Monatsarchiv für August 2014

RTelenovela

Astreine Antipasti-Abzocke

Sonntag, den 31. August 2014
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Honigmelonenstücke. Ein bisschen Schinken. Tomate und Mozzarella. Gebratene (oder was weiß ich) Zweibeln. Und anderes Gedöns.
Das, was ich davon gegessen habe, war durchaus lecker. Dass es sich dabei um eine teure Delikasse handelt, das war mir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht bewusst.

Es war der durchaus leckere Beginn einer Geburtstagsfeier in einem italienischen Lokal. Zwei Platten mit Antipasti für zehn Personen. Nett, aber keine besonders große Restaurantkunst. Dass diese beiden Teller unglaubliche 89 Euro kosten, das hat mir ein paar Tage später, als ich den Preis erfahren habe, dann doch den Atem verschlagen.
Das Lokal, in dem wir waren, hat für die Platten 8,90 Euro pro Person berechnet. Pro Teller 44,50 Euro. Preise wie im KaDeWe. Oder noch teurer.

Hätte ich gewusst, was wir für eine wertvolle Ware auf dem Tisch zu stehen hatten, dann wäre ich vor dem Essen noch mal aufgestanden und hätte kurz inne gehalten.
Und wir hätten sie vermutlich gar nicht erst bestellt.
Vermutlich macht das Lokal mit diesen Antipasti-Tellern den größten Gewinn von allen Speisen überhaupt. Aber diese 89 Euro gehören für mich eigentlich schon in die Kategorie des unseriösen Wuchers.
Dass man das eventuell hätte schon vorher in der Karte lesen können, okay, das steht auf einem anderen Blatt. Allerdings war ich ja auch nur Gast, der nicht zahlen musste…

RT im Kino

Can a Song save your Life?

Sonntag, den 31. August 2014

Kann ein Song unser Leben retten? Ja, er kann. Zumindest wenn man dem Film Glauben schenken darf, dessen Titel aus gerade genannter Frage besteht.

Musikmanager Dan (Mark Ruffallo) ist am Ende. Beruflich und privat. Weil seine Talentsuche in den vergangenen Jahren nicht wirklich erfolgreich war, verliert er seinen Job. Und zu Hause läuft es sowieso nicht mehr gut, er wohnt in einer kleinen Klitsche. Als er sich in einer Bar seinen Frust wegsaufen will, erlebt er eine Offenbarung. Da steht Gretta (Keira Knightley) auf der Bühne und singt ein Lied, das sie selbst geschrieben hat. Sofort ist Dan Feuer und Flamme. Gemeinsam mit Gretta will er ein Album aufnehmen. Mitten in New York – auf der Straße, auf einer Hochterrasse, im Central Park, auf dem Wasser…

Och, is’ dit schön. Da wird in dem Film von John Carney mit der Musik das Leben von allerlei Menschen gekittet. Musik gibt Hoffnung, Lebensfreude und Spaß. Und in einer nicht ganz unwichtigen Nebenrolle spielt New York mit. Denn das Album nehmen Dan und Gretta mitten in der pulsierenden Stadt auf.
“Can a Song save your Life?” ist nicht der ganz große Musicalkracher, aber immerhin ein netter Wohlfühlfilm mit vielen Schmunzelaugenblicken, der nur am Anfang ein wenig schwer in die Gänge kommt. Die Songs, die Keira Knightley selbst eingesungen haben, können sich hören lassen. Schön wäre, wenn der Soundtrack im Internet für einen Euro runterzuladen wäre. Warum? Schau dir den Film an!

Can a Song save you Life?
USA 2013, Regie: John Carney
Studiocanal, 104 Minuten, ab 0
7/10

RTZapper

Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies

Sonntag, den 31. August 2014
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DO 28.08.2014 | 22.25 Uhr | RTL

Ja, ja, auf den Charakter kommt es an. Treu soll der Partner sein, und ganz doll lieb und … blablabla.
RTL macht das jetzt anders und bringt die Menschenkuppelei mal auf den punkt: geile Titten, geiler Schwanz.

In der neuen Datingshow “Adam sucht Eva” sind die Kandidaten splitternackt. Und, hui, das ist natürlich aufregend und sehr geil. Und prüde. Erstaunlich prüde.
In der Auftaktfolge am Donnerstagabend war man bei RTL schon ganz fickrig, weil man immer wieder betonte, dass ja die Kandidaten nackig sind. Aber irgendwie war das dem Drehteam vor Ort doch doch nicht geheuer. Meistens waren sie immer darauf bedackt, bloß nicht den Unterkörper zu zeigen. So viel Nacktheit ist dann selbst RTL zu viel.

Und überhaupt, auf Brüste und Schwänze kommt’s dann ja doch nicht an, betonen die Kandidaten, nicht ohne doch mal ein Auge drauf zu werfen. Und schlüpfrige Gags dürfen auch mal sein. Wie der mit dem Penisbaum. Penis. Haha. Man könne ja mal … hihihi … einen Penis runterholen. Fernsehpreisverdächtige Witze. Wenn es dafür keinen Grimmepreis gibt, dann weiß ich’s auch nicht.

Schamhafte Nackedeis machen noch keine gute Dokusoap. Zwei Männer, die wie Gockel um eine Frau kämpfen, sind noch kein wirklich spannendes Konzept. Oder läuft irgendwo noch die FSK-18-Version in der Nachtwiederholung? Das wäre dann natürlich dann doch geil spannend.

RTZapper

Rising Star

Samstag, den 30. August 2014
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DO 28.08.2014 | 20.15 Uhr | RTL

Weil es in Deutschland einfach noch zu wenig Castingshows gibt und die Promiresterampen wie das Dschungelcamp und “Die 10…” noch Protagonisten brauchen, sorgt RTL für Nachschub.
“Rising Star” heißt die neue Show, bei der alles anders ist. Alles!

Also, fast alles.
Na ja, okay, da wird halt auch nach einem Gesangtalent gesucht, und, ja, das Publikum darf abstimmen, und, na ja, eine Jury gibt es auch.
Aber: Und jetzt kommt’s! Die Zuschauer dürfen nicht anrufen, keine SMS schreiben, nein! Stattdessen dürfen sie WISCHEN!!!
Wer mitmachen will, muss sich eine App aufs Smartphone laden, um dann durch WISCHEN zu entscheiden, ob das Talent Top oder Flop ist. WISCHEN nach links oder WISCHEN nach rechts.
Ganz schön krass.

Das bahnbrechende Konzept kommt aus Israel und ist in viele Länder verkauft worden, wo es in den meisten Fällen quotenmäßig eher schlecht als recht läuft. Und auch bei RTL jubelte keiner, als am Freitag die Quoten rauskamen.

In der ersten Ausgabe am Donnerstagabend traten einige durchaus talentierte Leute auf. Ihr Ziel ist es, 75 Prozent positive Stimmen zu bekommen. Schaffen sie das, kommen sie in Runde 2.
Deutschland WISCHT nun also beim Casting. Warum das nun so aufregend sein soll, weiß ich allerdings nicht. Auch nicht, warum jeder Teilnehmer einen mehr als drei Minuten langen Vorstellungsfilm bekommen muss. So viele Details will man gar nicht wissen. Warum Mama immer zum Sohn hält. Dass die Schwester es ganz toll findet, dass sie einen schwulen und einen hetero Zwillingsbruder hat. Dass der Kandidat als Lehrer ja so cool ist. Zu viele Informationen und zu wenig Gesang.

Dazu eine Jury, die mitzuWISCHEN hat und danach sagen darf, wie toll doch der Kandidat war. Oder wie toll, aber eben irgendwie nicht gut genug, was aber auch total schade ist. Das wünscht man sich doch die 12. Staffel von “DSDS” mit Dieter Bohlen, der endlich wieder Tacheles redet.
“Rising Star” kann mehr Tempo, mehr Spannung, mehr Talente gebrauchen. Denn so richtig interessant ist das Konzept nicht.

RTelenovela

Der Direx duzt dauerhaft

Samstag, den 30. August 2014
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Es war eine ziemlich überraschende Begegnung. Die Ortsvorsteherin von Vehlefanz feierte ihren 80. Geburtstag. Ich war als Reporter vor Ort und habe mit verschiedenen Leuten gesprochen, als er plötzlich vor mir stand. “Na, Robert, was machst du denn hier?”, fragte er mich, und natürlich habe ich ihn und vor allem seine Stimme sofort erkannt.
Es war mein alter Schuldirektor, mit ihm habe ich vier Jahre auf meinem Gymnasium verbracht, mit ihm hatte ich eine Zeit lang den Politik-Unterricht. Er hat mir einst mein Abiturzeugnis überreicht. Das ist 16 Jahre her.
Seitdem haben wir uns schon öfter gesehen.
In Vehlefanz war er, weil auch er mit der Jubilarin zu tun hatte. Er war einst Lehrer an der Dorfschule.

Als mein Schuldirektor hat er natürlich einen Sonderstatus. Der drückt sich auch dadurch aus, dass er mich duzt. Immer noch. Sie sieze ihn natürlich. Immer noch, und das wird auch so bleiben.
Das kommt einem einerseits komisch vor, weil wir uns an sich ja gar nicht so nahe stehen. Aber andererseits wäre es albern, wenn er mich plötzlich siezen würde, nur weil wir jetzt nicht mehr im Schüler-Lehrer-Verhältnis stehen.
So war ich plötzlich einige Minuten lang wieder in meine Jugend zurückkatapultiert – oder zumindest in die Erinnerungen daran.

RTZapper

daheim – das beste

Samstag, den 30. August 2014
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MI 27.08.2014 | 21.05 Uhr | Bayerisches Fernsehen

Nein, früher war nicht alles besser. Und, nein, auch nicht das Fernsehen. Jedenfalls nicht das Bayerische Fernsehen.
Das Dritte des BR feiert in diesen Tagen den 50. Geburtstag. Und wie feiert man das? In dem man sich alte Alben ansieht, und im Fall eines Fernsehsenders alte Sendungen, Serien und Shows.

Am Mittwoch lief Folge 1 von “daheim – das beste”. Wir sehen Promis dabei zu, wie sie fernsehen. Interessant? Nein, natürlich nicht. Da sitzt also irgendein ehemals bekannter BR-Star, sieht Ausschnitte einer Serie und sagt: “Wahnsinn.”
Ähm, ja.
Warum denken Fernsehmacher eigentlich, dass es spannend sein könnte, Leute dabei zu filmen, wie sie sich etwas ansehen und was Geistarmes dazu sagen.

Selbst einstige Serienhits wie “Monaco Franze” wirken heute trutschig, und erst recht das “Telekolleg” oder das 90er-Jahre-Entertainmentmagazin “Leos”. Wenn sich Promis das mit glasigen Augen ansehen und sagen: “Hach, das müsste es heute auch noch geben.” Dann erwidert man als Zuschauer: “Ähm, nein, besser nicht.”

RTelenovela

Ice Bucked Challenge

Freitag, den 29. August 2014
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Nun auch ich. Die Ice Bucked Challenge. In meiner Badewanne.
Seit Wochen macht sie die Runde im Internet. Auf Facebook und Twitter machen die Filmchen die Runde. Menschen stellen sich hin und übergießen sich mit Eiswasser.
Die sind obenrum nackt oder auch nicht. Sie machen sich drüber lustig oder nicht. Manchmal ist es doof, manchmal nicht.
Die meisten der Teilnehmer an der Challenge erinnern sich immerhin, dass die Aktion auch einen ernsthaften Hintergrund hat. Sie weist auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) hin. Es geht um Aufmerksamkeit und Spenden.
Man wird nominiert und nominiert dann selbst drei weitere Leute. Und so weiter.

Viele, viele Promis haben vor allem schon mitgemacht, aber inzwischen ist die IBC auch beim “Normalvolk” angekommen, und die Einschläge kamen in dieser Woche immer näher.
Am Dienstag filmte ich die Challenge eines Freundes, und ich wusste schon vorher, dass mir die Nominierung droht. Also war das ein Aufwasch, wir drehten meine Challenge einfach noch gleich danach.

Eis war leider Mangelware, aber immerhin stand ein Teil des Wassers vorher im Tiefkühlfach, das Zeug war also tatsächlich kalt.
Ich nominierte drei weitere Freunde und Kollegen und übergoss mich. War kalt, aber auch spaßig. Und natürlich spielte die Nervenkrankheit trotzdem eine Rolle, denn wer daran leidet, wird an so einer Challenge vermutlich nicht so einen Spaß haben.
Trotz erfüllter Challenge spendete ich auch – allerdings an eine heimische Einrichtung. Mein Geld geht an den Verein “Oberhavel Hospiz” in Oranienburg. Ich finde, das ist eine wichtige Einrichtung. Bald soll sie eröffnet werden.

Klar, inzwischen sind viele von der Ice Bucked Challenge genervt. Und man kann das ganze auch albern finden und doof.
Aber der gute Zweck zählt, und wenn ein wenig Spaß dabei ist, kann das auch nicht ganz so schlecht sein.