Tagesarchiv für 22. September 2014

RT im Kino

Wenn ich bleibe

Montag, den 22. September 2014

Die Musik ist ihr Leben. Im Leben von Mia (Chloë Grace Moretz) stehen wichtige Entscheidungen an. Seit sie ein Kind war, spielt die Cello. Sie liebt das Cello. Wenn sie spielt, dann geht sie aus sich heraus. Ihre Eltern haben sie da immer unterstützt, obwohl ihr Vater (Joshua Leonard) ja eigentlich ein Rocker ist. Jetzt aber hatte sie ein wichtiges Vorspiel an einer bekannten Uni. Wenn sie dort angenommen wird, dann wird sich alles ändern. Auch in Bezug auf Adam (Jamie Blackley). Das ist Mias erster richtiger Freund, er ist ebenfalls Musiker, er singt in einer Rockband. Werden sich die beiden trennen, wenn sie verschiedene Wege gehen?
Ein herber Schicksalsschlag aber ändert alles. Es steht plötzlich eine völlig andere Entscheidung an.

Die Betonung bei “Wenn ich bleibe” liegt in gewisser Hinsicht auf dem “Wenn”. Und das gleich in vierlei Hinsicht, wie der Film von R.J. Cutler zeigt. Mia muss überlegen, was sie macht. Was passiert wenn sie von zu Hause weggeht, und was passiert wenn sie bleibt. Das sind kleine Dinge, aber schließlich auch die ganz, ganz großen, die absolut elementaren.
Die Geschichte wird in diesem kitschigen Drama nicht von vorn nach hinten erzählt, sondern eher verschachtelt. Immer wieder springt die Handlung zurück und wieder vor – was allerdings in dem Fall nicht verwirrt.
Sicherlich, der Film ist sehr kitschig, und manchmal erscheint er ein bisschen belanglos. Aber das Leben und die Liebe sind immer ein dankbares Thema, und hier geht es tatsächlich zu Herzen. Und an der Tränendrüse wird auch ordentlich geschraubt.

Wenn ich bleibe
USA 2014, Regie: R.J.Cutler
Warner, 107 Minuten, ab 6
7/10

Hits: 27

RTZapper

Bundesvision Song Contest 2014

Montag, den 22. September 2014
Tags: , ,

SA 20.09.2014 | 20.15 Uhr | ProSieben

Da geht der “Bundesvision Song Contest” gerade mal in seine zehnte Runde, und schon wird etwas am Konzept geändert. Allerdings nicht zu auffällig, man möchte ja niemanden erschrecken. Die bahnbrechende Neuigkeit: Es gab keine bundesländerspezifischen Vorstellungsfilme mehr. Stattdessen bat Moderator Stefan Raab die Musiker zu sich auf die Couch – zu einer gemeinsamen Session.
Viel rausreißen konnte Raab damit nicht. Dass seine Musikshow ziemlich vor sich hinplätscherte, konnte er damit nicht verhindern.

Man hätte meinen können, dass der diesjährige Wettbewerb spannend werden könnte. Immerhin waren bei der zehnten Auflage neben den Newcomern diverse bekannte Acts in der Göttinger Lokhalle vertreten: Revolverheld, Andreas Bourani, der gerade zur Fußball-WM einen Nummer-1-Hit hatte, Materia, Max Mutzke, Maxim und Jupiter Jones. Dazu gab es weniger und unbekannte Musiker.
Am Ende hatte Revolverheld die Nase vorn, der Sieg ging nach Bremen, spannend war es während des Votings leider nie. Materia hätte eigentlich das Potenzial gehabt, seine Heimathymne über Rostock allerdings war so schnarchig, dass man den Eindruck gewinnen konnte, dass der Song noch nicht fertig war. Sieg verspielt.

Schade ist, dass sich Raab offenbar nicht traut, wirklich nur Newcomer ranzulassen. Die bekannten Gruppen und Solokünstler haben in zehn Shows immer gewonnen. Zwar ist es für die Newcomer immerhin ein gutes Sprungbrett (Teesy aus Sachsen-Anhalt erreichten einen tollen 3. Platz, Tonbandgerät aus Schleswig-Holstein einen 5. Platz), aber sie bleiben immer im Schatten der Großen.
Einen besonderen Quotenbringer landet Raab mit seinem Song Contest schon lange nicht mehr. Wieso wagt er es nicht mal – wenigstens einmal – wirklich nur unbekannte Gruppen auf die Bühne zu lassen? Dass wirklich nur mal die Songs im Mittelpunkt stehen. Warum hat die Show stattdessen die Anmutung, dass die nur großen Plattenfirmen ihre Nummern raushauen dürfen? Wo sind die Talentscouts?

Und, bitte, Stefan Raab: Wir wollen die mitunter grauenvollen Pappnasen der Privatradiosender mit ihren dämlichen Morningshows und den fünf bestellten Jublern beim Voting einfach nicht mehr sehen!

Hits: 28

RTelenovela

Schlafgestört am Hinterhoftor

Montag, den 22. September 2014
Tags:

Gerade hat er sein Nachtlager aufgeschlagen. Ein Obdachloser hat sich in einem Hauseingang unweit der Schlossstraße in Berlin-Steglitz niedergelassen. Eigentlich war es wohl ein recht günstiger Platz. Er war windgeschützt, und aus dem Hinterhof kam Musik. Alles perfekt, möchte man meinen.

Dann aber ging die große Tür auf. Ein junger Mann in Traningshose und mit freiem Oberkörper tauchte auf, dahinter ein Auto mit einer Frau am Steuer, sein Freundin. “Ey, Penner, hau ab, hier!”, schrie der junge Mann, während er sich über seine Brust strich. Vermutlich hatte er kurz zuvor ein bisschen Dampf abgelassen, man nennt die Hose, die er anhatte, ja auch Schnellfickerhose.
So richtig aggressiv ist er deshalb wohl auch nicht geworden. Aber nachdrücklich. Der Mann solle sich verpissen, schrie er, als sich der Obdachlose nicht anschickte, sich zu erheben. Erst als Schnellfickerhosenmann den Rucksack nahm und ihn ein Stück weiter schubste, erhob sich auch der unliebsame Gast.

Die Einfahrt war frei, die Frau im Auto konnte losfahren. Ihr Freund winkte ihr hinterher und würdigte den Obdachlosen keines Blickes mehr. Der hatte sich inzwischen vor der nächsten Haustür niedergelassen.

Hits: 27