Tagesarchiv für 11. August 2014

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Himmel oder Hölle

Montag, den 11. August 2014
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SA 09.08.2014 | 20.15 Uhr | ProSieben

Es ist immer wieder interessant, was Leute für 1000 Euro so alles machen.
1000 Euro sind viel, für heutige Fernsehverhältnisse dann allerdings doch nicht so wirklich. Dass sich aber ein Spielshow-Kandidat für 1000 Euro die Hälfte seiner Haare abrasieren lässt, das ist dann doch erstaunlich.

“Himmel oder Hölle” hieß die neue Spielshow am Sonnabendabend auf ProSieben. Die Kandidaten mussten im Himmel Fragen beantworten. Kannten sie die Antwort nicht, mussten sie runter in die Hölle und dort um ihre Kohle kämpfen.
Da ging es darum, mit der Zunge einen Ventilator zu stoppen, sich eine ekelhafte Flüssigkeit durch die Nase zu ziehen oder den Kopf in eine stinkende Box zu stecken und dort Garn aufzuziehen.

Das Problem der Show ist, dass selten die gewollte Schadenfreude aufkommt, stattdessen leidet man mit den Kandidaten mit und fragt sich, was das alles soll. Die Show ist weder besonders spannend noch lustig. Auch wenn viel Passiert, plätschert das Geschehen vor sich hin. Auch ist ziemlich unklar, welche Rolle Moderator Jochen Schropp in der Show hatte. Einerseits der Mutfiebernde und Mitfühlende, aber auch in der Hölle war er dabei und wechselte plötzlich die Seite, lachte sich schlapp, wenn seine Kandidaten sich zum Depp machte.

Ich lehne Schadenfreude-Shows nicht ab. Aber gut müssen sie sein. “Himmel oder Hälle” ist keine gute Show.

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Alexandros Stefanidis: Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker? Meine unorthodoxe Jugend im katholischen Internat

Montag, den 11. August 2014

Alexandros war in seinem Internat in Dahn in Rheinland-Pfalz einer der wenigen Ausländer. Alle nannten ihn nur den Griechen, und irgendwie hat ihn das immer gestört.
In seinem Buch “Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker?” erzählt er von der Zeit, die er dort Ende der 80er und Anfang der 90er durchlebt hat. Er berichtet von den anderen Juzgendlichen, was er mit ihnen erlebt hat, wie ihm zugesetzt wurde, aber auch von seiner Familie, für die es keine leichte Entscheidung gewesen war, ihn auf ein Internat zu schicken.

Leider fehlt diesem Buch jedoch fast jeglicher Pfiff. Allein schon die ewig lange Einleitung zieht sich in die lange wie ein Kaugummi. “Und dies ist meine Geschichte” – so steht es auf Seite 35, und eigentlich ist man da schon an dem Punkt, das ding entnervt wieder wegzulegen.
Nur wenige Begebenheiten in einzelnen Kapiteln lesen sich wirklich flüssig, sind packend und erreichen den Leser. Insbesondere die erste Hälfte ist aber leider nur dröge.

Alexandros Stefanidis: Wie geht’s den Jungs vom Gottesacker? Meine unorthodoxe Jugend im katholischen Internat
ro ro ro, 253 Seiten
3/10

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