Tagesarchiv für 4. September 2014

aRTikel

Für Heimweh blieb gar keine Zeit

Donnerstag, den 4. September 2014
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Lasse Gawande (16) aus Velten reiste sechs Wochen auf einem Schiff

MAZ Oranienburg, 4.9.2014

VELTEN
Sechs Wochen auf hoher See. Da bekommt jeder erst mal Muffensausen: Was mache ich denn da so lange? Lasse Gawande (16) aus Velten ist in seinen Sommerferien ganz und gar nicht langweilig geworden – trotz oder eher gerade wegen der sechs Wochen auf hoher See. Lasse war mit dem Containerschiff „Düsseldorf-Express“ unterwegs nach Nordamerika.

Der Verband der deutschen Reeder bietet ein Ferienfahrerprogramm an. Schüler ab 16 Jahren bekommen die Möglichkeit, den Alltag an Bord kennenzulernen – und natürlich dort auch zu arbeiten. Für Lasse war und ist das ein echter Traum. „Wir sind oft in Travemünde an der Ostsee“, erzählt er. „Da habe ich schon oft die großen Fähren vorbeifahren sehen.“ Es ist sein Berufswunsch, auf einem Schiff zu arbeiten, am liebsten später mal als Kapitän. „Mein Opa ist auch zur See gefahren.“ Die sechs Wochen im Sommer waren für ihn gewissermaßen die Probezeit. Zum Beispiel der Wellengang: Wie übersteht er größere Stürme auf dem Meer? Zumindest diese Frage blieb unbeantwortet: Auf seiner Fahrt herrschte meistens Windstille.

Die Reise startete in Bremerhaven und führte über Frankreich nach Veracruz in Mexiko, weiter nach Houston, New Orleans und Charleston. Dann über den Ozean zurück nach Southampton, Antwerpen und nach Bremerhaven.
„Der erste Tag war noch ein bisschen stressig“, erzählt Lasse. Da musste vor allem noch der Proviant einsortiert werden. Die Uhr, das hat er bald gemerkt, war an Bord sehr wichtig. „Ich trage sonst nie eine Armbanduhr“, so der Veltener. Für ihn gab es um 7.30 Uhr Frühstück, um 8 Uhr begann die Arbeit an Bord. „Ich musste zum Beispiel zweimal am Tag die Temperatur der Kühlcontainer ablesen.“ Auch hat er an der Maschine gearbeitet, den Verdampfer entrostet oder die Fahrstuhltüren geputzt. Außerdem musste der junge Seemann ein Rettungsmänover fotografieren. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch, die Seekarten zu aktualisieren. „In der Nordsee gibt es immer wieder neue Windparks, die müssen eingezeichnet werden.“ Viele der Arbeiten waren mit Dreck verbunden. „Ich fand das aber nicht so schlimm.“ Der Großteil seiner Arbeiten haben ihm großen Spaß gemacht, wie er erzählt.
Um 10 Uhr stand die erste Pause auf dem Programm: Tee trinken. Zwischen 12 und 13 Uhr gab es das Mittagessen. „Wir hatten sehr strenge Essenszeiten“, so der 16-Jährige. „Aber ohne diese Ordnung geht es nicht.“ Sein Arbeitstag dauerte bis 15.30 Uhr, der Rest der 24-köpfigen Crew hatte zwei Stunden länger zu tun. „Abends war ich meist auf der Brücke, ich musste auch ein Logbuch führen.“ Ein Teil der Besatzung traf sich abends an der Bar, zu erzählen oder zu feiern gab es immer etwas.
Sonntags war Kirche. Allerdings hat das vormittägliche Zusammentreffen an der Bar mit der Kirche an sich nichts zu tun. „Das heißt nur so und ich weiß gar nicht, warum“, sagt Lasse und lächelt.

Heimweh? „Dafür hatte ich gar keine Zeit.“ Lasse Gawande grinst ein wenig. Denn Landgänge hatte er natürlich auch noch. „Unser Kapitän hat einen Besuch im Houston-Space-Center organisiert.“ Die mexikanische Stadt Veracruz fand er am besten. „Das Lebensgefühl dort ist ein ganz anderes.“
Inzwischen hat die Schule wieder begonnen, nächstes Jahr will er am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium sein Abitur machen, dann möchte er eine Ausbildung zum nautischen Offiziersassistenten beginnen. In einigen Jahren ist er dann vielleicht schon „Kapitän Gawande“.

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RT im Kino

Guardians of the Galaxy

Donnerstag, den 4. September 2014

1988, auf der Erde. Der Krebs besiegt die Mutter von Peter Quill. Voller Trauer und Entsetzen rennt der Junge aus dem Krankenhaus – und wird von einem Raumschiff entführt.
26 Jahre danach, im Weltraum. Peter (Chris Pratt), inzwischen nennt er sich Star Lord, ist ein Weltraumpirat geworden. Er bekommt den Auftrag, den Orb, eine spezielle Metallkugel, aus einer Ruinenstadt zu holen. Kein einfacher Auftrag, denn als er die Kugel hat, wird er auch schon angegriffen. Allerdings ist Peter bald nicht mehr allein.

“Guardians of the Galaxy” ist die neueste Comicverfilmung aus dem Hause Marvel. Unter der Regie von James Gunn entstand ein spannendes Science-Fiction-Abenteuer, das vor allem von den sympathischen Hauptakteuren lebt. Da ist neben Peter der Waschbär Rocket (Stimme: Fahri Yardim), das Baumwesen Groot (Stimme: Hans-Eckart Eckhardt), der rachsüchtige Drax the Destroyer (Dave Bautista) und die hübsche, aber tödliche Gamora (Zoë Saldaña). Sie sorgen dafür, dass es im Film auch mal lustig zugeht.
Ansonsten können sich die technischen Effekte in den meisten Fällen sehen lassen, das 3D nervt nur an wenigen Stellen. Die Geschichte unterhält auf rasante Weise, auch wenn sie am Ende doch ein wenig ausgewalzt ist.

Guardians of the Galaxy
USA 2014, Regie: James Gunn
Disney, 121 Minuten, ab 12
7/10

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