glotze. Aber Conchita bekommt einen herzlichen Empfang. Selbst in der Kneipe des kleinen Ortes schließt man sie in die Arme. Erstaunlich und erfreulich.

Eine spannende Doku, die mehr zeigte, als die Künstlerin auf der Bühne, die ein wenig unnahbar erschien. Dabei ist Conchita Wurst, ist Tom Neuwirth, ein hart arbeitender Mensch, gleichzeitig aber auch warmherzig, locker und witzig.
Hoffentlich war der Song Contest nicht der einzige größere Erfolg, den Conchita Wurst feiern darf.

RTelenovela

Sorry, hab geniest!

Dienstag, den 28. Oktober 2014
Tags: ,

Wie sich doch die Zeiten ändern! Früher war die folgende Szene im Büro ganz normal. Kollege 1: “Hatschi!” Kollege 2, 3 und 4 fast gleichzeitig: “Gesundheit!” Oder ähnliche Glück- und Genesungswünsche.
Vorbei. Zumindest wer sich an den aktuellen Knigge hält.
Heute spielt sich diese Szene im Büro folgendermaßen ab. Kollege 1: “Hatschi!” Kollege 2: schweigt. Kollege 3 auch. Kollege 4 hat gerade Urlaub oder ist versetzt worden.

Knigge sagt: Wenn jemand niest, solle man das als Danebensitzender doch besser ignorieren, denn niesen sei peinlich, und diese Peinlichkeit müsse man ja nicht noch thematisieren. und damit nicht genug: Der, der niest, muss sich dafür auch noch entschuldigen. Schließlich könne er ja, so sagt es der vornehme Knigge, jemanden durch sein lautes Niesen erschreckt haben.
In Zukunft muss die oben beschriebene Szene also folgendermaßen aussehen. Kollege 1: “Hatschi! Entschuldigung!” Und demütig gucken und weiterarbeiten.
Toll, Knigge!

RTZapper

Deutscher Comedypreis 2014

Montag, den 27. Oktober 2014
Tags: , , ,

SA 25.10.2014 | 22.20 Uhr | RTL

Okay, Geschmäcker sind verschieden. Aber beim wie immer von RTL gezeigten Deutschen Comedypreis 2014 muss ich dann doch mal kurz innehalten.
In der Kategorie der besten Comedyserien zeigte sich, dass es in der Hinsicht einiges Sehenswertes in der deutschen Fernsehlandschaft zu entdecken gibt. Nominiert waren “Circus HalliGalli” (ProSieben), die “heute-show” (ZDF), das “Neo Magazin mit Jan Böhmermann” (zdf_neo) sowie bei beiden RTL-Formate “Mario Barth deckt auf!” und “Geht’s noch?! Kayas Woche”.

“Circus Halligalli” ist eine ideenreiche, kurzweilige und oft überraschende Show. Die “heute-show” ist inzwischen DIE Satiresendung in Deutschland, das “Neo Magazin” erstaunt mit hervorragenden, lustigen Einspielfilmen. Und dann noch die eher lahme Show “Kayas Woche” und “Mario Barth deckt auf”, wo Komiker Barth am Flughafen Berlin-Brandenburg Dinge aufdeckt, die vor ihm noch niemand aufgedeckt hat (zwinker, zwinker).
Nominiert waren also drei hervorragende Comedyformate und zwei RTL-Sendungen.
Gewonnen hat “Mario Barth deckt auf”, und irgendwie wirkt das wie eine schallende Ohrfeige für die deutsche Comedy.