Tagesarchiv für 2. August 2014

RTZapper

Monty Python live (mostly)

Samstag, den 2. August 2014
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MI 30.07.2014 | 21.35 Uhr | arte

“Du bist katholisch, sobald Papa abspritzt. Denn jedes Spermium ist heilig, jedes ist eine Pracht. Wird auch nur eines vergeudet, schwächt dies Gottes Macht. Mag das der Heiden getrost tropfen auf des Bodens Dreck, Gott wird sie schon strafen für jeden Spermafleck.”

Nein, nein, keine Sorge. Es hat sich keine katholische Hardcore-Kirchenorganisation in diesen Blog gehackt.
Es ist Monty Python. Gerade stehen da der Papst und Nonnen auf der Bühne der Londoner o2-World und tanzen zum Spermasong, bei dem jeder Tropfen göttlich ist.

Die Monty Pythons sind zurück. Aber nur kurz. Zehnmal traten sie mit einer Comebackshow in London auf. Alle waren sie in kürzester Zeit ausverkauft. Am Mittwochabend zeigte arte den Mitschnitt der allerletzten der zehn Shows.
In den 70ern war die englische Truppe Kult. “Monty Pythons Flying Circus” war die etwas andere Comedy von der britischen Insel. Da ging es um garstige alte Damen, um Lustmolche und Vogelverkäufer und ihre wählerischen Kunden (“Der ist mausedot!”).

Dass sich das auf die Bühne einer riesigen Arena überträgt, war keinesfalls von vornherein klar. Aber es hat funktioniert. Auch nach 40 Jahren Pause machten die inzwischen alten Herren großen Spaß. Sie zeigten neue und alte Gags. Die tanzten, sie sangen, sie führten anstößige Kabinettsstücke auf.
Und allein schon die Veralberung der katholischen Kirche mit ihrem Spießertum, war eine großartige Nummer – und hochaktuell.

Als in der Zugabe der Song “Always look on the bright Side of Life” erklang und alle mitsangen, ja, da klang so etwas wie Wehmut durch. Denn nun ist es wohl mit Monty Python endgültig vorbei. Wobei man ja nie nie sagen soll.

Hits: 29

RT im Kino

Monsieur Claude und seine Töchter

Samstag, den 2. August 2014

Monsieur Claude und seine Frau Marie sind mit den Nerven am Ende. Dabei haben sie doch nur einen Wunsch: dass ihre vier Töchter einen netten, weißen, französischen Katholiken heiraten.
Hat nicht geklappt. Tochter 1 ist mit einem Chinesen verheiratet. Tochter 2 mit einem Juden. Tochter 3 mit einem Arabier.
Und jetzt kommt Tochter 4 – Gott sei Dank! – mit einem Katholiken. Allerdings: Er ist schwarz.
Claude (Christian Clavier) und Marie (Chantal Lauby) sind am Ende. Aber sie müssen sich zusammenreißen, die Hochzeit ist nicht zu vermeiden. Und irgendwie… na ja… nett sind die Schwiegersöhne ja auch irgendwie…

Klischeealarm!! Im absoluten besten, satirischen Sinne spielt “Monsieur Claude und seine Töchter” mit Klischees. Hier wird alles auf den Tisch gepackt, worüber die Menschen über Schwarze, Juden, Araber und Chinesen lästern. Aber natürlich lästern die zurück. In dieser französischen Komödie lästern jeder über jeden.
Aber natürlich bleibt es dabei nicht. Regisseur Philippe de Chauveron zeigt, wie eine Familie versucht, sich zusammenzuraufen. Es geht darum, Vorurteile zu überwinden. Und wie funktioniert das? In dem man sich auf das Fremde einlässt.
Die Erkenntnis ist nicht neu, aber immer wieder wertvoll.

Monsieur Claude und seine Töchter
Frankreich 2013, Regie: Philippe de Chauveron
Neue Visionen, 97 Minuten, ab 0
8/10

Hits: 21

RTZapper

Deal or no Deal

Samstag, den 2. August 2014
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MI 30.07.2014 | 20.15 Uhr | Sat.1

Sat.1 traut sich was. Eine Spielshow ganz ohne Promis. Ein ganz normales Glücksspiel. Eine Gattung, die im deutschen Fernsehen immer seltener geworden ist. Die täglichen Spielshow a la “Familien-Duell” oder “Glücksrad” sind verschwunden, ansonsten laufen fast nur noch aufgeblasene Quizsendungen.

Jetzt aber kehrt “Deal or no Deal” zurück. Nach Linda de Mol und Guido Cantz ist Wayne Carpendale nun der dritte Moderator der Show, die ganze sechs Jahre pausierte.
Das Konzept ist simpel: 20 Kandidaten haben Boxen vor sich zu liegen, in zwischen einem und 250.000 Euro wert sind. Der Kandidat muss eine nach der anderen Box öffnen und hoffen, dass nicht die Viertelmillion bei ist.

So simpel, so spannend. Zwar kam Sat.1 offenbar auch nicht ohne eingespielte Lacher aus, sehenswert ist die Show trotzdem. Zwar ist es schon ein großer Zufall, dass ausgerechnet bei der Premierenkandidatin am Ende die beiden höchsten Beträge übrig geblieben sind – aber vielleicht ist das ja wirklich nur Zufall.
Dass aber die erste Runde nach nur etwas mehr als 30 Minuten endete und dann gleich die nächste begann – das war dann leider doch abtörnend. Nach einem Showdown sollte Schluss sein.

Hits: 34

RTelenovela

Die etwas andere Kneipentour – mit doofem Ende

Samstag, den 2. August 2014
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Meine Rückreise vom Thiessower Ostseestrand nach Hause wollte ich für eine kleine Rast nutzen – zum Mittagessen. Problem: Ich hatte nur knapp 11,50 Euro in bar dabei, aber auch eine EC-Karte. Denn ich wollte keinen imbiss, sondern richtig essen. Am besten: Fisch. Scholle oder so.

Abfahrt in Thiessow auf Rügen. Eigentlich wollte ich nach Moritzdorf auf die Moritzburg, aber ich hatte dann spontan doch keine Lust, mich in Baabe mit der Fähre rüberschippern zu lassen und dann auf die Burg zu kraxeln.
Sellin. Direkt am Bahnhof vom “Rasenden Roland” ist eine ganz schöne Gaststätte. Ich fand auch gleich einen Parkplatz, aber gleich am Eingang wies mich ein Schild darauf hin: Keine Annahme von EC-Karten. Ich machte auf dem Absatz kehrt. Doller Service.
In einem Dorf bei Putbus: Ich biege auf den Parkplatz eines Lokals und sehe die rumpelige Betonterrasse. Die Sonne knallt drauf, und ich spüre große Lust, weiterzufahren.
Putbus. Am Ortsende soll irgendwo ein Lokal im Wald liegen. Ist mir dann aber irgendwie unheimlich – und ich biege zurück auf die Landesstraße.

Garz. Direkt im Ort gibt es ein Lokal mit gutbürgerlicher Küche. Ähm, nein, offenbar gab es dort mal so ein Lokal. Es sieht geschlossen aus. Für länger.
Immer noch Garz. Am Rande eines Plattenbaugebietes liegt ein lauschiges Lokal. Ich habe sogar schon eine Scholle auf der Karte entdeckt. Lange lässt sich an der Theke in der Kneipe keiner blicken, dann aber frage ich die Kellnerin: Kann ich hier mit Karte zahlen? Sie verneint und scheint fast verwundert, dass man sie so etwas Irres fragt. Ja, ist schon irre, diese neumodische Technik.
Losentitz. Ein Gartenlokal lädt zum gefühlten 14. Zwischenstopp ein. Der eigentliche Raum ist aber abgeschlossen. Besucher zeigen zum Imbissfenster. Hm, und einen Imbiss wollte ich ja eigentlich nicht…

Stahlbrode. Inzwischen bin ich mit der Rügen-Fähre wieder aufs Festland geschippert.
Direkt am Hafen befindet sich ein kleines Lokal. Ich setze mich an einen der Tische, werde aber erst mal ignoriert. Ich blättere durch die Karte. Zur Scholle gibt es irgendein Gedöns, das ich nicht mag. Und teuer ist sie auch. Ich frage erst gar nicht, ob ich hier mit Karte bezahlen kann. Ich ahne die Antwort.
Immer noch Stahlbrode. Außerdem gibt es dort noch zwei Imbiss mit Fischbrötchen. Inzwischen bin ich ein bisschen bockig. Fischbrötchen. Öhm, nö.
Mesekenhagen. Ich bin unterwegs auf der Parallelstraße der B105. Ganz, ganz früher war das noch die B96, was man sich auf der Kopfsteinpflasterstrecke kaum noch vorstellen kann. In Mesekenhagen jedenfalls gibt es einen Gasthof, aber schon der Parkplatz sah nicht so aus, dass… also… ich fuhr weiter.
Greifswald. Der Hafen, da muss es doch was Nettes geben. Und tatsächlich: ein nettes Lokal am und auf einem Schiff. Dort gab es auch fangfrischen Fisch. Also war auch hier meine erste Frage… und die Antwort: Nein. Natürlich nicht. Kartenzahlung nicht möglich. Dieses nette System der EC-Karten scheint im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern irgendwie noch nicht angekommen zu sein.
Ein Bankautomat ist mir in der Stadt allerdings auch nicht begegnet.

Kommen wir nun zum doofen Ende. Immer noch Greifswald. Burger King.

Hits: 22