Tagesarchiv für 19. Juni 2014

RTZapper

Guten Morgen, Schatzi!

Donnerstag, den 19. Juni 2014
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DI 17.06.2014 | 9.00 Uhr | Hallo TV

Wer denkt, dass Dailysoaps wie “Gute Zeiten, schlechte Zeiten” leichte Kost und dass Pseudo-Dokusoaps wie “Berlin – Tag & Nacht” ziemlicher Schund sind – der sollte sich auf Hallo TV die Serie “Guten Morgen, Schatzi!” ansehen.
Die ist so billig, dass es nicht mal für interessante Geschichten gereicht hat. Oder besser: überhaupt für Geschichten.

Hallo TV ist ein Spartenkanal, der nur tagsüber unverschlüsselt sendet, nach 20 Uhr laufen dort codierte Pornos. Mit Serien und Call-in-Gewinnshows a la 9Live will man auf sich aufmerksam machen.
“Guten Morgen, Schatzi!” ist aber nicht mehr als gepflegte Langeweile.

In einer Bar erzählt Maria, dass sie zu einem Casting will. Irgendwelche Fotos. Aber sie hat Skrupel, darüber labert sie mit ihrer Kollegin. Minutenlang. Laberlaberlaber. Dann kommt ein Typ mit Hut und sagt Kalendersprüche auf. Erotische Fotos seien doch völlig in Ordnung. Er wird nie welche machen, er ist hässlich wie die Nacht. Hat ihm nur noch keiner gesagt. Es stellt sich aber raus, dass er der Fotograf ist. Alle zusammen reden noch übers Modeln und Fotosmachen. Laberlaberblablabla.

Ein anderer Typ sitzt gerade auf dem Sofa, er muss was lernen. Was, wird nicht verräten. Dabei wird er von seiner Mutter gestört, die… laberlaberblasülz. Es wird geredet und geredet, es ist alles so schrecklich uninteresant. Dann kommt auch noch die Putzfrau, die keine Lust hat, zu putzen und labert mit. Blablablubb.
Dann kommt der nächste Schnitt, und die beiden Tanten und der Hutmann sitzen immer noch doof rum und labern vor sich hin, wie das denn ist mit dem Modeln. Hach ja, und überhaupt, tritratrullala.

Das Ganze nennt sich Sitcom. Dabei stimmt allerdings nur das “Sit”. Es gibt zwar eine Situation, aber keine Comedy. Trotzdem werden immer mal wieder Lacher eingespielt, egal, ob was lustig war oder nicht. Und es ist wirklich niemals etwas lustig. Manchmal kommt auch mitten im Satz ein Lacher, einfach so. Irgendein gelangweilter Techniker scheint da wohl beim Einnicken auf den Lacherknopf gefallen zu sein.

Aber dann! Dann kommt tatsächlich noch eine Pointe. Die Tussen in der Kneipe einigen sich darauf, dass die erotischen Fotos voll okay sind. Das freut den Hutmann, und er fragt: “Also, wer will jetzt mit mir schlafen? Oder beide?”
Iiiihhh.

Nach 20 Minuten, einfach so, mitten in der, ähm, Handlung, ist die Folge von “Guten Morgen, Schatzi!” zu Ende. Erkenntnisgewinn: null. Niveau: null. Unterhaltungswert: minus 1000.

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RTelenovela

Der Flughafensee

Donnerstag, den 19. Juni 2014
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Neulich, als es auch abends noch richtig warm war, entdeckte ich mal wieder einen Ort in Berlin, der mir vorher völlig unbekannt war: den Flughafensee.
Er befindet sich nördlich vom Flughafen Tegel, und wer dort in den Badebuchten oder am großen Sandstrand steht, kann den aufsteigenden oder landenden Fliegern zusehen.
Der See entstand, laut Wikipedia, in den Jahren 1953 bis 1978 durch den Abbau von etwa zwei Millionen Tonnen Kies.

Um dorthin zu gelangen, muss man abseits der Seidelstraße erst mal einen Waldweg entlanglaufen. Für mich allerdings ein kleiner Schock: Wildschweine auf dem Weg. Es war schon dämmrig, und plötzlich raschelte es vorn und rechts von uns. Und tatsächlich: Vor uns standen zwei Wildschweine. Ich muss zugeben, dass mir diese Situation ganz und gar nicht geheuer war. Man solle Lärm machen, sagte mein Begleiter, laute Geräusche, das vertreibe die Tiere. Man dürfe aber nicht zwischen Mutter und Jungtiere kommen, das wäre fatal.
Die Tiere schlugen sich dann in die Büsche, und um uns herum raschelte es. Irgendwie wie im Horrorfilm.

Wir gelangten dann aber doch zum See. Die Reinickendorfer Jugend nutzt ihn als Ausflugsziel. Zu recht, denn er ist wirklich idyllisch. Gerade in den Buchten hat man ein paar schöne Ausblicke auf den See, und am anderen Ufer ist einiges los, da ist es flughafenhell, und das Rauschen der Flieger wird immer mal wieder lauter. Aber es stört nicht.
Hier und da sitzen Leute zusammen, da hinten singen welche.
Am Flughafensee kann man sehr schöne Sommerabende verbringen. Und die Wildschweine… nun ja, muss man halt verscheuchen.

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RTZapper

Chicago Fire

Donnerstag, den 19. Juni 2014
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MO 16.06.2014 | 20.15 Uhr | VOX

Männer vom Chicago Firehouse 51 haben einiges zu tun: Brände löschen, Verletzte bei Unfällen bergen, bei Unglücken vor Ort sein. Die neue kanadische Serie „Chicago Fire“ ist aber keine Doku. Die 24 Folgen handeln von den Männern und Frauen, die dort arbeiten, von ihren Sorgen und Freuden.

Das alles ist spannend erzählt und recht aufwändig umgesetzt. Sie erinnert im Aufbau an einstige Erfolge wie “Emergency Room”. Und auch in “Chicago Fire” funktioniert diese Rezept hervorragend. Die Ereignisse in der Feuerwache werden sehr gut mit den persönlichen Schicksalen vermischt. Aber vor allem: Endlich mal keine Krimiserie. Es gibt in Deutschland einfach zu viele Krimiserien.

Die Serie lief hierzulande bislang nur im Pay-TV. Ursprünglich hieß es, sie dann dann bei RTL Nitro im Nischenfernsehen verramscht werden. Das hätte diese Serie nicht verdient gehabt – und in der RTL-Gruppe muss man ein Einsehen gehabt haben. “Chicago Fire” läuft nun montags in Doppelfolgen zur Primetime bei VOX – und muss einfach ein Erfolg werden!

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