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Mindestlohn! Aber um Gottes Willen nicht für alle!

Der Mindestlohn kommt. Nicht.
Also, jedenfalls nicht für alle. Wieso auch sollte man alle Arbeitnehmer gleichstellen, das wäre ja wirklich zu einfach.

Es klang sehr schön, was die Politik einst versprochen hat. 8,50 Euro pro Stunde Mindestlohn. Damit Jobs vernünftig bezahlt werden.
Findet die Wirtschaft natürlich doof. Denn wenn man plötzlich so viel Kohle an die Mitarbeiter zahlen muss, dann geht ja die ganze Rendite flöten. Deshalb haben einige Branchen mal wieder ihren Einfluss gelten lassen und dermaßen rumgeheult, dass die Politik mal wieder eingeknickt ist. Ein Hoch auf die Lobbyisten.
Der Mindestlohn kommt also nicht mehr für Jedermann.

Langzeitarbeitslose sind ausgeschlossen. Warum auch sollte man denen irgendeinen Anreiz liefern? Saisonkräfte sind auch raus, warum sollte man für ein paar poplige Monate vernünftige Löhne zahlen? Erntehelfer – die kommen ja sowieso kaum noch aus Deutschland.
Ganz bitter ist es bei den Zeitungszustellern. Journalisten schreiben immer wieder über Tarifverhandlungen, über Streiks. Dabei sind umgehen gerade Verlage sämtliche Tarife, in dem Tochtergesellschaften installiert werden, die an irgendwelche Tafie nie, nie, nie gebunden sind. Und Zeitungszusteller? Mindestlohn? Um Gottes Willen, wo gehen denn dann die Gewinne hin? Zeitungszusteller sind doch nicht wichtig.
Ich weiß nicht, ob Verlagschefs so denken. Ich würde überhaupt gern wissen, was sich so manche Wirtschaftsbosse denken.

Diesen löchrigen Kompromiss in Sachen Mindestlöhne können sich die Politiker aber gern mal in ihre diätenverwöhnten Hintern stecken.
Vielleicht könnte man ja die zehnprozentige Diätenerhöhung, die Bundespräsident Gauck momentan aussitzt, auch nur punktuell für einige Abgeordnete erlauben.

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