Tagesarchiv für 25. August 2014

RT im Kino

Besser als nix

Montag, den 25. August 2014

Leichenbestatter? Tom (François Goeske) ist total fassungslos, als er von der Dame im Jobcenter erfährt, was sie ihm als Ausbildungsplatz vorschlägt. Mit Toten zu arbeiten, das stand ihm nicht im Sinn.
Was aber steht ihm eigentlich im Sinn? Tom steht vollkommen neben sich. Die Schule hat er abgebrochen. Mit seinem Freundeskreis kommt er nicht so richtig klar. Sein bester Freund Mike (Jannis Niewöhner) redet nur noch von Autos. Sein Vater trinkt, nachdem seine Mutter vor drei Jahren gestorben war. Und dann ist da noch die Referendarin Sarah (Anna Fischer), die er toll findet – die aber wohl noch einen Freund hat.

Mann, Mann, Mann. Tom hat’s ja echt nicht einfach. Aber er hat einen Job, “Besser als nix”. So heißt auch der Film von Ute Wiegand. Er handelt von der Sinnsuche eines Jugendlichen, von einem 19-Jährigen, der einen Platz im Leben haben möchte, aber vorerst nicht findet.
Gelungen ist das leider nicht immer. Gerade im ersten Drittel hinkt es gewaltig in den Dialogen und in der Handlung. Doofe Klischees im Bestattungsinstitut, dazu Schenkelklopfergags und seltsame Holzhammerwitze. Streckenweise ist die Inszenierung wahnsinnig bieder, lahm und trutschig, es fehlt jeglicher Sinn für die passende Dramaturgie. Auch beim emotionalen Höhepunkt gegen Ende gibt es Momente, die recht unglaubwürdig und scheinbar nicht zu Ende gedacht sind.
Schade, wirklich. Der Film hat Potenzial, das er bei weitem nicht nutzt. Selbst die sehr talentierte Anna Fischer geht hier ziemlich unter und kann nicht zeigen, was sie kann.
Besser als nix. Das scheint der Anspruch der Filmemacher gewesen zu sein. Reicht aber nicht.

Besser als nix
D 2014, Regie: Ute Wiegand
NFP, 96 Minuten, ab 12
5/10

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RTZapper

Wochenspiegel

Montag, den 25. August 2014
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SO 24.08.2014 | 12.45 Uhr | Das Erste

Kritiker sehen mal wieder den Untergang des öffentlich-rechtlichen Abendlandes. Am Sonntagmittag lief im Ersten zum letzten Mal der “Wochenspiegel” – nach mehr als 61 Jahren. Die erste Ausgabe ging am 4. Januar 1953 auf Sendung, eine Zeit, in der Das Erste noch schlicht Deutsches Fernsehen hieß.

Und tatsächlich ist der Sendeplatz am Sonntag um 12.45 Uhr seit ich denken kann mit dieser Sendung belegt, direkt nach der Pressetalkrunde (früher der Frühschoppen, jetzt der “Presseclub”).
Nun ist Schluss, weil ein Wochenrückblick nicht mehr gebraucht wird. Als die ARD-Pläne bekannt wurden, gab es die übliche Kritik. Alles werde immer flacher und seichter, hieß es. Alles werde immer unseriöser.
Das stimmt und stimmt nicht.

Einerseits ist es tatsächlich so, dass eine Sendung wie der “Wochenspiegel” heute völlig aus der Zeit fällt, und als das ZDF seinen Wochenrückblick schon vor Jahren strich, hat sich kaum jemand aufgeregt. In Zeiten des Internets, wo man alles im Nachhinein sich ansehen kann, ist ein Wochenrückblick nicht mehr zwingend notwendig.
Andererseits verflacht das Programm aber trotzdem: Zwar läuft auf dem Sendeplatz des “Wochenspiegel” künftig das “Europamagazin”, aber dessen bisheriger Sendeplatz am Sonnabendnachmittag steht nun für Filme frei. Nun ja, wer’s braucht…
Schade, dass sich die ARD nicht entschließen konnte, stattdessen auch sonntags ein “Mittagsmagazin” zu senden. Ist vielleicht zu teuer…

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