Tagesarchiv für 25. September 2014

RTelenovela

Die Chinaflüsterin

Donnerstag, den 25. September 2014
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Nimm dich vor ihr in Acht! Sie wirkt ganz harmlos, recht freundlich und ruhig. Sehr ruhig. Aber wer weiß, was wirklich in ihr steckt: Sie ist die Chinaflüsterin!!
Sie schleicht sich von hinten an, und plötzlich steht sie da, legt die Speisekarte auf den Tisch und – haucht: “Was zu trinken?”
Erst habe ich sie gar nicht verstanden, so leise spricht sie.

Wir sitzen in einem Chinalokal in Oranienburg. Wir haben unser Essen bestellt, die Getränke sind auch schon da, und plötzlich steht sie wieder hinter uns. Mit zwei Suppen. Während sie sie auf den Tisch stellt, wispert sie wieder was. Ich bin mir nicht sicher, ob sie uns nur sagt, dass es sich um die Suppe handelt oder ob sie einen Fluch ausspricht. Vielleicht hat sie uns verhext, und ich fand das in dem Moment noch total lustig. Aber wer weiß, vielleicht vergeht mir ja das Lachen bald.

Als sie das Essen bringt, sieht sie mich ganz freundlich an. Wieder sagt, nein, wispert sie was.
Die Chinaflüsterin will entweder nett sein und höflich und ist dabei total schüchtern – oder ist ist ein durchtriebenes Biest. Ich hoffe auf Ersteres und habe ihr vorsichtshalber Trinkgeld gegeben. Ein Hauch von “Danke” gab’s von ihr dafür.

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aRTikel

Zum Schluss macht Schule plötzlich Spaß

Donnerstag, den 25. September 2014
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Seit 1997 erscheinen am Louise-Henriette-Gymnasium Abitur-Jahrbücher. Die Machart hat sich seitdem stark verändert.

MAZ Oranienburg, 25.9.2014

ORANIENBURG
Kinder, wie die Zeit vergeht. Und wie modern sie geworden ist. Aber auch irgendwie inhaltsleerer. Und ein bisschen Wehmut ist immer dabei.
Wer sich durch die Abiturbücher des Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasiums (LHG) blättert, wird solche Sätze darin immer wieder finden, egal ob 1997 oder 2014: „Wir treten ab. Wir kommen nie mehr wieder. Machen die Fliege.“ „Zum Schluss macht Schule plötzlich Spaß.“ „Die Bildungselite steht bereit zum Sturm auf die Chefetagen.“ „Wir schauen stolz zurück. Aber nicht zu lange. Schließlich fängt jetzt das wirkliche Leben an.“ „Louise, es war schön in dir.“

Das LHG feiert in diesen Tagen seinen 20. Geburtstag. Im Jahre 1997 verließ der erste Abiturjahrgang die Schule – zum ersten Mal erschien damals ein Abiturbuch und von da an Jahr für Jahr.
Wie sich diese Bücher im Laufe der Zeit verändert haben, ist spannend zu beobachten. Nicht nur die Art der Herstellung hat sich geändert: Haben sich in den ersten Jahren rund um die Abiturzeit immer ein paar Leute gefunden, die das Heft im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand nahmen, machen das am LHG inzwischen Arbeitsgemeinschaften, die bereits ein Jahr vor Redaktionsschluss mit der Arbeit beginnen – ganz offiziell im Unterricht.

An das Internet, an aufwändige Computer- und Layoutprogramme war Ende der 90er-Jahre kaum zu denken. So sehen auch die Abibücher – damals eher noch -hefte – aus. Liebevoll auf Word-Seiten gestaltet.
Der Jahrgang 1997 verabschiedete sich mit einer Fibel. „Die Beste, wo’s gibt“, stand darauf. Bilder auf dem Cover? Fehlanzeige. Aber schließlich kam es auf den Inhalt an. Was sich die damaligen Abiturienten ausdachten, gilt auch heute noch: Erinnerungen an die Schulzeit, liebevolle Bösartigkeiten zum Abschied an die Lehrer – und natürlich die persönlich gestalteten Seiten der Abiturienten selbst. 1998 gab es erstmals einen Adressanhang – an E-Mail-Adressen war vor 16 Jahren allerdings noch nicht zu denken. Längst nicht alle hatten damals ein elektronisches Postfach.

Neue Maßstäbe setzte der Jahrgang 2001. Farbe! „Dabei sein ist alles!“, lautete das Motto der damaligen Abgänger und sie schrieben gleich „75 Gründe, mal nicht zur Schule zu gehen“ (Grund Nummer 26: Sex) und „100 Fragen, die uns schon immer bewegten“ (Frage 91: Warum ist Mittwoch nicht Ruhetag?) dazu.
Der Jahrgang von 2003 hatte genug von den relativ einfach gehefteten Abibüchern. Erstmals erschien ein 100-seitiges, aufwändig gedrucktes Buch. Die technischen Möglichkeiten schritten voran.
2005 hatte jeder Abiturient eine eigene Seite zu füllen. Vor allem mit Texten. Das muss an dieser Stelle betont werden. Aber dazu später mehr. Lang und breit ist über Kursfahrten, aufgeführte Theaterstücke geschrieben worden. Dazu Briefe an die Tutoren – und ihre Antworten. Alles sehr ordentlich im vorgegebenen Layout.
Layouts spielten schon 2006 keine Rolle mehr. Jeder Abiturient konnte von da an mit seiner Erinnerungsseite machen, was er oder sie wollte. Sei es handschriftlich oder besonders aufwändig. Mal mit Papagei, mal mit Milka-Schokolade oder rauchend auf einem Plastikstuhl. Und wer im Buch von 2008 keine Seite ablieferte, bekam ein Sprüchlein mit auf den Weg. Wie dieses: „Das ist M. Im Mathe-LK hat er Länder aus dem Tafelwerk radiert. Da blieb keine Zeit mehr für eine eigene Seite.“ Oder: „Das ist V., bin unterwegs/keine Zeit/muss arbeiten/cu/hegdl.“

Der Charakter der Abschlussbücher hat sich stark verändert. Sie sind mehr und mehr ein Kaleidoskop des Schulalltags, der Jugendzeit geworden: Lernen und Feste feiern. Selfies. Gruppenbilder, Partyschnappschüsse, Grimassen. Längere Texte sind Bildern gewichen. Die Bücher sind zu heiteren Fotoalben geworden. Eines ist aber gleich geblieben: Die leise Wehmut, die da mitschwingt. Und: die mitunter sehr kreativen Namen für die Bücher. „Abistrokratie – Der Pöbel bleibt, der Adel geht“ (2012), „RehABIlitation – zurück ins Leben“ (2009) oder zur Jahrtausendewende „Abikalypse 2000 und ihre Folgen“.

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ORA aktuell

74-Jähriger fährt mit Maschinengewehr durch Oranienburg

Donnerstag, den 25. September 2014

Auf der Ladefläche seines Jeeps war ein Maschinengewehr samt Patronengurt. Ein 74-jähriger Mann ist am Dienstag von der Polizei angehalten worden. Die fand am Armaturenbrett eine weitere Langwaffe. Er hatte eine Bescheinigung bei sich, dass die Waffen unbrauchbar sind.
Das Problem: Für Passanten und Autofahrer war nicht ersichtlich, ob die Waffen nicht doch funktionieren. Damit habe er das Waffengesetzt nicht beachtet. Die Kripo ermittelt wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

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RTZapper

The Returned

Donnerstag, den 25. September 2014
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MI 24.09.2014 | 22.20 Uhr | WDR

Falls du irgendwann mal eine total coole US-Serie siehst, in der Tote plötzlich in ihr Dorf, in ihre Familie zurückkehren, dann komm mir aber nicht an und sage: Wow, die Amis können es ja viel besser!
Dann kann ich dir nämlich sagen: Nee, die Franzosen!
Im WDR startete am Mittwochabend die französische Mysteryserie “The Returned”. Alles dreht sich um Tote, die plötzlich wieder da sind. Es sind keine Zombies, wie wir sie aus Horrorfilmen kennen, sie sind an sich auch nicht gruselig. Es sind schlicht und einfach die Menschen, die sie auch vorher waren. Aber gerade das macht den Thrill aus. Denn ihre Rückkehr sorgt natürlich für Schocks, für Ängste, für Verunsicherungen.

Die Franzosen haben daraus eine – zumindest in den ersten beiden von acht Folgen – eine spannende Story gemacht. Optisch toll umgesetzt – und das eigentlich gar nicht so teuer und aufwändig. Phantastische, Gänsehaut erzeugende Musik tut ihr Übriges.
Schön, dass eine solche Serie aus dem Nachbarland den Weg hierher findet. Zwar “nur” im WDR, aber immerhin.
Und wer den Anfang verpasst hat, kann in der Mediathek nachschauen – oder am Dienstag, 30. September, noch bei einsfestival einsteigen.
Ach ja, und was die Amis angeht: Die planen natürlich schon das Remake.

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