Tagesarchiv für 3. September 2014

RTZapper

Die Staatsaffäre

Mittwoch, den 3. September 2014
Tags: ,

DI 02.09.2014 | 20.15 Uhr | Sat.1

Die Bundeskanzlerin ist auch nur ein Mensch.
Okay, Angela Merkel lässt das nur manchmal durchblitzen. Aber in dem Sat.1-Film “Die Staatsaffäre” ging es ja auch nicht um Kanzlerin Merkel, sondern um Kanzlerin Ferres.
Wenn es um ganz doll wichtige Filmprojekte geht, also um echt relevante Stoffe, über die Deutschland nach der Ausstrahlung gefälligst zu sprechen hat, dann ist Veronica Ferres nicht weit.

Am Dienstagabend spielte die Ferres Bundeskanzlerin Bremer. Eine Kanzlerin mit Herz, so eine Frau aus dem Volk. So normal. Und voll öko und mit einer Botschaft. Geradezu zum Knuddeln. Kernkraftwerke? Abschalten! Sofort! Hui, eine tolle Frau, diese Ferreskanzlerin.
Sie, also die Bremer, hatte mal was mit einem hübschen Franzosen, das war 1989. Jetzt aber ist genau dieser Franzose der neue Ministerpräsident, und… ohlala.

Tja, so läuft das in der Politik. Die deutsche Kanzlerin trifft beim Politgipfel nachts in einer Pension den französischen Ministerpräsidenten in der Küche – weil sie beide nicht pennen können. Ja, is’ klar. Und viel zu tun scheint die Filmferreskanzlerin auch nicht zu haben, wenn sie am Abend mal fix mit dem Franzosen zu einem Schäferstündchen entfleuchen kann.
Die Romanze, die eigentlich eher eine Groteske war, schrammte ganz knapp an der Dämlichkeit vorbei. Und das auch, weil Veronica Ferres ihrer Kanzlerin eine leider sehr langweilige Hülle verlieh.
So eine Geschichte hätte wesentlich mehr Potenzial für eine Politstory voller Verwicklungen gehabt. Stattdessen setzte uns Sat.1 einen Schenkelklopferfilm vor. Selbst Sat.1 hatte das schon mal besser drauf.

Hits: 42

RT liest

Scott Hutchins: Eine vorläufige Theorie der Liebe

Mittwoch, den 3. September 2014

Neill ist ziemlich am Arsch. Er ist Mitte dreißig. Seine Frau hat ihn verlassen. Sein Vater hat sich schon vor Jahren umgebracht. Von ihm sind ihm nur zig Tausend Seiten Tagebuch geblieben.
Immerhin hat er einen neuen Job. Er arbeitet im Silicon Valley, wo er an einem Computer mittüftelt, der ein eigenes Bewusstsein entwickeln soll. Allerdings nicht irgendeines: Die Tagebücher seines Vaters bilden die Grundlage für eben jenes Bewusstsein des Chatprogramms. So kommt auch heraus, dass es Lücken in diesem Tagebuch gibt: Warum hat sich Neills Vater eigentlich umgebracht?

“Eine vorläufige Theorie der Liebe” ist Scott Hutchins’ Romandebüt. Ein bisschen unentschlossen erzählt der Autor mehrere, unterschiedliche spannende Geschichten. Da ist zum einen Neills Privatleben, zum anderen die Arbeit am Chatprogramm, die sich aber mehr und mehr ebenfalls mit seinem Privatleben vermischt.
Leider kommt der Autor dabei aber nie so wirklich auf den Punkt, die Story plätschert lange vor sich hin, der Schreibstil zieht einen nicht sehr in den Bann.

Scott Hutchins: Eine vorläufige Theorie der Liebe
Piper, 407 Seiten
4/10

Hits: 39