Tagesarchiv für 14. August 2014

RTZapper

Leichtathletik-EM 2014 live

Donnerstag, den 14. August 2014
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MI 13.08.2014 | 9.10 Uhr | Eurosport

Wenn ARD/ZDF und Eurosport parallel Leichtathletik übertragen, dann fällt die Wahl auf den richtigen Sender weniger einfach, als man denken könnte. Zwar liefern ARD und ZDF bei Live-Übertragungen, wie jetzt bei der EM, mehr Hintergrundberichte und vor allem Interviews mit deutschen Sportlern. Was aber die Kommentierung des Events angeht, da ist Eurosport ganz weit vorn.

Bereits seit 1993 sind Sigi Heinrich und Dirk Thiele gemeinsam für die Leichtathletik-Übertragungen bei Eurosport zuständig. Sie sind ein eingespieltes Team, und den beiden zuzuhören, macht Spaß. Sie kommentieren, was auf dem feld gerade passiert, aber sie frotzeln sich auch mal gegenseitig an, finden aber immer rechtzeitig zurück zum Punkt, ohne dass es peinlich wird. Und sie sparen nicht mit Kritik, da, wo es angemessen ist. Sie sprechen aus, wenn sie etwas unfair oder blödsinnig finden.
Allein am Mittwoch waren die beiden zwischen 9.10 und 22.45 Uhr auf Sendung – 13 1/2 Stunden mit wenigen Unterbrechungen. Allein schon das ist eine logistische Leistung.

Kleiner Wermutstropfen: die Reklame. Dass Eurosport Werbung sendet, ist völlig in Ordnung. Wenn man aber länger dabei ist, dann nervt es sehr, dass es immer wieder dieselben Spots sind.
Wenn man dann aufs ZDF zurückschaltet, dann ist das zwar auch völlig in Ordnung, und man freut sich auch über die zusätzlichen Sportlerinterviews, aber letztlich landet man doch wieder sehr schnell bei Eurosport. Heinrich und Thiele sei Dank!

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RT liest

Robert Gwisdek: Der unsichtbare Apfel

Donnerstag, den 14. August 2014

Robert Gwisdek gehört zu den interessantesten Nachwuchsschauspielern, die Deutschland hat. Wenn er in einem Film mitspielt, kann man sich sicher sein, dass er etwas Besonderes aus seiner Rolle macht.
Und jetzt schreibt er auch noch.
Und wenn Robert Gwisdek ein Buch schreibt, dann ist völlig klar, dass es ebenfalls etwas Besonderes ist.

Es geht um Igor. Igor ist anders. Er ist merkwürdig. Er beschäftigt sich mit Kreisen, mit dem Nichts. Er verliebt sich in Alma, aber als sie stirbt, ist Igors herz endgültig gebrochen. Er schließt sich 100 Tage lang in einem Keller ein, und seine Welt scheint mit seinen Träumen und Gedanken zu verschwimmen.

Und das gilt auch für den Text. Was ist Fantasie, was ist Träumerei? Wo endet die Realität, wo ist sie überhaupt?
Fast möchte man fragen: Worum geht es da überhaupt?
Die 28-seitige Vorgeschichte erscheint leider recht lustlos runtergeschrieben. Dort berichtet der Autor, wer dieser Igor ist oder sein könnte. Sein Weg vom Kind zum jungen Mann. Die lange Passage zieht leider nicht wirklich in den Bann.
Im Folgenden haben die meisten der verschiedenen Kapitel jedes für sich aber etwas Reizvolles. Gwisdek spielt mit der Fantasie, erzählt surreale Storys, vermischt sie mit Begebenheiten, die auch im wahren Leben geschehen könnten.
Doch zusammengenommen lässt einen das Geschehen dann doch irgendwie kalt, man wartet leider umsonst auf irgendeine Auflösung. Man hat das Gefühl, dass es da ein Rätsel gibt und bekommt keine Antworten.
Ich habe durchaus Respekt vor der Leistung, sich so eine Geschichte ausdenken. Leider kann ich eher wenig damit anfangen.

Robert Gwisdek: Der unsichtbare Apfel
KiWi, 359 Seiten
5/10

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RTelenovela

3.17 Uhr! Zeit, aufzustehen!

Donnerstag, den 14. August 2014
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Es ist 3.17 Uhr in Oranienburg. Alles schläft, die Stadt ist ganz ruhig. Na ja, fast. Durch das Wohngebiet in der Mittelstraße wabert das Piepen eines Weckers. Und er hört auch nicht auf.
Warum lässt man sich zu nachtschlafender Zeit wecken? Frühschicht im Betrieb? Die nächtlichen Pillen? Die Wiederholung vom Nachtjournal?

Das Geräusch ist so laut, es muss aus einer Wohnung mit geöffnetem Fenster kommen. Allerdings tut sich nichts. Kein Licht geht an, keine Hand patscht mal auf den Wecker, um den ohrenbetäubenden Lärm endlich abzuschalten. Das Ding klingelt munter weiter.

3.19 Uhr. Wie ein geheimnisvolles Signal ertönt das Weckgeräusch im Wohngebiet. Hat sich der Uhrenbesitzer etwa schon vorher heimlich aus dem Staub gemacht? Oder befindet er sich in einem besonders tiefen Schlaf? Oder… nein, das hoffentlich nicht.
Glücklicherweise gibt auch ein Uhrenwecker ja irgendwann mal auf. Ein bisschen Nachtruhe muss schließlich auch sein.

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