Tagesarchiv für 30. Juni 2014

RTZapper

Nowhere Boy – Als John Lennon ein Junge war

Montag, den 30. Juni 2014
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SO 29.06.2014 | 1.50 Uhr (Mo.) | Das Erste

Okay, die ARD kann nur ein bisschen was dafür. Eigentlich war die Free-TV-Premiere der wirklich packenden John-Lennon-Filmbiographie “Nowhere Boy” am späten Sonntagabend für 23.30 Uhr geplant. Das ist schon eine unschöne Startzeit.
Dann aber kam der Fußball dazwischen, der Film ist auf 1 Uhr verschoben worden. Spätestens da hätte bei der ARD mal jemandem auffallen können, dass der Film für eine nächtliche Erstausstrahlung viel zu schade ist.
Dann aber kam beim Fußball auch noch eine Verlängerung und ein Elf-Meter-Schießen dazwischen. Letztlich begann “Nowhere Boy” (im Ersten noch mit dem niedlichen und recht unpassenden Untertitel “Als John Lennon ein Junge war”) statt um 23.30 Uhr erst um 1.50 Uhr, und er endete, als es draußen schon wieder hell wurde.

Eine Schande. Zumal es nicht mal eine Wiederholung auf einsfestival gibt, die zu einer vernünftigen Zeit gelaufen wäre. Aber vielleicht überlegen es sich die ARD-Filmverantwortlichen ja noch mal.

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RTelenovela

Mindestlohn! Aber um Gottes Willen nicht für alle!

Montag, den 30. Juni 2014
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Der Mindestlohn kommt. Nicht.
Also, jedenfalls nicht für alle. Wieso auch sollte man alle Arbeitnehmer gleichstellen, das wäre ja wirklich zu einfach.

Es klang sehr schön, was die Politik einst versprochen hat. 8,50 Euro pro Stunde Mindestlohn. Damit Jobs vernünftig bezahlt werden.
Findet die Wirtschaft natürlich doof. Denn wenn man plötzlich so viel Kohle an die Mitarbeiter zahlen muss, dann geht ja die ganze Rendite flöten. Deshalb haben einige Branchen mal wieder ihren Einfluss gelten lassen und dermaßen rumgeheult, dass die Politik mal wieder eingeknickt ist. Ein Hoch auf die Lobbyisten.
Der Mindestlohn kommt also nicht mehr für Jedermann.

Langzeitarbeitslose sind ausgeschlossen. Warum auch sollte man denen irgendeinen Anreiz liefern? Saisonkräfte sind auch raus, warum sollte man für ein paar poplige Monate vernünftige Löhne zahlen? Erntehelfer – die kommen ja sowieso kaum noch aus Deutschland.
Ganz bitter ist es bei den Zeitungszustellern. Journalisten schreiben immer wieder über Tarifverhandlungen, über Streiks. Dabei sind umgehen gerade Verlage sämtliche Tarife, in dem Tochtergesellschaften installiert werden, die an irgendwelche Tafie nie, nie, nie gebunden sind. Und Zeitungszusteller? Mindestlohn? Um Gottes Willen, wo gehen denn dann die Gewinne hin? Zeitungszusteller sind doch nicht wichtig.
Ich weiß nicht, ob Verlagschefs so denken. Ich würde überhaupt gern wissen, was sich so manche Wirtschaftsbosse denken.

Diesen löchrigen Kompromiss in Sachen Mindestlöhne können sich die Politiker aber gern mal in ihre diätenverwöhnten Hintern stecken.
Vielleicht könnte man ja die zehnprozentige Diätenerhöhung, die Bundespräsident Gauck momentan aussitzt, auch nur punktuell für einige Abgeordnete erlauben.

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RTZapper

Zum Start von ARD-alpha: Live von der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung

Montag, den 30. Juni 2014
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SO 29.06.2014 | 15.00 Uhr | ARD-alpha

Schon seit 1998 betreibt der Bayerische Rundfunk seinen Bildungskanal BR-alpha. Zuschauer hat der Sender kaum, mit Bildung hat es das deutsche Fernsehvolk nicht so. Jetzt konnte sich der BR endlich durchsetzen, dass der Bildungssender nun einen deutschlandweiten Touch bekommt: Aus BR-alpha ist am Sonntagnachmittag ARD-alpha geworden.
Das ist zwar kein neuer Sender, aber man wollte das trotzdem ein bisschen feiern. Und was macht man als Sender, wenn man etwas Neues vor hat? Man lässt es krachen.
Na ja, außer der BR. Der lässt es schnarchen.

“Zum Start von ARD-alpha: Live von der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung” – so nannte sich das aufregende Event zur Senderumbenennung. Offenbar wollte keiner beim BR, dass die ganze Sache Aufmerksamkeit bekommt, deshalb entschied man sich auch für den einschläferndsten Rahmen, den man sich denken kann: eine Nobelpreisträgertagung, die BR-alpha auch live übertrug. Auf Englisch hielten irgendwelche Leute irgendwelche Reden. Ohne Übersetzung. Okay, wer einen Bildungskanal schaut, kann auch einigermaßen Englisch sprechen, und so schwer zu verstehen war das auch nicht. Zumal ausgerechnet Bildungsministerin Johanna Wanka lieber auf Deutsch redete. Aber das große Fernsehvolk hat man damit schon mal ausgeschlossen.
Verpasst hat allerdings niemand etwas. Wen diese Tagung draußen an den Fernsehern hätte interessieren könne, ist fraglich. Eine elitäre, unfassbar kluge Gesellschaft hörte sich pupstrockene Reden an.

Zwischendurch kamen der BR-Intendant und ein paar wichtige Politiker vorbei, drückten den roten Knopf, und aus BR-alpha wurde ARD-alpha. Tätärätä!
Wenn das schon das Knallerevent des “neuen” Senders war, das große Event, na dann gute Nacht ARD-Bildungskanal. Da ist ja Bob Ross mit seinen Malereien spannender!

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